Auf den ersten Blick könnte man meinen, es wäre alles für ein Festessen mit allerlei Leckereien angerichtet. Aber dann sieht man was? Butterbrote! Mit und ohne Kräuter, Vollkorn oder Knäckebrot, alles ist vorhanden. Und Kinder, viele Kinder. Die Klassen 4a und 4b der Grundschule Steinwiesen haben im Lehrplan nämlich auch so schöne Themen wie "Vom Rohstoff zum Produkt" stehen. Und diesmal hieß es: "Von der Milch zur Butter". Und wie so oft im Leben schmeckt einfach das besser, was man selbst gemacht hat.
Aber zum Anfang: Es ist in unserer eher ländlichen Gegend noch einigermaßen leicht, den Kindern zu erklären, wo die Lebensmittel herkommen. Bedenkliche Antworten wie "von der lila Kuh" oder "wir gehen nur in den Supermarkt" gibt es an der Steinwiesener Schule nicht zu hören. Der Bezug ist noch da zur Landwirtschaft und zu den Tieren. Wenigstens gesehen hat man die Kuh schon mal. Und dass sie die Milch gibt, die man zu guter Butter verarbeiten kann, wissen die Jungen und Mädchen ganz genau.

Das richtige Rezept


Doch wie können die Kinder selbst diesen Brotaufstrich machen? Marco Schulze aus Neufang weiß, wie früher Butter hergestellt wurde: "Im Butterfass haben die den Rahm gestampft, das hat drei Stunden gedauert", sagt er. Das wäre für den Unterricht zu lange. Deshalb benutzten die Schüler Handrührgeräte. Eva Müller verfeinert die Butter dann noch mit Kräutern. "Ich mag gerne Kräuterbutter, die schmeckt nach Petersilie und Schnittlauch", sagt sie.
Doch wie genau macht man nun die Butter in der Schulküche? Eigentlich sollte sie ja aus frischer Kuhmilch bestehen, von welcher der Rahm abgeschöpft wird. Dieser wird erhitzt auf 70 Grad und anschließend wieder abgekühlt. Dann wird er mit dem Handrührgerät so lange geschlagen, bis er gelb und klumpig wird.

Woher bekommt man frische Milch?


Doch es gab keinen Bauern, der frische Kuhmilch für das Unterrichtsexperiment liefern konnte, und die Milch aus dem Geschäft ist schon so behandelt, dass man keinen Rahm mehr abschöpfen kann. Doch die Lehrerinnen Mirjam Demuth und Roswitha Zenk wussten eine Lösung. Sie benutzen einfach Schlagsahne - und das funktioniert prächtig.
Auch die Sahne wird durchgemixt, bis sie gelb und klumpig ist und sich die Milch abgesetzt hat. Dann wird sie in ein Sieb geschüttet und so die Rohbutter von der Milch getrennt. Anschließend waschen die Schüler die gelbe Masse noch ab. "Zum Schluss wird die Butter in Butterformen aus Holz gegeben. Die haben wir vorher gut eingeweicht", erklärt Paula Kukowski. Nach einiger Zeit wird die Butter schön fest und kann aus diesen Buttermodeln gelöst werden.

Kinder sind begeistert


So sind wir wieder beim Festessen. Sogar die abgeseihte Milch begeistert die Schülerinnen und Schüler. "Da hol ich mir noch einen Becher", ruft Tim Ströhlein begeistert, und Emely Geiger leckt sich genussvoll die Lippen, bevor sie sagt: "Da könnte ich mich dran gewöhnen."
Es ist eine Freude, zuzuschauen, wie es den Kindern schmeckt - auch wenn manche zuerst zaghaft zugreifen, aber dann schnell auf den Geschmack kommen. "Ich esse auch zu Hause Butterbrot, aber meistens mit Wurst drauf", gesteht Pascal Ströhlein. Lehrerin Roswitha Zenk ist überrascht, dass in unserer von Döner und Hamburger geprägten Gesellschaft den Kindern ein Butterbrot doch noch so gut schmecken kann.