Das Schmölzer Schlossherrenpaar Girle und Paul Pfisterer erlebt ständig neue Überraschungen. Gibt es gerade mal keine unerklärlichen Phänomene, dann findet sich fast nebenbei bei Renovierungsarbeiten ein Original-Waschtisch aus Sandstein. Auf wann genau man ihn datieren kann, weiß Paul Pfisterer bislang noch nicht, aber er stamme wohl aus der Zeit der Erbauung.

Im gleichen Zimmer fällt ein Geröllhaufen ins Auge, dahinter gähnende Leere. "Das könnte vielleicht der Einstieg zum Geheimgang sein", mutmaßt er und zeigt auf ein Loch von mehreren Metern Tiefe, das umrahmt ist von behauenem Sandstein. Diesen Geheimgang sucht Paul Pfisterer mit dem Eifer eines Entdeckers, den die unterschiedlichen baulichen Kuriositäten fast jeden Tag in Atem halten.

Vielleicht eine Hochzeitssuite?

"Im Waschtisch gab es ein Hornissennest und viel Müll. Irgendwann hat ihn jemand zugeschüttet, so dass er nicht einmal mehr zu erahnen war." Paul Pfisterer kann darüber nur den Kopf schütteln. Er steht dabei in einem Apartment im Erdgeschoss, das bis vor kurzem sogar noch bewohnt war.

Rußschwaden an den Wänden, ein alter Holzofen mitten im Raum. Wenig wohnlich sieht es hier aus, aber das soll sich bald ändern. "Wir werden es renovieren und dann vermieten. Vielleicht könnte es ja auch eine Hochzeitssuite werden?"

Das könnte sich auf jeden Fall auch Girle Pfisterer vorstellen, die in ihrem Schlosscafé auf einem hohen Lehnstuhl sitzt. Wie lange sie das noch tun kann, wird auf die Besucher ankommen. "Man kann hier fast alles kaufen", meint sie. Wenn jemandem der Stuhl, auf dem er gerade sitzt, gefällt - kein Problem: bezahlen und mitnehmen!" Das Gleiche gelte auch für die Bilder an den Wänden, die Kerzenständer oder die Dekoration. "Nur ich bin leider nicht käuflich", scherzt sie.

Nachdem der Boden im Café nach einem Wasserschaden erneuert wurde, schaltete die rührige Schlossherrin wieder voll in den Geschäftsmodus. "Ich habe jetzt eine ganz neue Theke und neue Kaffeemaschinen." Damit will sie ihre Gäste verwöhnen, die unter zahlreichen Kaffee- und Teesorten auswählen können.

Und von den Kaffeemaschinen schwenkt sie um zu einer Kunsthistorikerin. Wie diese ins Spiel kommt, oder wer das sein wird, erklärt Paul Pfisterer: "Wir handeln hier vor Ort mit Antiquitäten. Ab dem Frühjahr 2019 wollen wir eine Kunsthistorikerin beschäftigen, die sich damit sehr gut auskennt und den Leuten auch vieles erklären kann. Wer das sein wird, steht noch nicht hundertprozentig fest."

Was aber feststeht, ist das Programm mit monatlichen Veranstaltungen im und um das Schloss, das 2019 zahlreiche Gäste anlocken soll. 2018 soll aber erst noch ein "Märchen-Tag" ab 14 Uhr die Besucher verzaubern.