In der jüngsten Sitzung des Werkausschusses der Stadt Kronach informierte Technischer Leiter Jochen Löffler über die weitgehende Fertigstellung der Sanierung der Aussegnungshalle am Friedhof in Friesen. Lediglich ein Edelstahlgeländer fehle noch. Durch einen Rampenaufgang sei die Halle nun auch barrierefrei zugänglich. Die Kosten belaufen sich auf rund 20 000 Euro. Marina Schmitt sprach den Dank im Namen der Friesener aus. Die Maßnahme sei bei den Bürgern gut angekommen. Auch Bernd Liebhardt sprach von einer positiven Maßnahme.

Eigentlich war nur das Friedhofswesen und die Information über die Neugestaltung und Sanierung der Aussegnungshalle in Friesen auf der Tagesordnung der Sitzung des Werkausschusses der Stadt Kronach am Montag im Rathaus. Doch dann legte die Verwaltung noch die Kostenrechnenden Einrichtungen Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung und deren Kalkulationen zur Beratung und zum Empfehlungsbeschluss vor. Marina Schmitt (SPD) zeigte sich überrascht und meinte, man sie werde keinen Empfehlungsbeschluss fassen können, da keine vorherige Informationen vorlagen. Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) bat um Verständnis, dass in Kürze der Zeit keine Information mehr möglich war, man könne dies auch als Vorbereitung zur nächsten Sitzung beraten.


Wasserverbrauch stagniert

Worum ging es? Zunächst blickte Technischer Leiter Jochen Löffler zurück auf die vergangene Kalkulationsperiode von 2014 bis 2017 und erörterte die Situation für den künftigen Kalkulationszeitraum 2018 bis 2021. Das Ergebnis der zurückliegenden Periode sei nahezu vollständig kostendeckend gewesen. Beim Wasser waren dies 12 051 Euro Unterdeckung, jedoch beim Abwasser sei eine Überdeckung von 320 000 Euro zu verzeichnen. Der Wasserverbrauch stagniert bei circa 840 000 Kubikmeter jährlich, beim Abwasser lag man bei circa 880 000 Kubikmeter und könne neu von 853 000 Kubikmeter ausgehen, die Minderung sei aber nicht dramatisch.

Allerdings sprechen Kostensteigerungen bei Energie und Personal für eine moderate Anpassung der Preise, zumal Investitionen im Bereich Wasser von 5,102 Millionen Euro und für Abwasserbeseitigung rund 4,303 Millionen Euro jeweils in den nächsten vier Jahren geplant sind.

Wolfgang Hümmer (CSU) meinte, bei rückläufigen Wasserverbrauch und steigenden Kosten sei es sinnvoll, einen Finanzpuffer zu haben. Dritter Bürgermeister Markus Wich erschienen die geplanten Investitionskosten zu niedrig. Man solle überlegen, ob nicht die kalkulatorischen Zinsen höher angesetzt werden und dadurch Luft für mehr Investitionskosten sei.


Prioritätenliste gefordert

Marina Schmitt (SPD) hingegen meinte, dass die Investitionsansätze zwar wichtig seien, aber es würden wohl kaum die angesetzten neun Millionen Euro umsetzbar sein. Ihrer Meinung nach sollte man eine Prioritätenliste erstellen und diese zur Entscheidung vorlegen. Sie drängte darauf, dass endlich die Wasserleitung von Dörfles nach Friesen in Angriff genommen werde. Werkleiter Löffler sagte zu, dass für 2018 350 000 Euro dafür angesetzt sind und man in 2018 die Maßnahme durchführen werde.

Edgar Dunst (SPD) schlug vor das Augenmerk auf eine flächendeckende Kanal- Kamerabefahrung zu legen, um zu wissen, wo was gemacht werden muss, und dafür Kosten zu ermitteln. Dazu regte Markus Wich an, ein externes Ingenieurbüro damit zu beauftragen. Das Personal der Stadtwerke wäre damit überfordert.

Während Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein einen Empfehlungsbeschluss über eine moderate Preisanhebung gerne gesehen hätte, empfahl Bernd Liebhardt (CSU) vor Jahresschluss noch eine Sitzung zur Beschlussfassung einzuplanen. Letztlich konnte man einstimmig den Beschluss fassen: Der Werkausschuss nimmt die Neukalkulation der Wasser- und Kanalgebühren für den Kalkulationszeitraum 2018 bis 2021 zur Kenntnis. Es wird jedoch empfohlen, die Rahmenbedingungen, die der Kalkulation zugrunde lagen - insbesondere, ob der Ansatz für laufende Sanierungsmaßnahmen des Wasser- und Kanalnetzes ausreichend ist -, nochmals zu prüfen und in der nächsten Sitzung eine Entscheidung zu treffen.

Die Änderung der Gebühren zum 1. Januar 2018 soll vorab durch Bekanntmachung im Kreisamtsblatt veröffentlicht werden. Die Erhöhung ist auf die Grundgebühr und Verbrauchsgebühr aufzuteilen.

Unter Sonstiges informierte Löffler über Arbeiten zur Entfernung von Efeu an der Stadtmauer in Nähe des Bamberger Tores. Leider sind hier Schäden am Mauerwerk aufgetreten, die die Stadtwerke noch länger beschäftigen werden. Auch das Gremium wird sich mit der Grünbepflanzung von Mauerwerken befassen müssen denn langfristig ist Efeu dem Mauerwerk schädlich oder zu kostenaufwändig in der Pflege.