Die Stadt Kronach, die Schützengesellschaft und die Freischießenbesucher atmen auf. Der Festplatzbetrieb wird heuer wie gewohnt bis 24 Uhr dauern. Die XXL-Nächte (bis 2 Uhr, Musik bis 1 Uhr) bleiben ebenfalls unangetastet.

"Auf Anregung des Gerichts haben der Kläger und die Stadt Kronach den Eilantrag mittlerweile für erledigt erklärt, so dass das gerichtliche Eilverfahren abgeschlossen ist und eine Sachentscheidung in diesem Verfahren des vorläufigen Rechtsschutzes nicht mehr ergehen wird", teilte das Bayerische Verwaltungsgericht Bayreuth am Donnerstag in einer Pressemitteilung den neuen Sachstand mit.

Noch am Tag zuvor war unklar, ob der zeitliche Rahmen des Volksfestes so bleiben kann, wie ihn die Stadt Kronach in ihrem Bescheid vom 5. Juni bestätigt hatte. Ein Anwohner hatte Klage zum Verwaltungsgericht erhoben und einen einstweiligen Rechtsschutz per Eilantrag gefordert. Demnach hätten die Festzeiten auf 23.30 Uhr und an den XXL-Nächten auf 24 Uhr beschränkt werden müssen. Außerdem sollten die Lärmimmisionen, vor allem der Musikdarbietungen, begrenzt werden, wie das Gericht mitteilt.


Belastung unzumutbar

"Angesichts der Dauer des Kronacher Freischießens von elf Tagen und des täglichen Beginns des Festbetriebs um 11 Uhr hält der Kläger [...] die bestehende Lärmbelästigung für unzumutbar", nennt das Gericht die Begründung für die Klage. Weiter sei der Anwohner auch der Ansicht, dass die Tradition die derzeitige Gestaltung des Festbe triebs nicht decke.

Nach der Einstellung ist ein kurzfristiges Veto für den gewohnten Festbetrieb zwar vom Tisch, aber langfristig wird das Thema aktuell bleiben. Das Klageverfahren ist nämlich weiter anhängig, wie das Gericht berichtet. Dennoch muss eine Entscheidung über das Freischießen ab 2015 nicht zwingend vor Gericht fallen. "Der Kläger, die Schützengesellschaft und die Stadt Kronach haben sich darauf verständigt, im Herbst für die kommenden Jahre eine gemeinsame Regelung zu suchen, die den jeweiligen Interessen so gut wie möglich Rechnung trägt", heißt es in der Mitteilung des Gerichts.

Auf eine außergerichtliche Einigung für das Klageverfahren hofft auch Hauptamtsleiter Stefan Wicklein von der Stadt Kronach. Die Schützengesellschaft sei darauf bedacht, in den Verhandlungen ein nachbarschaftliches Verhältnis zu wahren, betont er. Die Stadt selbst sei zufrieden, dass der vorgesehene Festbetrieb jetzt gesichert sei. Wicklein unterstreicht aber auch, dass sich eine Einigung in diesem Verfahren nur auf das Freischießen beziehen werde - sie habe nichts mit anderen Veranstaltungen auf dem Schützenplatz zu tun.

Dass man beim Kläger auf offene Ohren für eine außergerichtliche Einigung stößt, lässt ein Telefonat mit ihm erahnen. "Es gibt eine einvernehmliche Regelung", geht er auf das abgebrochene Eilverfahren ein. Und er bestätigt: "Wir sind auf einem guten Weg."


Tragfähige Lösung suchen

Worte, die auch für Schützenmeister Frank Jungkunz Balsam sind. "Wir werden auf den Kläger zugehen. Das hätten wir aber auch im Falle eines Eilverfahrens getan", versichert er auf unsere Anfrage. Das Freischießen 2014 sei jetzt erst einmal gesichert. Nun gelte es, eine tragfähige Lösung für die nächsten Jahre zu finden. "Aber da bin ich zuversichtlich."

Zum abgebrochenen Eilverfahren stellt Jungkunz fest, dass die Schützen sehr glücklich seien, dass die Angelegenheit auf diese Weise erledigt werden konnte. Seinen Informationen nach hatte der Hinweis des Verwaltungsgerichts an die beiden Parteien beinhaltet, dass der Stadt Kronach im Streit um den einstweiligen Rechtsschutz gute Karten eingeräumt wurden.
Unabhängig von den Erfolgsaussichten vor Gericht - wäre der Rechtsstreit um eine Eilentscheidung fortgesetzt worden - freut sich Jungkunz, dass nun von allen Beteiligten eine einvernehmliche Lösung anvisiert wird. "Da lebt man leichter - beide Seiten", unterstreicht der Schützenmeister.