Dietmar Pohl hat alle Feuerwehrfahrzeuge der Kronacher Wehr - sowohl die ehemaligen als auch die aktuellen - in seiner Garage stehen. Und dabei ist die doch nur ein Schuhkarton. Trotzdem passen die Feuerwehrautos alle rein, denn Dietmar Pohl baut sie im Maßstab 1:87 nach.
Und das ist eine richtige Kniefieselarbeit, wie man im Fränkischen so schön sagt, bei der durchaus auch mit Pinzette und Lupe gearbeitet wird. Schließlich müssen die einzelnen Teile zunächst am Original fotografiert und ausgemessen und dann auf den Maßstab übertragen werden. "Es ist alles genau bemessen", versichert Pohl. Dann gilt es, die Einzelteile aufzuzeichnen, zu sägen, zu gravieren, etc. Sogar die Kennzeichen werden im Mini-Format ausgedruckt und aufgeklebt.
"Gestelle und Führerhäuser gibt es zu bestellen, genau wie Blaulichter. Die Aufbauten aber sind Marke Eigenbau", sagt Pohl. Schließlich sehe jedes Fahrzeug anders aus, sei immer den Bedürfnissen der jeweiligen Wehr angepasst und deshalb gebe es natürlich auch nicht jedes Feuerwehrauto im Modell. "Ich mache aus den Standard-Modellautos dann genau das, was bei uns in der Garage steht", sagt Pohl und erklärt, dass ein Modell, wie man es kaufen kann, also nie so aussieht, wie es bei der jeweiligen Wehr in der Garage steht. Deshalb muss er nachhelfen.
Und dazu hebt er alles, was ihm unter die Finger kommt und von dem er glaubt, es jemals für seine Modellbauten gebrauchen zu können, in einer Bastelkiste auf. So finden sich darin unter anderem Auspuffteile. "Die kann ich beispielsweise für den Monitor auf dem Feuerwehrauto gebrauchen", erklärt der Bastler und ergänzt: "Da ist schon viel Fantasie gefragt". Zudem kauft er verschiedene Modelle und setzt die verschiedenen Teile dann zusammen.

Wappen im Mini-Format


Die Wappen der Stadt, die sich auf den Türen der Feuerwehrfahrzeuge befinden, lässt Pohl von einer Firma in Bochum anfertigen, so dass es selbst die im Miniformat auf den Modellen dann gibt und sich das Modell letztlich lediglich noch in der Größe vom Original unterscheidet.
Sogar, wenn an einem Original-Feuerwehrauto im Laufe der Jahre Veränderungen vorgenommen werden, baut Pohl dieses Auto dann nochmal in der veränderten Version nach.
An die 30 Fahrzeuge hat der 48-Jährige nun schon gebaut - und zur Sicherheit, "falls mal eines kaputt geht", sogar in doppelter Ausführung.
Begonnen hat er 1986 und damals seine beiden Hobbys vereint: "Ich hab als Bub schon Modelle von Flugzeugen oder Schiffen zusammengebaut", erklärt er. Als leidenschaftlicher Feuerwehrmann lag es dann nahe, auch Feuerwehrautos nachzubauen. Dazu braucht es aber nicht nur Fingerspitzengefühl, sondern auch "Lust und Liebe" sowie "a weng Ruh".

Jetzt ist die "Garage" dran


Damit künftig noch mehr Modellautos in die "Garage" passen und dort vor allem auch sichtbar sind, baut Dietmar Pohl derzeit ausnahmsweise mal nicht an einem Modell-Feuerwehrfahrzeug, sondern einer Vitrine.

Ausstellung


Dietmar Pohl stellt seine Modell-Feuerwehrautos anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Kronacher Feuerwehr ab dem 25. April in der Hauptstelle der Sparkasse Kronach-Kulmbach aus.