Holzlaster Björn macht nicht nur kleinen Jungs wie dem jüngsten Sprössling der Familie Fischer-Petersohn, dem zweijährigen Jakob, richtig Spaß. Der Holzlaster mit dem blauen Führerhaus und dem Anhänger, der "echte" Stämme geladen hat, gefällt auch den Mädchen. Seine fünfjährige Schwester Jule findet den Laster ebenfalls cool und schlichtet die Stämme immer wieder anders auf.

Gefertigt wurde der Laster, der absolut ökologisch korrekt ist, aus Fichtenholz aus dem heimischen Frankenwald. Die Seitenteile, die die Baumstämme halten sind aus Buchenholz. "Erst haben wir den Laster nur in einer gewachsten Version angeboten", berichtet Burkhard Fischer Petersohn, der Konstrukteur des Lasters. Der Laster war mit rein pflanzlichem Naturharz eingelassen. Doch inzwischen gibt es auch eine farbige Variante. "Den Kinder gefällt die Farbe einfach besser", sagt Burkhard Fischer Petersohn. Aber die Farbe ist ebenfalls ökologisch verträglich. Einziger Kompromiss bei dem Laster: Die Reifen werden auf Wunsch mit lebensmittelechten Gummiringen versehen. "Das hat den Vorteil, dass der Laster nicht so laut ist", sagt Fischer-Petersohn. Er selbst ist kein fanatischer Öko, sondern einfach ein Papa, der Wert auf gutes und haltbares Spielzeug legt.


Ein Holz-Fuhrpark
Für den Holzlaster gibt es noch einen extra Anhänger mit Ladung - das sind abgerundete "Baumstämme", schön rund geschliffen ohne jegliche Kanten und Ecken. Und außerdem gehören zum Holz-Fuhrpark, den Burkhard Fischer-Petersohn im Repertoire hat, noch kleine und große Muldenkipper mit Anhänger sowie ein Bus. "Aber ich habe noch viele Ideen. Ich habe auch die Entwürfe für einen Stapler und einen Sattelschlepper. Und der Prototyp für einen Traktor mit Anhänger ist auch schon fertig. Ideen habe ich genug", sagt Burkhard Fischer-Petersohn. Derzeit sind die neuen Fahrzeuge bei Sohn Jakob in der Testphase. Für Jungs, die Spaß an dem Holzspielzeug haben, gibt es außerdem einen Akkuschrauber - bunt oder natur.

Für kleine Mädchen hat der Schreiner ein massives Puppenbett, eine Puppenkommode mit integriertem Spiegel und eine Puppenrutsche konstruiert. Alles ebenfalls rein ökologisch. Und auch diese Produkte haben den Test in der heimischen Familie bestanden. "Die Sachen sind gut. Die hat der Papa gebaut", verrät die Tochter und ist eigentlich mit ihrem strahlenden Lächeln der beste Werbeträger.


Designpreis erhalten
Im vergangenen Jahr hat Burkhard Fischer-Petersohn den Designpreis des oberfränkischen Handwerks bekommen. Doch der große Run auf die ökologisch korrekten und unverwüstlichen Spielzeuge blieb trotzdem aus. "Unsere Spielsachen sind ein typisches Saisongeschäft. Und irgendwie sind die Sachen aus Holz typische Großelterngeschenke. Denn die haben noch einen anderen Bezug zum Holz", sagt der Konstrukteur und bedauert persönlich den Run zu Billigprodukten. Natürlich haben die hochwertigen Holzspielsachen ihren Preis, doch sie sind erschwinglich und haben keine Reise um die halbe Welt hinter sich.

Die Konkurrenz des elektrischen Spielzeugs, das blinkt und piept, ist immens. "Schon die Babys bekommen ein Multifunktionshandy", so der Ideengeber. Trotzdem gibt es Menschen, die gezielt nach solch unverwüstlichem Spielzeug, das Generationen übersteht, suchen. "Das sind eben zum einen die Ökofreaks, die gezielt suchen. Aber wir haben auch schon an Kindertagesstätten verkauft. Die sind sehr glücklich mit den Produkten", freut sich Burkhard Fischer-Petersohn. Und dabei schmunzelt der Konstrukteur. Denn er hat persönlich in Kindertagesstätten jedes einzelne Teil testen lassen und sich die Wünsche und Anforderungen der Kleinen angehört.
Während der Papa von seinem Geschäft erzählt, zeigt Tochter Jule, dass man sich auf die Puppenkommode auch mal draufsetzen kann oder aufs Bett. "Das halten die Sachen locker aus", sagt Burkhard Fischer-Petersohn nur schmunzelnd. Das ist mit herkömmlichen Puppenmöbeln aus Sperrholz sicher nur einmal möglich.


Das Marketingkonzept
"Um ein Stück fertig zu designen und zu entwickeln, brauche ich etwa ein halbes Jahr", sagt Burkhard Fischer Petersohn. Jedes Spielzeug, das der Schreiner per Hand fertigt, bekommt einen Namen. "Wenn etwas, das man lieb gewonnen hat, kaputt ist, ersetzt man es nicht so einfach durch Neues. Weder Freundschaft, noch Dinge", erklärt Silke Fischer Petersohn das Marketingkonzept, das hinter dem Unternehmen steht. Und genau aus diesem Grund hat das Ehepaar die Firma auch "Holzfreunde" genannt. Denn in Kronach soll Holzspielzeug, das über Generationen hält und weitergegeben wird, hergestellt werden. Natürlich entsprechen alle Holzfreunde der EU-Spielzeugnorm EN 71. "Wir möchten das vertrauensvolle Prädikat ,Made in Germany‘ tragen und zwar zu 100 Prozent", erklärt Silke Fischer Petersohn.

"Wir waren auch schon bei Oster- und Weihnachtsmärkten, aber an 1000 Leute verkaufen wir gerade mal ein Stück. Das ist einfach zu wenig", rechnet Burkhard Fischer Petersohn vor und verkauft deshalb die Produkte lieber übers Internet oder im Kronacher Laden in der Rodacher Straße 20 (neben Café Kitsch). Auch in Berlin oder München haben die Franken schon ihre Produkte gezeigt. "Bis jetzt ist die Abnahme der ganz großen Stückzahlen aber ausgeblieben. Aber irgendwann ist die Zeit reif, dann erweitern wir unsere Produktpalette", sind sich Burkhard und Silke Fischer Petersohn sicher und wollen durchhalten. Tatsächlich kommen - gerade vor Weihnachten - immer wieder Liebhaber hochwertiger Spielsachen. Und unterdessen ist Silke Fischer Petersohn als selbstständige Unternehmensberaterin in der Auto- und Pharmaindustrie tätig und Burkhard Fischer Petersohn übt weiterhin seine Tätigkeit als freier Produktentwickler für einen internationalen Kindermöbelhersteller aus. Und beide hoffen, dass sich die Idee von Spielzeug, das sich in den natürlichen Kreislauf eingliedert, irgendwann durchsetzt - und dass aus dem Nebenberuf irgend wann noch eine richtige hauptberufliche Produktion werden kann.

Informationen gibt es über
www.petersohn-holzfreunde.de .