Ruhig ist die Vorweihnachtszeit heute bei den wenigsten Menschen. Doch das Orchester der Cäcilia Kronach hatte den Anspruch, zum zweiten Advent Musikbegeisterten eine Stunde der Ruhe und Besinnlichkeit zu schenken.

Mit dem Adventskonzert in der Synagoge in Kronach gelang der Formation dies. Denn nicht nur das Orchester der Cäcilia Kronach hat sich viel Mühe gegeben, sondern das Orchester hat sich auch namhafte weitere Mit-Musizierende eingeladen. So setzte der evangelische Kirchenchor St. Jakobi Küps mit klassischen Weihnachtsliedern wie "Ihr lieben Christen, freut euch nun" oder "Es kommt ein Schiff geladen" musikalische Akzente. Und auch etwas anspruchsvollere Weisen wie "Tochter Zion", "Der Morgenstern ist aufgedrungen"; "Nun jauchzet all ihr Frommen" gelangen.


Nur am Anfang aufgeregt

Absolut hörenswert waren die Solisten, die das Orchester gewinnen konnte. "Nein, ich war eigentlich nicht so sehr aufgeregt. Nur am Anfang, aber dann geht es", zieht Kathrin Schwarz eine Bilanz nach ihrem Auftritt. Die Elfjährige hat sich an den Allegro-Satz aus Bertold Hummels Concertino Classico gewagt. Und das ist durchaus ein Werk, der eine gewisse Virtuosität verlangt. "Ich bin doch im musischen Gymnasium", erzählt Kathrin Schwarz und träumt insgeheim schon von einer Karriere als Profi-Musikerin. Deshalb lernt sie auch nicht nur Geige, sondern auch Klavier. Und außerdem trat sie ja nicht zum ersten Mal auf. Schon mit sieben Jahren hat sie gemeinsam mit dem Orchester Cäcilia gespielt - ebenfalls ein Weihnachtskonzert, erinnert sie sich noch sehr gut. Auch der Auftritt von Hannah (10), Rebekka (12) und Deborah (13) Kölsche war einfach zauberhaft. "Normal spielen wir eigentlich nicht zusammen", erzählt Hannah und lacht. Doch beim Adventskonzert machten die drei Violinistinnen mal eine Ausnahme, denn schließlich spielt die Mama auch im Orchester der Cäcilia mit: Cello. Gemeinsam haben die drei Schwestern den Schützenmarsch von Henk Badings einstudiert und das oberschlesische Volkslied "Auf dem Berge, da geht der Wind" - und begeisterten mit ihrem Vortrag.


Mehrere Höhepunkte

Das Konzert der Cäcilia hatte mehrere Höhepunkte. So dirigierte Johannes Enders nicht nur, sondern zeigte, dass er auch an der Violine ein Könner ist. Gemeinsam mit Maximilian Sakur (Oboe) brachte Enders das Allegro aus dem Doppelkonzert c-Moll für Violine und Oboe zu Gehör - und beide Solisten zauberten und übertrafen sich selbst. Ob virtuose, schnelle Passagen oder zarte, fast romantische Elemente - alles gelang bestens und gereichte dem Komponisten Johann Sebastian Bach zu großer Ehre.

Nicht minder virtuos war der Auftritt von Sandra Küpferling. Sie hatte sich die anspruchsvolle Sonate F-Dur für Flöte und Streichorchester von Georg Philipp Telemann ausgesucht. Und die hatte einen Solopart, der immenses Können verlangte und viel Routine. Sandra Küpferling ließ die Finger über die Querflöte gleiten und zauberte mit Tönen.

Das Orchester der Cäcilia zeigte aber auch in reinen Orchesterstücken, dass Musizieren in der Gemeinschaft Spaß macht. So spielte das Orchester Werke aus Mozarts Oper "Die Zauberflöte" und das Allegro aus der Sinfonie G-Dur von Antonio Vivaldi - ein ausgesprochen festliches Stück, denn schließlich hatte Vivaldi das Werk zu einer Galaveranstaltung des Prinzen von Polen komponiert. Mit dem gemeinsamen Stück "Frohe Weihnachten" schlossen der Kirchenchor und das Orchester den vorweihnachtlichen Konzertreigen in der Synagoge ab.