Luitgard Mölter geht gerne in Kronach spazieren, gerade im Frühling. Doch ihre gute Laune wandelt sich in Ärger, wenn sie ihren Blick über den Boden schweifen lässt. Die Schneehaufen schmelzen allmählich und braune Exemplare kommen zum Vorschein.

Doch sie bestehen nicht aus Schnee sondern Kot. Überall am Rand und sogar auf dem Weg liegen die braunen Haufen verstreut. "Eklig ist das", sagt Luitgard Mölter, die selbst vor vielen Jahren einen Hund hatte. Sie achtet konzentriert darauf, nirgends hineinzutreten. Tretminen, nennt sie sie.

Ihr Groll richtet sich nicht gegen die Tiere. "Die können ja nichts dafür." Luitgard Mölter sieht die Hundehalter in der Pflicht, die Hinterlassenschaften ihre Lieblinge aufzusammeln. "Der Schnee versteckt viel. Wahrscheinlich sind die Hundebesitzer auch zu bequem", vermutet Luitgard Mölter.

Gerade am Kinderspielplatz am Stadtgraben ist Mölter entsetzt von der Ansammlung der Hundehaufen. "Das ist doch auch gefährlich, wenn die Kinder da spielen", sagt sie und ist besorgt. Aber auf ihren Spaziergängen durch die Stadt trifft sie auch oft anständige Hundehalter, die den Kot eintüten. "Wenn ich sie dann anspreche und lobe, sagen sie, dass das doch selbstverständlich ist."

Das sieht auch Charlotte Stöckert so. Sie besitzt einen Laden in Kronach. Schon öfters hat sich vor der Tür Hundekot gefunden. Das Verhalten rücksichtsloser Bürger regt sie auf. Wenn Charlotte Stöckert mit ihrem Hund unterwegs ist, nimmt sie stets mehrere Tüten mit.

Doch immer wieder entdeckt sie bei den Spaziergängen volle Beutel im Gebüsch liegen. In Kronach gibt es ihrer Meinung nach nicht genügend Mülleimer. "Es schreckt sicherlich viele ab, wenn sie zehn Minuten laufen müssen, um den Kot zu entsorgen", erklärt Stöckert. Luitgard Mölter hält spezielle Hundekot-Mülleimer für sinnvoll. "Welche mit Deckel", sagt sie, dann wäre das Problem mit dem strengen Geruch behoben.

Strategisch verteilt

Im Stadtgebiet gibt es nach Schätzungen von Dieter Krapp vom Ordnungsamt etwa 50 Mülleimer. Dies werden vor allem an strategischen Punkten aufgestellt, beispielsweise in der Nähe von Ruhebänken, weiß Martin Burger vom Bauhof und erklärt, dass die Mitarbeiter regelmäßig versuchen, die Verteilung der Mülleimer zu optimieren. Zudem kehren sie die Wege frei und jähen Unkraut. Treten sie dabei aus Versehen in Hundekot oder müssen diesen aus den Beeten entfernen, verärgert sie das. "Das ist sehr unangenehm."

Hundehalter sind verpflichtet, den Kot aufzulesen. Wer ihn liegen lässt, muss mit Konsequenzen rechnen."Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Ordnungswidrigkeit", erklärt Dieter Krapp. Hundebesitzer müssten dann ein Bußgeld zahlen. "Alle Jahre wieder haben wir das Problem. Die Beschwerden häufen sich", schildert Dieter Krapp. "Wir können auch nur an die Hundehalter appellieren."

Kotbeutelspender aufgestellt

Seit dem Jahr 2001 hat die Aktionsgemeinschaft Kronach etwa 15 Kotbeutelspender aufgestellt. Auch Charlotte Stöckert deckt sich dort mit Tüten ein. Doch oft seien diese schon vergriffen. Das Problem ist auch Dieter Krapp bekannt. Die Stadt versuche, die Spender schnellstmöglich nachzufüllen. Die grünen Kästen und ihr Inhalt fielen Vandalen zum Opfer. "Manchmal werden die Tüten herausgenommen und überall in der Wiese verteilt."