Im Oblatenkloster feiert man am Sonntag, 5. Juni, gleich drei Jubiläen. Zu dem großen Fest wird Erzbischof Ludwig Schick ein Pontifikalamt um 9.30 Uhr in der Klosterkirche zelebrieren. Anlass der Feierlichkeiten sind das 200-jährige Bestehen der Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria (OMI) sowie zwei silberne Priesterjubiläen. Pater Wladyslaw Poddebniak OMI und Pater Günther Kames OMI, die beide der Kommunität im Oblatenkloster Kronach angehören, blicken auf ihre Priesterweihe vor 25 Jahren zurück. Pater Wladyslaw Poddebniak ist seit 2009 in der Helios-Frankenwaldklinik Kronach als Krankenhausseelsorger tätig. Darüber hinaus erfüllt er die große Aufgabe als Pfarrvikar im Seelsorgebereich Oberes Rodachtal.

Erst seit Ende vergangenen Jahres gehört Pater Günther Kames der Kommunität an. Es war ein langer Weg vom Niederrhein in den Frankenwald, erklärt der humorvolle Rheinländer. Musik, Holzarbeit und Fußball sind seine Hobbys. Er ist 1960 in Rheydt (Mönchengladbach) geboren und auch heute noch Borussia-Mönchengladbach-Fan. Auch dass er leidenschaftlich Schlagzeug spielt und mit dem Gitarristen Pater Waldemar Brysch beabsichtigt, eine kleine Band zu gründen, ließ er wissen.

Pater Kames erzählt, dass er gelernter Raumausstatter und Einzelhandelskaufmann ist. Nach dem Abitur am Abendgymnasium trat in die Ordensgemeinschaft der Oblaten ein. Von 1984 bis 1990 studierte er Philosophie und Theologie in Mainz. Am 8. Juni 1991 empfing er die Priesterweihe. Seit 2004 bis 2012 war er Direktor des Marianischen Missionsvereins und Wallfahrtsdirektor der Oblatenwallfahrten in Mainz und begleitete vom Bonifatiuskloster in Hünfeld aus vier Ortschaften als mitarbeitender Priester.

In Kronach betreut er nun die Senioren der beiden Seniorenheime seelsorgerisch und unterstützt den Seelsorgs- und Beichtdienst in der Klosterkirche. Anschluss zu Kronachern hat er schon nach wenigen Tagen gefunden. Bei einem Spaziergang auf dem Kreuzberg lernte er Mitglieder des Aeroclubs kennen und wurde gleich zur Silvesterfeier eingeladen.

"Ich bin von Gott zum Dienste an den Menschen berufen und daher bin ich natürlich auch gern Mensch unter Menschen und suche gerne Gespräche", sagt Pater Kames. Er führt in die Klosterwerkstatt und zeigt einen noch unvollendeten Kerzenständer aus Holz, den er gerade kunstvoll kreiert und fertigstellt. Natürlich liegt ihm das Handwerk als gelernter Schreiner und daher setzt er sich auch nützlich mit dieser Begabung im Kloster ein. Ab Juni wird er auch als Präses im KAB-Kreisverband Kronach-Hof tätig sein.

Pater Werner Pieper OMI, Rektor der Kommunität, lädt im Namen der Gemeinschaft des Oblatenklosters alle Gläubigen ein, den Geburtstag der Oblaten und die zwei Silbernen Priesterjubiläen gemeinsam mit Erzbischof Ludwig Schick zu feiern. Das Pontifikalamt findet um 9.30 Uhr unter Mitgestaltung des "con brio"-Chores aus Friesen statt. Anschließend gibt es im Biergarten am Ketteler- Haus Blasmusik, Bier und Bratwürste, Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen.

Am Freitag, 3. Juni, findet um 18.30 Uhr in der Klosterkirche ein Referat mit Bildern und Musik zum Thema "Ergriffen von Christus strecke ich mich nach dem aus, was vor mir liegt, Eugen von Mazenod und seine Mission" statt.


Die Oblaten

Gründung Eugen von Mazenod und seine Freunde sahen in einem gemeinsamen Leben und Arbeiten in einer apostolischen Gemeinschaft einen Beitrag zur Erneuerung der Kirche. Am 25. Januar 1816 bezogen sie in Aix-en Provence ein altes Karmelitinnenkloster. Das war die Geburtsstunde der Gemeinschaft der Oblaten.

Ziel Die Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria sind eine missionarische Ordensgemeinschaft der katholischen Kirche. Sie verkünden die Frohe Botschaft und engagieren sich weltweit für Entwicklung und Gerechtigkeit. Der lateinische Name lautet Oblati Mariae Immaculatae und wird OMI abgekürzt.

Kommunität Die Oblatenmissionare zogen schon 1920 ins Kloster nach Kronach ein. Die Kommunität besteht heute aus sieben Patres. Sie gehören zur Mitteleuropäischen Provinz, zu der 15 Klöster in Deutschland, Österreich und der Tschechischen Republik zählen. Geleitet wird die Mitteleuropäische Provinz von Mainz aus, dort haben die Provinzleitung und die Provinzverwaltung ihren Sitz im Kloster auf dem Hartenberg.

Leitung Derzeitiger Provinzial ist der in Kronach gut bekannte Pater Stefan Obergfell, der auch am Oblatenkloster in Kronach als Oberer wirkte. Seit April 2013 ist Pater Werner Pieper Rektor am Kronacher Oblatenkloster.