Reitsch Lange musste der Gemeindeteil der Bergwerksgemeinde Stockheim auf den Baubeginn der einfachen Dorferneuerung warten. "Jetzt geht es endlich los!", verkündete Bürgermeister Rainer Detsch im Rahmen der Bürgerversammlung am Donnerstagabend in der Halle Porzelt in Reitsch. Er betonte dabei, dass mit den Maßnahmen der Dorferneuerung die Lebens- und Wohnqualität im Dorfkern erheblich gesteigert werde.

Lange in Planung

Schon Ende 2014 fand der eigentliche Startschuss für die Dorferneuerung statt. Es begann mit einer Bürgerversammlung. Daraus bildete sich eine Projektgruppe, die schon Anfang 2015 loslegte. Mit großer Unterstützung und Hilfestellung durch das Amt für ländliche Entwicklung (ALE) in Bamberg besuchte man gemeinsam die Schule der Dorf- und Flurentwicklung in Klosterlangheim.

Im Sinne der Ziele der Dorferneuerung sollten die Bürgerinnen und Bürger bei der Gestaltung ihres eigenen Lebensraumes mitwirken. Dies machten dann die Mitglieder der Projektgruppe mit großem Engagement.

Behutsames Vorgehen im Einklang mit Mensch, Natur und Umwelt war eine Richtschnur.Die dörflichen Strukturen will man in Reitsch erhalten, Gemeinschaft und Brauchtum fördern.

Es fanden noch viele Abstimmungsgespräche mit Behörden, Planern und Bürgern statt, ohne dass sichtbare Ergebnisse vorlagen. Eine zeitliche Verzögerung brachte auch das Starkregenereignis in Eila 2016. Da man ein ähnliches Ereignis in Reitsch mit dem Grünerbach in der Ortsmitte nicht ausschließen kann, waren neue Planungen im wasserwirtschaftlichen Bereich unerlässlich. "Das hat uns sicher weit über ein Jahr an Zeit gekostet, war aber dringend notwendig", so der Bürgermeister.

Mittlerweile fanden aber auch schon zwei Häuserabrisse im Ortskern statt, die als Vorboten der Dorferneuerung gelten können. Die Grundschüler wollten schon am Grundstück des ehemaligen Gebäudes am Dorfplatz mit der Anlage einer Blühwiese beginnen. Sie werden sich allerdings etwas gedulden müssen, bis die Baumaßnahmen an der Dorfstraße und am Dorfplatz mit wichtigen Kanal-, Straßen- und Brückenbaumaßnahmen abgeschlossen sind, was wohl erst Ende 2020 der Fall sein wird.

Straße wird komplett gesperrt

Definitiv ab Dienstag, 21. Mai, wird eine Straßenvollsperrung der Ortsdurchfahrt notwendig. Diese wird in diesem Jahr mindestens bis Ende Oktober und zeitweise auch nächstes Jahr erfolgen.

Eine Umfahrungsmöglichkeit der Baustelle für Anwohner wurde in den letzten Tagen errichtet. Eine weiträumige Umleitung erfolgte in Absprache mit den Verkehrssicherheitsbehörden. Die überörtlichen Umleitungen werden weiträumig ausgeschildert. Schulbusverkehr und öffentlicher Personennahverkehr sind in gewohnter Fahrplanzeit möglich. Die innerörtliche Bushaltestelle in Reitsch wird während der Bauphase an den Parkplatz des Sportplatzes in der Engelsgasse verlegt.

Wie geht es weiter?

Begonnen wird mit den Kanalarbeiten. Das Brückenbauwerk der Dorfstraße wird abgerissen und neu aufgebaut. Ab Oktober soll die Vollsperrung über die Wintermonate aufgehoben werden.

Auf Nachfragen von Bürgern hinsichtlich Flexibilität der Baustelle, erklärte das Gemeindeoberhaupt, dass man im ständigen Kontakt mit der Bauleitung stehe und es natürlich auch den Anliegern möglich ist, sich in ihrem direkten Umfeld einzubringen.

Sinn der einfachen Dorferneuerung ist es die Attraktivität zu erhöhen und das Bewusstsein fürs dörfliche Leben und die Identität zu stärken. Die Bürger wollen mitmachen, sind motiviert und engagiert dabei.