Der Kunde steht an der Kasse des Friseurladens. Sein Haar sitzt. Gerne zückt er dafür den Geldbeutel. Er legt einen Fünfziger auf die Theke. Sieben Euro des Wechselgeldes gibt es allerdings nur in schweren Münzen. Der Friseurin sind die handlichen Fünf-Euro-Scheine ausgegangen. "Die sind immer ruckzuck weg", sagt sie. Die kleinen Scheine braucht sie sehr häufig, bekommt sie aber äußerst selten.


Kein Fünfer in der Kasse

An den Sparkassen-Schalter schafft sie es oft wegen ihrer Arbeitszeiten nicht rechtzeitig. Die Geldautomaten des Kreditinstituts haben andererseits keine Fünfer mehr im Vorrat. Ein Problem, dass auch andere Geschäftsleute in ihrem Umfeld teilen. Warum es an Sparkassen-Automaten im Landkreis Kronach keine Fünfer mehr gibt, wollte sie von unserer Zeitung wissen. Wir haben nachgefragt.

"Bereits seit März 2018 verzichtet die Sparkasse Kulmbach-Kronach bei Auszahlungen an Geldautomaten in den Selbstbedienungs-Bereichen auf Fünf-Euro-Banknoten", erklärt Vorstandsmitglied Harry Weiß. Dafür nennt er zwei Gründe. Zum einen brauche sich durch eine Bestückung mit größeren Scheinen der Bargeld-Bestand in den Automaten langsamer auf. Vor allem an Wochenenden und Feiertagen könnten somit länger unterbrechungsfreie Laufzeiten gewährleistet werden. Zum anderen ändere sich das Bezahlverhalten der Kunden. "Die Nachfrage nach größeren Stückelungen steigt", stellt Weiß fest. Darauf habe die Sparkasse Kulmbach-Kronach reagiert. "An ausgewählten Geldautomaten-Standorten bieten wir deshalb nun auch die Möglichkeit der Auszahlung von 100-Euro-Banknoten an."

Den Gang in die Filiale, um Wechselgeld zu holen, erspart diese Erklärung der Friseurin natürlich nicht. Doch auch hierzu geht die Sparkasse auf ein sich veränderndes Kundenverhalten ein. Nicht zuletzt auf Grund der Kartenzahlung oder auch der NFC-Technik (Near Field Communication für kontaktloses Zahlen von Kleinbeträgen mit Karte) lasse die Nachfrage nach Wechselgeld zusehends nach. Ab 30. Juli bietet die Sparkasse weiterhin das "Mobile Bezahlen" per Smartphone-App an. "Der Geldbeutel wird digital", meint Weiß.
An den Automaten der VR-Bank Oberfranken Mitte gibt es die Fünfer noch. Doch auch die Genossenschaftsbank verfolgt die Entwicklungen auf dem Markt. Konrad Herold erklärt, dass die Grundbestückung der VR-Geldautomaten aus Fünf-, Zehn-, 20- und 50-Euro-Scheinen bestehe. In Ausnahmen gebe es auch Hunderter, doch die seien noch nicht so nachgefragt. Deshalb biete die Bank vor dem Hintergrund des Servicegedankens weiterhin die Fünfer an. Allerdings räumt auch Herold ein, dass vieles in der Branche in Bewegung ist. "Wir werden den Markt beobachten", sagt er mit dem Verweis auf Kartenzahlungen, virtuelle Karten und die Nutzung des Handys.

Dass einige Kreditinstitute statt Fünf- lieber Hundert-Euro-Scheine in die Automaten packen, ist für ihn durchaus nachvollziehbar. Serviceleistungen, wie stets einsatzbereite Geldautomaten, seien früher über die Zinsspanne ganz selbstverständlich finanziert worden. Heute müssten solche Leistungen geboten werden, obwohl die Zinsen eingebrochen sind. "Auch die Bargeld-Logistik kostet die Banken richtig viel Geld", sagt er. Wenn nun aber Hunderter statt Fünfer in den Automaten stecken, bedeute jeder dieser Scheine einen Unterschied von 95 Euro an Automaten-Inhalt - und damit weniger Aufwand fürs Befüllen.