Üppiges Wachsen und Öffnen zum Licht: Ranken und Blätter wuchern. Sie streben nach oben zum Licht, das vom Himmel fällt und als Lebenskraft am Anfang der Schöpfung steht: Gestaltet wurden die neuen Schmucktücher für die Johanniskirche überwiegend in Grün.

Die Farbe ist Symbol für Hoffnung und Leben, Wachsen und Gedeihen, Natur und Schöpfung. Die ausdrucksstarken textilen Kostbarkeiten zieren die evangelische Kirche in Johannisthal als Geschenk von Christina Sammet, die drei Monate an diesen Paramenten gearbeitet hat.

Das Kirchenjahr ist bunt. Verschiedene Farben geben den Festen und Zeiten ihre besondere Prägung. In fünf Farben - Violett, Weiß, Grün, Schwarz und Rot sind die "Bekleidungen" an Kanzel und Altar gehalten. "Der Fachbegriff dafür heißt Parament. Er kommt aus dem Lateinischen, abgeleitet von "para mensam" ("bereite den Tisch") und fordert dazu auf, den Altar entsprechend der Kirchenjahreszeit zu bereiten", erzählt Christina Sammet, die auch Mitglied des erweiterten Kirchenvorstands der Pfarrei ist. Wie Sammet ausführt, waren die in Johannisthal vorhandenen gekauften Paramente in die Jahre gekommen. Da eines von Sammets Hobbys Textilgestaltung ist, erklärte sie sich spontan dazu bereit, für das Gotteshaus neue Paramente zu fertigen.

"Sie bestehen aus vielen einzelnen Stoffteilen, meist Baumwollsatin, die zunächst handgefärbt und dann entsprechend der Vorlage zusammengenäht werden. Die Paramente haben drei Lagen, die sichtbare Seite, eine Füllung und die einfarbige Rückseite. Durch Absteppen - man nennt das quilten - erhält der Stoff eine reliefartige Struktur, die abhängig von der Beleuchtung unterschiedliche Wirkung erzielt", erklärt die Küpserin.
Ihre wunderschöne Handarbeit zieren auch Blumen in unterschiedlichen Rottönen, die gut zum roten Teppichbelag der Kirche passen.

Auf einem Parament ist auch ein auf dem Boden fest verankertes Kreuz zu sehen, dessen Farben nach oben hin - gleichsam wie bei Sonneneinstrahlung - immer heller werden.


Aufwändiges Verfahren

Beide Paramente entstanden in enorm zeitaufwändiger Handarbeit. Da sie viele verschiedene Farbnuancen verwendet und mit den Farben spielt, färbt die Küpserin die Stoffe selbst. Auch das Bemalen erfolgte von Hand. Bei ihrer Farbgestaltung richtet sich Sammet ganz nach dem entsprechenden Kirchenraum, dessen Gestaltung und Beleuchtung, da diese ganz unterschiedliche Wirkung erzielen. "Die Paramente sehen daher in jeder Kirche anders aus und haben andere Wirkung", weiß Sammet.

"Ich hoffe, die Gottesdienstbesucher in Johannisthal haben Freude an ihrem neuen Altartuch, so wie es mir Freude bereitete, diese beiden Paramente zu fertigen", ergänzt die Küpserin.