KronachDer Tourismus- und Veranstaltungsbetrieb (TVB) der Lucas-Cranach-Stadt Kronach blickte in der Sitzung des Tourismus-, Stadtmarketing- und Sozialausschusses am Montag im Rathaus auf ein erfolgreiches Jahr 2016. Erneut wurden die verkehrstechnische Anbindung beziehungsweise die An- und Abfahrtprobleme zur Festung Rosenberg diskutiert.
In der Sitzung berichtete Kronachs Gästeführerin Rosi Ross von ihrer Reiseunternehmensakquise und der Kontaktpflege zu Reiseunternehmen. Seit September 2014 führt sie dieses Amt als freie Mitarbeiterin aus und informierte über Veränderungen am Reisemarkt.
Die Entwicklung für Kronach bezeichnete Rosi Ross als gut. Sie plädierte aber für noch mehr Angebote und Highlights, dies werde neben Festungs- und Stadtführungen gewünscht. Die Zu- und Abfahrt der Festung sei ein Problem.


Älteres Publikum

Außerdem regte sie an, einige Vorstellungen der Rosenberg-Festspiele früher beginnen zu lassen. Das Alter der Reisegruppenteilnehmer beginne meist erst bei 50 plus und die Leute wollten nicht erst ab 20.30 Uhr in Kronach in eine Veranstaltung, da möchten die meisten schon auf dem Heimweg oder daheim angekommen sein.
Die Leiterin des TVB, Kerstin Löw, lobte Rosi Ross als eine Kümmerin, die Reisegruppen, aber auch Unternehmen betreut und pflegt. Kulturtourismus sei eine große Herausforderung für die Stadt, man habe 1800 Führungen pro Jahr zu verzeichnen, davon sind die Hälfte Gruppenführungen.
Winfried Lebok (CSU) konnte die Anregung auf früheren Spielbeginn einiger Aufführungen der Rosenberg-Festspiele aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Für ihn, der viel mit Vereinen, aber auch mit Senioren unterwegs ist, wäre ein Spielbeginn um 15.30 Uhr ideal für solche Reisegruppen.
Kerstin Löw nannte in ihrem Jahresbericht 2016 drei Schwerpunkte. Zum einen Arbeits- und Marketingschwerpunkte, zweitens Ausstellungen und Veranstaltungen auf der Festung Rosenberg und drittens statistische Daten der Festung Rosenberg inklusive Vermietungen. Das Jahr 2016 stand zum einen unter dem Vorzeichen, das Kronacher Freilichttheater unter neuer Marke "Rosenberg-Festspiele" und unter neuen konzeptionellen und inhaltlichen Voraussetzungen auf den Weg zu bringen. Zum anderen galt es, mit der interaktiven Kinderausstellung "Pop up Cranach" ein weiteres Highlight im Rahmen des Arbeitsschwerpunktes "Lucas Cranach" in den Ausstellungsräumen der Festung Rosenberg umzusetzen.
Darüber hinaus erfuhr das Thema "Heiraten auf der Festung Rosenberg" durch die Widmung neuer Trauflächen im Außenbereich eine Attraktivitätssteigerung und das sogenannte Botschafterprogramm sowie die Etablierung einer Marke "Obere Stadt" konnten auf den Weg gebracht werden. Nach anfänglichem Hin und Her könne man jetzt sagen, die Restrukturierung der Rosenberg-Festspiele ist gelungen und gibt zu weiterer Motivation Anlass. Dafür bekam die Betriebsleiterin von allen Seiten im Gremium Zuspruch und Lob.
Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) sprach von leidenschaftlichem Engagement des Tourismusbetriebes, sonst hätte das ins Auge gehen können. Auch Marina Schmitt (SPD) zollte für die gute Arbeit Anerkennung. Sie fand die Führungen eine tolle Geschichte. Jonas Geissler wertete den Jahresbericht in vielen Bereichen als positiv, sah aber im Bereich Vermietungen noch Luft nach oben. Eventuell sollte man mit den Mietpreisen nach unten, um für die "Regimentsstube" mehr Zuwachs zu erhalten. Wer einmal hier war, kommt wieder, meinte Geissler.
Löw teilte diese Auffassung nicht, sie wehre sich gegen Dumpingpreise, schließlich habe das Ambiente der Festung eine besondere Wertstellung verdient.
Marina Schmitt und Winfried Lebok regten an, die Einführung von Catering als Paket mit anzubieten. Klaus Simon (SPD) meinte zu der positiven Resonanz der Rosenberg-Festspiele, dass sicherlich, neben dem Programm, auch die Namensänderung einiges dazu beitrug. Martina Zwosta (FL) zeigte sich begeistert vom Ambiente bei Trauungen auf der Festung Rosenberg und lobte auch die Kindervorführungen der Rosenberg-Festspiele.


108 Trauungen auf der Festung

Die Trauungen haben sich seit 2011 auf 108 verdoppelt. Im vergangenen Jahr wurden 33 095 Besucher (ohne Veranstaltungen) auf der Festung Rosenberg registriert. Unterstützt wurde laut Löw die Erzielung des im Mehrjahresvergleich guten Ergebnisses sicherlich durch die interaktive Kinderausstellung "Pop up Cranach". Trotz dieser erfreulichen Zahlen sieht sich der TVB immer für Anregungen und Ideen offen. Große Hoffnung setzt man in die Fertigstellung der Baumaßnahmen und in die Inbetriebnahme des Jufa- Hotels im Jahr 2018.
Heinz Hausmann appellierte an die Kronacher, ihre Festung Rosenberg mehr zu besuchen. Aus vielen Gesprächen entnehme er, dass viele Menschen in Kronach gar keine Ahnung haben, welche Schätze sich hinter den Mauern verbergen und welch einzigartiges geschichtsbedeutendes Kulturerbe die Festung Rosenberg ist. "Wir müssen die Kronacher aktivieren, aber vor allem auch alle Schulen im Landkreis Kronach, dies kostet uns so gut wie kein Geld, wenngleich natürlich überregionale Werbung erforderlich bleibt", meinte Hausmann.
Zu den Verkehrsproblemen konnte Bürgermeister Beiergrößlein nur darauf verweisen, dass man in alle Richtungen arbeite und Lösungen anstrebe. Aber es ist ein schwieriges Unterfangen. Er denke auch an einen Shuttlebus vom Kaulangerplatz aus. Auch wenn man einwandfreie Straßenbeläge erhalte, so gab der Bürgermeister zu bedenken, dass sie dadurch nicht breiter werden, sie waren nun mal früher für Pferdekutschen gebaut. Daraufhin brachte Winfried Lebok wieder die Idee einer Seilbahn vor, er werde daran festhalten, wenn es sein muss bis zum Lebensende, meinte er.