27 000 Besucher im Jahr sind eine stolze Bilanz für den Jugend- und Kulturtreff "Struwwelpeter" in Kronach. So erfreulich die selbst an "normalen Tagen" 80 bis 100 Gäste für Leiter Samuel Rauch sind, so leidet über die Jahre doch die Substanz der Einrichtung in der Rodacher Straße unter der guten Nutzung.

Ein Zeichen setzen

"Wir versuchen natürlich, das Gebäude in Schuss zu halten", stellte Rauch im Gespräch mit dem Fränkischen Tag fest, "aber irgendwann laufen eben bauliche Sachen auf". Deshalb befasste sich der Kronacher Stadtrat am Montagabend mit der Zukunft des Gebäudes.

"Die Träger haben signalisiert, dass ihnen das Jugendzentrum wichtig ist", wertet Rauch das grundsätzliche Interesse, sich mit einer Sanierung des "Struwwelpeters" zu befassen, als sehr positives Signal für die dort geleistete Arbeit und den Wert der Einrichtung. Im Stadtrat ging es darum, einen Grundsatzbeschluss zur Sanierung zu fassen. Und der fiel bei allen Gruppierungen sehr positiv aus.

Ein Finanzierungsmodell sieht Kosten von 240 000 Euro vor. "Es ist dringend notwendig, eine Sanierung herbeizuführen", betonte Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) in der Sitzung am Montagnachmittag. Er freute sich, dass er auch die beiden anderen Träger der Einrichtung, den Landkreis Kronach und die Erzdiözese Bamberg (Sanierungsanteil je 50 000 Euro), an der Seite der Stadt weiß. 40 000 Euro sollen zudem bei der Oberfrankenstiftung beantragt werden.

Gute Arbeit gelobt

Markus Oesterlein (CSU) lobte die hervorragende Arbeit, die im Jugendtreff geleistet werde und meinte: "Es ist ein guter Schritt, jetzt ein klares Zeichen für den ,Struwwelpeter‘ zu geben." Hans Simon (SPD) bat darum, bei der Sanierung möglichst auch auf Barrierefreiheit zu achten.

Tino Vetter (FW) fragte nach, ob noch Fördermöglichkeiten ausgelotet werden können. Hubert Zapf von der Stadtverwaltung musste hierzu jedoch die Hoffnungen zerstreuen: "Da sind wir an den Gegebenheiten des Hauses gescheitert." Aufgrund derer sei es teilweise unmöglich, die Vorgaben für eine Förderung zu erfüllen. Doch die Träger hätten sich glücklicherweise entschieden, die Sanierung gemeinsam zu schultern, obwohl dem Grundlagenvertrag zu Folge eigentlich die Kreisstadt für den Bauunterhalt zuständig sei.