"Wir machen bereits im fünften Jahr in Folge mit", erzählt Holger Scholz, der nicht nur Mitglied der Wallenfelser Jugendgruppe, sondern auch der Dekanatsleitung Kronach ist. 2008 wurden die einst traditionellen Altkleider- und Schuhsammlungen vom BDKJ wieder aufgenommen. Der 24-Jährige ist mit der vorläufigen Ausbeute zufrieden. "Das ist auch wetterabhängig. Bei schönem Wetter bringen viele ihre Sachen schon am Vorabend zu den Sammelstellen, um am anderen Tag ausschlafen zu können. Wenn es kalt ist, wollen sie die Säcke nicht über Nacht draußen lassen. Also müssten sie bald aufstehen. Und das möchten halt einige nicht. Ganz schlecht ist Regen", weiß er.
Nicht immer seien alle Sachen gut verpackt. Daher platzten schon öfter dünne Beutel oder schlecht verschlossene Säcke auf. "Das ist schon manchmal interessant", sagt Thomas Weiß lachend und erinnert sich beispielsweise an einige ans Tageslicht gekommene BH.
Die Jugend hat in Wallenfels lange Tradition. 2010 wurde bereits 100-jähriges Bestehen gefeiert. Sie gehört aber nicht nur zu den ältesten, sondern auch zu den aktivsten im Landkreis. "Wir bringen uns bei Gottesdiensten mit ein - wie bei der liturgischen Nacht am Gründonnerstag oder beim Kreuzweg. Wir verkaufen mehrmals im Jahr fair gehandelte Produkte aus dem Karibu-Weltladen. Auch auf dem Weihnachtsmarkt sind wir vertreten", erzählt Dominik. Natürlich komme auch das Gesellige nicht zu kurz, etwa durch Ausflüge in Kletterparks. Dass man sich alljährlich an der Sammlung beteiligt, sei für die Gruppe nahezu selbstverständlich.
Über so viel Engagement freut sich auch Andy Fischer, der bei der Sammelstelle in Kronach beim Verladen hilft. Die Kleidung und auch Schuhe kommen in einen großen Reißwolf und werden zu Putzlappen verarbeitet. Das Geld wird gespendet. "Wir haben uns entschieden, den Erlös der Aktion im jährlich wechselnden Turnus für Projekte weltweit und - so wie heuer - für unsere Region zu verwenden", erklärt der Bildungsreferent. Das Weiterverarbeiten ist seiner Meinung nach besser als der Export in Dritte-Welt-Länder, da andernfalls die dortige Textilindustrie leide.