Jeder Hundeliebhaber spitzt wohl beim Thema "Border Collies" die Ohren. Diese Hunderasse gehört schließlich zu den intelligentesten der Welt. Deshalb haben sich die Border Collies vor allem als Hütehunde bewährt. Besonders auf Grund ihrer lautlosen, geduckten und behutsamen Arbeitsweise sind sie unabdingbare Helfer in landwirtschaftlichen Betrieben und in der Hobby-Schafhaltung.

Wie die Border Collies genau arbeiten, kann man am 3. und 4. August in Wötzelsdorf bestaunen (der Weg ist ausgeschildert). Dort treffen sich Hütehunde und ihre Besitzer aus ganz Deutschland zum so genannten Trial - so heißen die Hüte-Wettbewerbe, bei denen Hund und Halter zeigen, was sie als Team können. Beim Trial wird jedoch nur ein Auszug aus der täglichen Arbeit des Border Collies gezeigt.

"Das Training für diesen Trial ist eigentlich die tägliche, ganz normale Arbeit mit den Schafen", weiß Inka Herzbach. Die Kronacherin ist selbst Schafhalterin. Ihre beiden Border Collies "Wicky" und "Sam" helfen ihr beim Zusammenhalten der Herde, beim Verladen oder auch beim Abtrennen einzelner Tiere von der Herde. Beim Wettkampf werden Elemente aus dieser Hütearbeit herausgenommen.

Hunde müssen aktiv sein

Über lange Zeit wurde in diese Hunderasse bewusst der Hüte- beziehungsweise Jagdtrieb hin eingezüchtet. "Wenn die Tiere kein Training bekommen oder eben nicht arbeiten, sind sie nicht ausgelastet, und es kann zu Verhaltensstörungen kommen", weiß die Expertin.

Oft äußere sich das in Verhaltensweisen wie übermäßigem Ballspielen. Was für den Zuschauer lustig aussehe, sei eigentlich sehr erst. "Das nennt man "Ball-Junkie", sagt Inka Herzbach. Die Tiere hörten quasi nicht mehr auf, mit dem Ball zu spielen. "Das kommt daher, dass es bei der Ausbildung zum Hütehund keine Belohnung für den Hund gibt." Die Ausbildung fuße also auf einer Selbstbestätigung.

Bei der Arbeit werde sehr viel Adrenalin ausgestoßen, denn der Hund müsse sich enorm auf die Schafe konzentrieren und jede Bewegung mit verfolgen. Es sei also vielmehr eine geistige als eine körperliche Arbeit. Zu diesem Adrenalinausstoß komme es auch, wenn der Hund Ball spiele. "Er kommt dann nicht mehr runter", erklärt Herzbach.

Fit in Kopf und Körper

Die Vierbeiner müssen ihren Worten nach neben der Konzentrationsarbeit auch über eine enorme körperliche Fitness und Ausdauer verfügen. "Meinen Hunden füttere ich deshalb sehr hochwertiges Futter", verrät die Hundeliebhaberin. Frisches Fleisch und Gemüse stehen auf dem Speiseplan der Border Collies. Wie viel der Vierbeiner braucht, ist individuell verschieden, können die meist schwarz-weißen Hunde doch zwischen zwölf und 25 Kilogramm schwer werden.

Am Wochenende werden auch Inka Herzbachs siebenjährige Hündin "Wicky" und deren dreijähriger Sohn "Sam" am Start sein.

Der Wettbewerb im Überblick

Gestartet wird beim Trial in Wötzelsdorf in drei Klassen - je nach Ausbildungsstand des Hundes. Bis er die höchste Ebene (Stufe 3) erreicht hat, braucht er bis zu einem Jahr Training. Vier Hektar groß ist das anspruchsvolle, hügelige Wettbewerbsgelände, auf dem im Alltag die Schafe von Schäfer Waldemar Sterzer weiden. Am kommenden Wochenende stellt Iris Pestinger ihre Leinenschafe für den Wettbewerb zur Verfügung. 37 Hunde mit ihren Herrchen nehmen teil. Eröffnet wird der Trial am Samstag um 10 Uhr durch die Vierbeiner der Klasse 3. Frauke Sprengler wird als Preisrichterin fungieren. Ausrichter sind Inka Herzbach, Katharina Stop und Iris Pestinger.