"Machet die Tore weit" - was gibt es zur Weihnachtszeit Festlicheres und Schöneres als das feierliche Spiel der Blechblasinstrumente mit ihrem unvergleichlich majestätischen Klang? Musik zum dritten Advent stand auf dem stimmungsvollen Programm des Adventskonzerts am Sonntagabend, das mit eben dieser so freud- und hoffnungsvollen Komposition - dargeboten von der Bläsergruppe St. Georg Friesen - ihren imposanten Beginn fand.

Eine Stunde lang bereiteten in der von vielen Kerzen in ein sanftes Licht getauchten Friesener Pfarrkirche die Mitwirkenden - die Bläser, der Katholische Kirchenchor sowie der Männergesangverein "Cäcilia" Friesen - ihrem Publikum eine große musikalische Freude zur Vorweihnachtszeit.

Hellstrahlende Frauenstimmen, profunde Männerstimmen: Mit ausgewählten Kompositionen sorgten die beiden Chöre für beeindruckende Hörerlebnisse. Einfühlsam und in einer sehr frischen Art und Weise stimmte der Kirchenchor solch frohe Botschaften des lebendigen Herrn wie "Er kommt, er kommt" sowie "Hosianna, Davids Sohn" aus der Feder von Johann Georg Herzog an. Unter
Leitung von Dekanatskantor Marius Popp harmonierten die schönen Stimmen prächtig und fügten sich zu einem harmonischen Ganzen zusammen. Der fein abgestimmte Gesang klang wie aus einem Guss.

Im weiteren Verlauf des Konzerts ließen die Sängerinnen und Sänger noch die musikalischen Perlen
"Unser lieben Frauen", "Wie lieblich sind" und das mitreißende "Jubilate" erklingen. Ein bedeutender Kulturträger ist auch der von Theo Wich geleitete Männergesangverein "Cäcilia". Die kraftvollen Männerstimmen boten beim Konzert "Hoch tut euch auf", "Stilles Licht und Lobgesang" sowie "O Freude über Freude" dar. Vom ersten bis zum letzten Takt sorgten sie dabei für eine andächtige und ruhige, geradezu meditative Stimmung. So schön und beglückend kann Chormusik sein!


Mitten ins Herz

Zurücklehnen, genießen und träumen bei einer Musik, die mitten ins Herz geht: Die imposanten musikalischen Glaubensbekenntnisse "Machet die Tore weit", "Passacaglia" und "Tauet Himmel den Gerechten" wurden von den Bläsern durch edle Tonqualität, Genauigkeit und differenzierte Interpretation faszinierend zur Geltung gebracht. Über was für eine Klangvielfalt verfügt doch so eine so "schlichte" Bläsergruppe, wenn sie auf eher "unspektakuläre", dafür aber umso eindringlichere und berührende Art und Weise das Wort Gotte verkündet!


Gänsehaut pur

Höhepunkt war die wunderschöne Instrumentalversion des Welthits "The Rose" - "Die Rose": herzergreifend, sondergleichen, Gänsehaut pur! Wahrlich zum Träumen schön waren auch die von
Marius Popp virtuos auf der "Königin der Instrumente" dargebotenen Pastoralen der italienischen Barock-Komponisten Domenico Zipoli und Arcangelo Corelli. Dies gilt auch für das von den Bläsern und dem Chor ausgewogen, emotional und in bester Harmonie angestimmte "Ach bleib bei uns"
mit der unerreichten melodischen Schönheit eines Johann Sebastian Bach. Die anmutig klangvollen Töne schwebten vom Altarraum nur so durch das Kirchenschiff - und das Publikum hörte wie gebannt zu - mit geschlossenen Augen, in sich versunken, ergriffen losgelöst. Die Menschen ruhten aus von
der Hektik des Alltags und spürten sich selbst - bei absoluter Stille.


Klanggewaltiger Abschluss

Krönender Abschluss des zu Herzen gehenden Konzerts war das von allen Mitwirkenden, der Gemeinde und der Orgel gemeinsam zum Klingen gebrachte Lied "Macht hoch die Tür".

Mit langem Beifall bedankten sich die Gäste für das einstündige Musikerlebnis, das sie bei ihrem Weg aus der Kirche noch immer in einen besonderen Zauber hüllte. Zugleich hatte es einmal mehr gezeigt, wie glücklich wir uns schätzen dürfen, solche tief berührenden musikalischen Glaubensbekenntnisse das ganze Kirchenjahr über genießen zu dürfen. So sah dies auch Pfarrer Sven Raube, der allen Mitwirkenden dankte. Zwischen den Stücken hatte sich dieser mit besinnlich-nachdenklichen Gedanken zum Advent eingebracht - Advent, für ihn eine besondere Zeit der Einladung, Begegnung,
Hoffnung, Sehnsucht, Umkehr, Versöhnung, Vorfreude und Vorbereitung. Dabei trug er auch die besinnliche Geschichte von den "4 Kerzen am Adventskranz" vor - Frieden, Glauben, Liebe und Hoffnung.