Der Bau- und Umweltausschuss gab in seiner Sitzung am Dienstag im Rathaus grünes Licht für die Forcierung von Straßenreparaturen. Unter der Sitzungsleitung von Zweitem Bürgermeister Michael Bohl berichtete Bauamtsleiter Jürgen Fenner ausführlich über den Zustand gemeindlicher Verbindungsstraßen.

Die Gemeinde Weißenbrunn zeichnet für den Unterhalt von 22,412 Kilometer Ortsstraßen und 19,812 Kilometer Gemeindeverbindungsstraßen (GVs) verantwortlich. "Der Zustand der Gemeindeverbindungsstraßen ist, gelinde gesagt, teilweise katastrophal, viele Straßen sind marode und stehen vor dem Aus!", so Fenner. Aufgrund der extremen Witterung breche nun an allen Ecken und Enden des Gemeindegebiets das stark vom Sanierungsstau betroffene Straßennetz in sich zusammen.

Ein schlimmes Bespiel gab es erst vor ein paar Tagen Ende Juli am Waldweg/Mühlweg, wo kurzerhand auf Anweisung von Bürgermeister Egon Herrmann, ohne Hinzuziehung und Beratung im Gemeinderat, gehandelt werden musste. Hier bestand der Asphalt nur noch aus größeren Steinbrocken, die weder zum Untergrund noch zueinander eine Bindung hatten.

"Ähnliche Bilder sieht man an der Alten Straße und der Schulstraße", so Fenner. Wie befürchtet, so Fenner, hat sich über den Winter die Situation des Straßennetzes weiter verschlechtert. Speziell die Grüner Straße ab Abzweig Schwarzer Busch bis Ortsende in Richtung Grün steht vor ihrem endgültigen Aus, das heißt, dass schon in naher Zukunft eine Sanierung zu aufwendig und zu teuer wird, so dass nur ein Neubau bleibt. Die Maßnahme ist für 2018 geplant und im Haushalt mit 100 000 Euro berücksichtigt.

Nach Auffassung von Fenner muss der Unterhalt noch in diesem Jahr erfolgen. Die bereits 2017 begonnenen Unterhaltsarbeiten an der GVS Hummendorf-Eichenbühl sollen in den nächsten Wochen mit der Oberflächenbehandlung abgeschlossen werden. Der Einbau der Oberflächenbehandlung ist dringend erforderlich, da sonst vorangegangene Leistungen deutlich an Wertigkeit verlieren. Diese Maßnahme läuft derzeit, wie sich Zweiter Bürgermeister Michael Bohl und Bauamtsleiter Jürgen Fenner vor Ort überzeugen konnten.


Keine Flickschusterei mehr

In den vergangenen Jahren wurden an der GVS Reuth-Weißenbrunn umfangreiche Risse saniert mit der Folge, dass sie nun mit Unmengen von "Nähten" übersät ist. An vielen Stellen hat sich die Vergussmasse aufgrund der Hitzeeinwirkung zu großen Flecken vereint, die extrem glatt sind und speziell für Zweiräder eine hohe Unfallgefahr darstellen, erklärt der Fachmann aus eigener Erfahrung als Biker. Hier weiterhin nur Risse zu vergießen, ist nach seiner Auffassung in dieser Form nicht nur unwirtschaftlich, sondern stellt schlichtweg keine Lösung dar. Hier hakte auch Zweiter Bürgermeister Bohl ein und meinte, man werde nicht mit Flickschusterei weitermachen. Eine vernünftige Unterhaltsmaßnahme schätzt der Bauamtsleiter in den Kosten auf rund 90 000 Euro.

Die GVS Weißenbrunn-Grün ist bereits an mehreren Stellen aufgebrochen und von Rissen durchzogen, die Oberfläche ist ausgemergelt und wasserdurchlässig. Der genaue Aufbau ist nicht bekannt, anhand der vorhandenen Schadstellen ist jedoch davon auszugehen, dass, wie bei den anderen GVS auch, ein bituminöser Unterbau nicht vorhanden ist und Bitumen- Schichtstärken von vier bis sechs Zentimeter die Regel darstellen. Als Sanierung wird die Aufbringung einer vier Zentimeter dicken Asphaltschicht als Oberbauverstärkung empfohlen, da dies eine nachhaltige Verbesserung der Straße darstellt, die Lebensdauer wird deutlich verlängert und ist auf Jahre gesehen die deutlich wirtschaftlichste Lösung.

Zweiter Bürgermeister Bohl bat das Gremium, einer vernünftigen Lösung zuzustimmen, auch wenn die Kosten dafür auf 160 000 Euro beziffert werden. Ab Ortsausgang Grün in Richtung Weißenbrunn ist die Straße auf einer Länge von circa 500 Metern so stark beschädigt, dass eine Unterhaltsmaßnahme unbedingt noch heuer erfolgen sollte. Einzige günstige Alternative stellt das Patchverfahren mit anschließender Oberflächenbehandlung dar, wie am Waldweg geschehen. Beim Patchen werden die Schlaglöcher gefüllt und Profile ausgeglichen. Die Kosten liegen bei circa 20 000 Euro.

Aufgrund der haushaltslosen Zeit hat der Bauamtsleiter in Rücksprache mit Bürgermeister Herrmann bei der Aufsichtsbehörde im Landratsamt einen Antrag auf Genehmigung von Ausgaben gestellt. Das Landratsamt genehmigte daraufhin für den Straßenunterhalt circa 205 000 Euro. In der Sitzung wurden die Unterhaltsarbeiten für die GVS Reuth-Weißenbrunn in Höhe von 27 988 Euro beschlossen und der Auftrag an die Firma Luley, Wernberg, als wirtschaftlich günstigsten Anbieter vergeben.

Des Weiteren wird das Ingenieurbüro IVS Kronach mit der Ausarbeitung von Planungen und den folgenden Ausschreibungen für den bituminösen Ausbau und verstärkter Oberflächenbehandlung der GVS Weißenbrunn-Grün sowie der Grüner Straße in Weißenbrunn beauftragt. Das Gremium stimmte einstimmig zu.