Vom fernen Ostasien mitten in den Naturpark Frankenwald: Das Unternehmen LeadMould eröffnet einen neuen Standort in Steinwiesen. Das global agierende Unternehmen mit Hauptsitz in China hat sich auf Werkzeug- und Formenbau für die Automobilindustrie spezialisiert.

In Anbetracht des wachsenden europäischen Marktes habe das Unternehmen 2017 beschlossen, einen weiteren Standort außerhalb von China zu eröffnen. "Zuletzt haben 43,8 Prozent unseres Umsatzes im Bereich Formenbau in Europa umgesetzt", erklärt Ralph Börner, Leiter des deutschen LeadMould-Büros. Änderungs-, Reparatur- und Wartungsarbeiten für europäische Kunden, die bisher über einen externen Partner liefen, sollen ab Mitte des Jahres in Steinwiesen erfolgen.


Offizielles Büro seit 2017

Börner selbst stammt aus dem Landkreis und arbeitete in den vergangenen Jahren auch von der Kreisstadt aus für das Schweizer Unternehmen Carates AG. 2015 fusionierten die Schweizer mit dem chinesischen Formenspezialisten - seit letztem Jahr findet man in der Rosenau die offizielle Niederlassung von LeadMould. Bisher kümmerten sich Börner und sein Team von dort aus vorrangig um Vertriebsmaßnahmen und Projektmanagement.

Neben Wartungs- und Reparaturarbeiten könnte in Steinwiesen künftig auch Neuwerkzeugbau in Kooperation mit chinesischen Partnern erfolgen. "Uns stehen im Bereich der Fertigung alle Spielwiesen offen", sagt Börner - nicht zuletzt wegen der dankbaren Personalsituation in Oberfranken. "Personell kann ich hier aus den Vollen schöpfen" sagt Börner über die Vorzüge der Standortwahl.


Neue Arbeitsplätze entstehen

Steinwiesen habe ein großes Einzugsgebiet, für die ausgeschriebenen Stellen kamen Bewerber aus allen umliegenden Regionen. Zehn Mitarbeiter will LeadMould zu Beginn beschäftigen, bis 2019 sollen circa 20 Angestellte in Steinwiesen arbeiten. Wie das Unternehmen letztlich auf Steinwiesen kam?

"Eine längere Geschichte und viel, viel Glück", sagt Börner. Ursprünglich angedacht war der Standort in Eisenach, ein Vorvertrag bereits unterzeichnet - doch das Objekt war kurzfristig nicht mehr verfügbar. Auf dem Weg nach Schwarzenbach am Wald erinnerte sich der gebürtige Kronacher Börner dann an das ehemalige Dreefs-Gebäude. Ein spontaner Besuch vor Ort offenbart den Leerstand und nach einer Woche schneller Verhandlungen konnte er die Halle anmieten.

Seit November finden Renovierungsarbeiten statt. Witterungsbedingt mussten Fundamentarbeiten für eine Krananlage aufgeschoben werden. "Wir sind in den letzten Atemzügen", sagt Börner. Mit einer Verzögerung von circa sechs Wochen soll es aber Mitte Juni bis Anfang Juli losgehen. Auch wenn der Standort zum Beispiel durch die Autobahnanbindung durchaus attraktiv sei, gebe es ein großes Manko: die Zufahrtssituation über die Nurner Brücke.

Diese ist auch für alteingesessene Unternehmen in Nurn oder Tschirn ein Problem, sagt Steinwiesens Bürgermeister Gerhard Wunder (CSU). Momentan liegt die maximale Traglast der Brücke bei 16 Tonnen - Lieferverkehr mit Schwerlast muss einen Umweg nehmen oder eine Sondergenehmigung beantragen. "Die Brücke wird gebraucht", sagt Wunder, "wir kämpfen dafür schon seit über zehn Jahren." 2019 soll es nun soweit sein. Momentan stünden zwar noch Gespräche zu möglichem Grundstückserwerb offen, die Planung sei aber abgeschlossen und bereits mit dem Bauamt abgesprochen, so Wunder.


Planung steht bereits

Das bestätigt Gunter Dressel, Sachgebietsleiter Kreisstraßen im Landratsamt Kronach. Ergebnisse letzter Bodenproben werden momentan in die finale Planung für die sogenannte Auflastung und Sanierung der Brücke eingearbeitet - anschließend soll ein Förderantrag an die Regierung gestellt werden. Insgesamt werden circa 1,2 Millionen Euro für das Projekt fällig, so Dressel. Ein großer Teil, rund 90 000 Euro, werde der Landkreis tragen müssen - abzüglich möglicher Fördergelder. Den kleineren Teil übernimmt der Freistaat Bayern. Voraussichtlich beginnen die Arbeiten im Frühjahr 2019 und werden bis zum Ende des Jahres andauern. Im nächsten Schritt, voraussichtlich ab 2020, soll ein weiterer Straßenabschnitt vom Ortsende Nurn bis zum Waldanfang forciert werden.