Vor fünf Jahren fiel ihr Geburtstag auch auf einen Dienst. Damals wurde sie 65. Heute feiert Helga Mück ihren 70. Geburtstag. "Die Haare sind ein bisserl grauer geworden und die Falten etwas mehr", lacht die immer noch engagierte Dritte Bürgermeisterin von Küps. Viele ihrer ehrenamtlichen Ämter habe sie schon in jüngere Hände übertragen, denn "ich will nicht warten, bis die Menschen die Frage stellen, wann tritt sie denn nun endlich ab", so Helga Mück und schmunzelt. Es sei wichtig, rechtzeitig Nachfolger zu finden und jüngere Menschen bringen dann doch mehr Energie und Schwung rein, "als man selbst noch zu bieten in der Lage ist."

Geboren wurde sie in Schlesien. Kurz nach Kriegsende kam die Flucht aus der Heimat mit den Eltern. Erst in der Region Bamberg und dann in Bamberg fand die Familie eine neue Heimat. Hier ist sie aufgewachsen, hat Abitur gemacht und ist seit ihrem 25. Lebensjahr mit der oberfränkischen Region um Küps verwurzelt. Seit 1968 ist sie verheiratet und wohnt mit Ehemann Jost in Tüschnitz. Hier wurden auch die zwei Söhne geboren.

Für die Kinder da zu sein, war ihr wichtig und so gab sie ihren Beruf als Oberinspektorin bei der Bundespost auf. Schon kurze Zeit später trat der damalige Bürgermeister Raimund Schramm an sie und ihren Mann mit der Bitte heran, die Außenstelle der Volkshochschule zu übernehmen. "Wir haben damals Ja gesagt und daraus ist ein Engagement von mehr als zwei Jahrzehnten geworden. In dieser Zeit wurde auf ihr Betreiben auch die Musikschule unter dem Dach der Volkshochschule aufgebaut.

Politik als Steckenpferd


Als ein weiteres Steckenpferd muss man auch ihr Engagement in der Kommunalpolitik hervorheben. Seit 1990 ist sie Gemeinderätin der Freien Wähler. Zu Anfang gab es noch zwei Gruppierung, die GWG und die UWG, die sich aber zu einer gemeinsamen Liste vereinten. Mittlerweile haben die Freien Wähler im Küpser Gemeinderat fünf Sitze und seit 2002, also seit zehn Jahren, ist Helga Mück Dritte Bürgermeisterin. Gern erinnert sie sich noch an die Zeit, in der sie als einzige Frau im Gemeinderat saß, denn "damals hat man sich noch mit der Anrede sehr schwer getan", verrät sie.

Familie hat Priorität


Eine weitere Legislaturperiode als Dritte Bürgermeisterin strebt sie nicht an. "Wenn Wahl ist, bin ich 72 Jahre alt und gehe zum Schluss hin dann schon auf die 80 zu", erklärt sie bestimmt und fügt an, dass dann Jüngere ran müssen. "Man will ja nicht mehr mit dem Kopf durch die Wand", so die erfahrene Kommunalpolitikerin.

Mit 70 Jahren fällt einem einiges nicht mehr so leicht, erklärt sie und verweist darauf, dass für sie eigentlich schon immer die Familie Priorität besessen habe. Und das wird ihr auch weiterhin wichtig bleiben, für die Familie da zu sein. Ihre Ämter bei Musikschule und VHS hat sie beizeiten weitergegeben ohne sich ganz zurückzuziehen. "Meine politischen Erfahrungen, mein Wissen gebe ich auch heute noch gern weiter", so Helga Mück.

Auch in die Dorferneuerung will sie sich weiter einbringen. "Aber ich klebe an keinem Posten. Angst, dass ich mal nicht mehr weiß, was ich mit mir anfangen soll, die habe ich nicht", betont sie energisch und lacht. Gratulanten können heute von 10 bis 13 Uhr, im "Grünen Baum", ihre Wünsche persönlich überbringen.