An der stark befahrenen Kreuzung der Bundesstraßen 173 und 85 in Kronach zwischen Siedlung und Fröschbrunn kristallisiert sich seit geraumer Zeit ein Gefahrenherd heraus. Manche Passanten nutzen die "Abkürzung" zwischen Wohn- und Gewerbegebiet direkt über die vierspurige Strecke.

Diese riskante Zeitersparnis resultiert wohl aus dem Wegfall der Unterführung für Fußgänger und Radfahrer, wie uns auch schon Anwohner in den vergangenen Monaten bestätigten. In der Folge ist für eine sichere Überquerung der Straße seit längerer Zeit ein Umweg erforderlich. Sporadisch auftretende Probleme mit der Hubbrücke auf dem Landesgartenschau-Gelände - eine der alternativen Verbindungen - sorgten dabei für zusätzlichen Verdruss bei Anwohnern.

"Wir haben mitgeteilt, dass bereits Leute auf der Straße gesehen wurden", berichtet der Kronacher Hauptamtsleiter Stefan Wicklein auf unsere Nachfrage, warum das Thema in der jüngsten Stadtratssitzung wieder auf der Tagesordnung gelandet war. In der Sitzung hatte Wicklein dem Gremium erklärt, dass die Stadt vergeblich auf eine kurz- bis mittelfristige Lösung durch das Staatliche Bauamt Bamberg gedrängt habe.


Stadt will nicht warten

Er unterstrich, dass die Verwaltung dennoch nicht locker lassen werde. Denn bis zu einer angedachten Ertüchtigung der Ortsdurchfahrt in mehreren Jahren wolle man das Thema nicht aussitzen.

Unsere Zeitung konfrontierte Baudirektor Uwe Zeuschel vom Staatlichen Bauamt Bamberg mit den Aussagen aus der Ratssitzung. Seine Antworten offenbaren einen Hoffnungsschimmer für eine nicht allzu ferne Lösung.

Gibt es eine Chance, dass doch noch kurz- oder mittelfristig eine Querungsmöglichkeit in diesem Bereich geschaffen wird?
Uwe Zeuschel: Der Bau einer neuen Querungsmöglichkeit an gleicher Stelle ist eine grundsätzliche Lösungsmöglichkeit. Die endgültige Lösung hängt von den Ergebnissen der Verkehrsuntersuchung zum Ausbau der B 173 in der Ortsdurchfahrt Kronach ab; muss der Knotenpunkt B173/B85 Richtung Weißenbrunn umgebaut werden? Eine dritte Anbindung der Industriestraße - ja oder nein? Wenn ja, wo? Wenn nein, was dann? Sofern sich durch die Verkehrsuntersuchung veranlasste Änderungen an dem bestehenden Knotenpunkt B 173/B 85-Weißenbrunn ergeben, ist die Frage der Fußgängerführung hier mit zu lösen.

Falls es kurz-/mittelfristig nicht mit einer Verbesserung der Situation klappt, wie würde es dann langfristig weitergehen?
Nicht klappen gibt's nicht! Kurzfristig wird es nix. Dafür ist die Gesamtlage - wie aufgezeigt - doch zu komplex. Mittelfristig werden wir zusammen mit der Stadt Kronach eine zufriedenstellende Lösung finden.

Warum wurde überhaupt auf den früheren Tunnel verzichtet?
Die Geh- und Radweg-Unterführung war ein Ingenieurbauwerk. Diese Bauten unterliegen alle drei Jahre einer turnusmäßigen Bauwerksprüfung, mit der die Standsicherheit, die Verkehrssicherheit und die Gebrauchstauglichkeit überprüft wird. Die letzte Prüfung hat ergeben, dass der Zustand des Bauwerkes eine weitere uneingeschränkte Befahrbarkeit, vor allem für den Schwerlastverkehr, nicht mehr zuließ. Die festgestellten statischen Unzulänglichkeiten des vorhandenen Bauwerks ließen auch keine dauerhafte und wirtschaftliche Sanierung zu.

Angeblich gehen im vierstreifigen Bereich Menschen die "Abkürzung" über die Straße. Wie beurteilen Sie diese Situation?
Unbestritten können sich seit dem Abriss der Unterführung für Fußgänger und Radfahrer Umwegigkeiten ergeben. Aber mit der "Hubbrücke" auf dem LGS-Gelände und der Shell-Tankstelle vor Ort ist ein verkehrssicheres Queren der B 173 nach wie vor möglich. Aber wie schon gesagt: Wir sind dran, zusammen mit der Stadt.