Die geringe Teilnehmerzahl war ein Grund für die Anwesenden, sich Gedanken zu machen, wie denn das Förderprogramm "Partnerschaft für Demokratie Landkreis Kronach" näher an Jugendliche, Vereine und Gruppen gebracht werden könnte.

Worum geht es? Ziel des Programms ist es, Demokratie und Vielfalt im Landkreis zu stärken. Die Bevölkerung soll gegenüber rechtsextremen, antisemitischen und rassistischen Aktivitäten sensibilisiert werden. Gefördert werden soll das interkulturelle und interreligiöse Zusammenleben. Und dafür gibt es finanzielle Unterstützungen. Wie erreicht man nun die Jugendlichen, die Vereine? Flyer allein genügen nicht.

Florian Bätz meinte, dass man schon in frühen Jahren mit der politischen Bildung anfangen sollte. Zudem könnte man eine Befragungen machen, wie denn 16-Jährige Demokratie erleben. Der Steinbacher Bürgermeister, Thomas Löffler, beabsichtigt, demnächst eine Jungbürgerversammlung anzuberaumen, um die Anliegen, Vorstellungen und Wünsche der Heranwachsenden zu erfahren. Eventuell könnten daraus Projekte entwickelt werden.

Der Vorsitzende des Kreisjugendrings, Andy Fischer, wünschte mehr Zusammenarbeit mit den Schulen. Teilweise habe er das Gefühl, dass Informationen abgeblockt würden. Tobias Wicklein von der JU Steinbach erklärte, dass Politik in der Dorfjugend nur selten ein Thema sei. Um junge Menschen für die Politik zu interessieren, könnte man beispielsweise eine Fahrt in den Bundestag organisieren. Bedauert wurde von den Damen der VHS und der Zukunftscoach Gabriele Riedel, dass ein Theaterprojekt, bei dem es inhaltlich um Prävention Alkohol, Drogen etc. geht, nur von drei Schulen angefordert worden sei.

Einig waren sich die Teilnehmer, dass man Rechtsextremismus, Islamfeindlichkeit und die AfD ernstnehmen muss. Von diesen Tendenzen sei Landkreis nicht ausgeschlossen, hieß es. "Diese Themen sind im Landkreis längst angekommen - auch wenn man nicht immer etwas davon mitbekommt!", so Annegret Kestler von der VHS.
Sabine Nachtrab von der VHS betreut die Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie Landkreis Kronach. Sie weist darauf hin, dass Einzelpersonen, Vereine, Gruppen mit Projektideen sich mit ihr Verbindung setzen können. Sie berate gerne. Beispielsweise könnten Zusammenkünfte, Workshops, Ausflüge gefördert werden, die von Jugendlichen initiiert werden und zur Prävention von Gewalt, Rechtsextremismus etc. beitragen. Auch gemeinsame Veranstaltungen zwischen Heranwachsenden und Jugendlichen mit Migrationshintergrund könnten unterstützt werden.
Bereits seit drei Jahren ist der Landkreis Teil des Bundesprogramms "Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit", das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird. Das Programm hat insgesamt eine Laufzeit von fünf Jahren. Vorhanden sind zwei Fonds, erklärte Zukunftscoach Gabriele Riedel, nämlich der Jugendfonds und der Aktions- und Initiativfonds. Im Jahre 2017 stand laut Annegret Kestler ein Etat von 44 000 Euro zur Verfügung. Auch in 2018 gibt es wieder Gelder für Aktionen gegen Gewalt und Extremismus. "Wir haben Geld und würden gerne Projekte fördern!"