Überall wuselt es - auf den Bastionen, im Wallgraben, rund um die Gebäude der Festung. Ein Handy klingelt: der Anruf einer Gruppe aus Ungarn, die auf dem Weg nach Kronach ist. Gleichzeitig wird nach Trassierband gefragt, an der Ausschilderung und beim Aufbau der Stände und Hütten gewerkelt. Es geht auf dem Bollwerk schon die ganze Woche zu wie in einem Bienenstock. Und Pressesprecher Jürgen Jakob sowie die anderen Organisatoren und Helfer des Historischen Vereins Kronach (HVK) stecken mittendrin in den Vorbereitungen "ihres" vierten Crana-Historica-Festivals.


Beginn jeweils um 9 Uhr

Vom Samstag bis zum Montag (jeweils ab 9 Uhr) findet das Event statt. "Mit einem völlig überarbeiteten Konzept" wird es aufwarten, wie Jakob berichtet.

Es sei eine große Herausforderung, die vielen Facetten von Crana Historica unter einen Hut zu bringen, sagt er. Damit spielt Jakob auf die Kombination aus Markttreiben, Musik, Lagerleben und geschichtlichen Darstellungen an, die schon dreimal Tausende Menschen in die Kreisstadt gelockt haben. "Crana Historica ist mittlerweile ein fester Begriff in der Szene und zum Aushängeschild geworden", ist der Pressesprecher überzeugt.

Heuer wird es allerdings eine einschneidende Veränderung geben. Die große Konzertbühne fällt weg. Elektronik, Lightshows und Verstärker weichen handgemachter Musik. "Die erlesenen Musiker spielen dabei nicht nur zu Konzerten auf, sondern sind auch tagsüber am Markt und in den Lagern unterwegs", erklärt Jakob die neue Ausrichtung.


Markt- und Lagerleben

"Neben dem exquisiten, internationalen Musikprogramm wird es auch wieder ein sehr vielfältiges Markt- und Lagerleben mit vielen Attraktionen zum Mitmachen geben." Kinder und Erwachsene sollen dabei gleichermaßen auf ihre Kosten kommen. Jakob spricht von Schaukämpfen, Fechtvorführungen, Märchenerzählern, Stabpuppentheater, Tänzen, Feuershows und Kanonendonner - und von so manchem Leckerbissen aus der Vergangenheit, der an diesem Tag Pizza, Pommes und Döner ins Abseits stellen wird.

In den Feldlagern werden die vielen historischen Gruppen das Leben von der Ritterzeit bis hin zur napoleonischen Ära widerspiegeln und ihre Kampfkünste unter Beweis stellen. Im äußeren Wallgraben werden sie sogar historische Feldschlachten nachstellen.

Während des Festivals können zudem auf der Bastion Kunigunde historische optische Instrumente in Augenschein genommen werden. "Ein weiteres Highlight ist ein historischer Kochwettbewerb. Die Speisen werden wie in alten Zeiten in den Lagern der verschiedenen Jahrhunderte traditionell zubereitet und anschließend verkostet", erklärt Jakob und verspricht: "Geschichte hautnah erleben und begreifen, sie schmecken, hören und selbst Teil davon werden, das alles wird den Besuchern geboten."


Shuttle-Service zur Festung

Auch wenn sich die Beine mancher Besucher vor dem Anstieg zur Festung sträuben, steht einem Abstecher zu Crana Historica nichts im Weg. Regelmäßig verkehren von den Großparkplätzen im Stadtgebiet Shuttlebusse zur Festung und zurück.