Das Jahr 2017 neigt sich dem Ende zu. In Rückschauen und Ausblicken befassen sich daher wieder viele Menschen mit den bewegenden Themen der vergangenen Monate. Doch was beschäftigte die Leute vor zehn, 20 oder gar 60 Jahren? Wir haben im FT nachgeblättert.


1957: Mangel an Wohnraum


Ein Jahr der Träume lag hinter den Menschen. "Das Abenteuer des Jahrhunderts - 1957 wurde das Tor zum Weltraum aufgestoßen", titelte der FT und präsentierte mit Blick auf "Sputnik" einen teils fiktiven Ausblick in die Zukunft der Raumfahrt - mit Fernseh-Relais-Satelliten, atomgetriebenen Flugkörpern und Nachschub-Raketen zum Mond.

Im Landkreis ging es da noch viel bodenständiger in der Berichterstattung zu. Selbst die Tatsache, dass Jagdpächter Georg Raab in Teuschnitz einen Keiler geschossen hatte, war damals eine Meldung wert. Der Kronacher Bürgermeister ging auf zu niedrige Einnahmen der Stadt und den Versuch, Steuererhöhungen zu vermeiden, ein. Entfernt wurden die Kettelerhaus- und Schützenplatzbaracken. Die Wohnungsnot war ein anhaltendes Problem.


1967: Winterliche Katastrophe


Neue Gesetze wurden in der Silvesterausgabe 1967 beleuchtet. Interessant war dabei neben einer Rentenerhöhung um 8,1 Prozent das Vorgehen gegen "Mini-Spione". Das Verbot von Mitschnitten des "nicht öffentlichen Wortes" spiegelte sicher auch die Auswirkungen des Kalten Krieges wider.

Doch nicht nur von der Bundesebene gab es schwierige Situationen in der Zeitung nachzulesen. Aus dem Landkreis Kronach wurde über die lautstarke Kritik nach dem schweren Hochwasser an den Weihnachtstagen geschrieben.

Von einer "mangelnden Organisation für Katastrophenfälle" war die Rede. In einem Aufruf zum Spenden hieß es: "Großes Leid hat die Hochwasserkatastrophe am Heiligen Abend über viele Bürger unserer Stadt gebracht. [...] Inwieweit Staatshilfe zu erwarten ist, wissen wir nicht."


1977: Zweites Gymnasium

Als "ein Jahr der Leistungen und des Schaffens" bezeichnete der FT, was 1977 für den Landkreis Kronach bedeutete. Dieser Einschätzung schloss sich auch Landrat Heinz Köhler an ("Es war infrastrukturell wie wirtschaftlich ein Jahr des Erfolgs.").

Im schulischen Bereich sorgte seiner Aussage nach vor allem die Inbetriebnahme und Einweihung des zweiten Kronacher Gymnasiums für Aufsehen. "Damit habe endlich der Schulnotstand im gymnasialen Bereich im Landkreis Kronach beseitigt werden können", zog der FT ein Fazit. Aus einer 1800 Schüler starken Mammutschule seien zwei überschaubarere, menschlichere Schulen geworden.

Überregional spielte die Bildung in der Ausgabe zum Jahreswechsel keine Rolle. Da stand eine Oppositionsgruppe innerhalb der SED im Blickpunkt.


1987: Wenig Arbeitslose

Im Zeitalter von Glasnost und Perestroika prägten außenpolitische Themen den gedruckten Jahreswechsel. Bundeskanzler Helmut Kohl versicherte, dass sich die Bundesrepublik mit der Teilung Deutschlands niemals abfinden werde, Bayerns Ministerpräsident Franz Josef Strauß erkannte in der Sowjetunion Veränderungen und DDR-Staatschef Erich Honecker sprach vom Ziel zweier atomwaffenfreier deutscher Staaten.

Eine positive Grundstimmung ließ sich dieser Tage auch im Landkreis Kronach erkennen. "Bei den Arbeitslosenzahlen erreichte der Landkreis Kronach in den Herbstmonaten dieses Jahres ein sensationelles Ergebnis", verkündete Landrat Heinz Köhler eine Quote von zum Teil unter vier Prozent. Im Marktgemeinderat Küps wurde derweil ein Freizeitsee im südlichen Landkreis befürwortet.


1997: Dank an Stenglein

Konzerte gibt es viele, so eines wie zum Jahresende 1997 ist aber eine Seltenheit. Die Musik spielte den ganzen Abend auf einem hohen Niveau, dennoch standen nicht die Musiker im Mittelpunkt der Veranstaltung. Heinz Stenglein nutzte das Konzert, um die Leitung des VHS-Musikrings an seinen Nachfolger zu übergeben.

Von einem "märchenhaften Rahmen für den Abschied" war im FT zu lesen. Im voll besetzten Saal und zur herrlichen Musik wurde Stenglein für seine über 40-jährige Leitungsfunktionen an der Volkshochschule und in der Stadtbücherei gedankt.

Den überregionalen Teil beherrschten dagegen trockenere Themen. Hier befasste sich die letzte Zeitungsausgabe des Jahres vor allem mit dem Start eines deutsch-tschechischen Zukunftsfonds, der zuvor mehrmonatige Verhandlungen erfordert hatte.


2007: Abschied von der Zigarette


Die Zigarette stand im Mittelpunkt des Jahreswechsels 2007/08. "Ab Mitternacht heißt es: Zigaretten aus" titelte der FT in seiner letzten Ausgabe des Jahres 2007, da mit dem 1. Januar in Bayern "das bundesweit schärfste Rauchverbot" in Kraft treten würde.

Diese Regelung spiegelte sich auch im Lokalteil wieder. Da zelebrierten die Besucher des Café Kitsch beispielsweise ihre "Letzte-Zigarette-Party". "Wir möchten mit diesem Event unseren Gästen einfach noch einmal bewusst machen, dass ab Januar endgültig Schluss ist mit dem Rauchen", erklärte die Chefin des Cafés, Sonja Welsch.

Seit diesem Zeitpunkt ist der blaue Dunst in öffentlichen Kneipen nicht mehr erlaubt. Das war für so manchen Raucher eine Umgewöhnung, die im Vorfeld für Diskussionsstoff gesorgt hatte.