Die Brücke der Ortsumgehung in Wallenfels-Ost ist seit Wochen halbseitig gesperrt, weil sie saniert werden muss. Arbeiter der Ebensfelder Firma Raab haben zunächst die Fahrtrichtung Hof neu gemacht, nun ist die Fahrtrichtung Kronach dran. Die Gesamtkosten der im Zuge der Ortsumgehung von Wallenfels im Jahr 2002 errichteten Brücke bezifferte Jürgen Woll, Leiter der Servicestelle Kronach des Staatlichen Bauamts Bamberg, mit 190 000 Euro.

Woll sagte, es sei bitter, dass die Brücke schon nach zwölf Jahren aufwendig saniert werden müsse, den damaligen Verantwortlichen sei jedoch kein Fehlverhalten vorzuwerfen, denn es sei nach den Vorschriften und dem Stand der damaligen Technik gearbeitet worden. Bei der betreffenden Brücke habe man ein Abdichtungsproblem, vor allem gegen salzhaltiges Wasser, das den Beton und das Eisen der Brücke schädige. Vor zwölf Jahren habe man zur Abdichtung einen flüssigen Kunststoff aufgesprüht, doch das habe bei der Brücke in Wallenfels - und einer Reihe von weiteren Brücken auch - leider nicht funktioniert. Feuchtigkeitsreste hätten zu Blasenbildung geführt. "Teilweise ging das auch bis unter die Kappen, so dass wir auch die Bordsteine und einen Streifen des betonierten Gehsteigs wegstemmen mussten", bedauerte Jürgen Woll.


Die Feuchtigkeit kann abfließen

Die Bauarbeiter haben zunächst die Asphaltschicht abgefräst und einen Streifen des Betons samt Bordsteinen entfernt, um die Stahlarmierung freizulegen. Anschließend wurde abgedichtet und dafür gesorgt, dass eindringendes Wasser durch Tropftüllen nach unten abfließen kann. Wer sich von den die Baustelle passierenden Autofahrern gefragt hat, warum dort Steine liegen, aus denen Eisen ragen, für den hat Vorarbeiter Georg Kunzelmann die Antwort: "Die Granit-Bordsteine müssen im Beton, den wir dahinter gießen werden, fest verankert werden, denn wenn ein Laster den Bordstein mit den Reifen streift, lockert sich der Stein."


Zum Schluss kommt Asphalt drauf

Die Granit-Bordsteine sitzen auf so genanntem Einkorn-Beton. Das ist ganz grober Quarzsand, der mit Epoxyd-Harz vermischt wird. Das macht die Schicht wasserdurchlässig, so dass eventuell eindringendes Wasser abfließen und nach unten durch die Tropftüllen abgeleitet werden kann.

Zwischen die Bordsteine und den Altbeton wird mit neuem Beton aufgefüllt. Das hält dann bombenfest. Zum Schluss wird noch die Asphaltdecke aufgebracht. Das dauert noch einige Zeit. Die Autofahrer müssen sich also noch auf einige Tage Wartezeit an der Ampelanlage einstellen. Doch die Schlangen an den mittels Bewegungsmeldern verkehrsgesteuerten Anlagen ist relativ gering, obwohl die Bundesstraße stark befahren ist.