Am ehemaligen Schandfleck, dem alten KEZ-Gebäude in Ludwigsstadt, sollen 16 barrierefreie Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten entstehen. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen der Stadt und dem Investor, Gerd Sambale. Am Dienstagnachmittag war der Startschuss für die Vermarktung der Wohnungen. Sobald 50 Prozent der Wohneinheiten an den Mann/die Frau gebracht sind, will der Investor, der Geschäftsführer Gerd Sambale von saco-architekten in Neustadt/Aisch, mit dem Bau des drei Millionen Euro schweren Projektes beginnen. "Die Lage ist einmalig, sie ist wie der Hauptmarkt Nürnberg", schwärmt Sambale. In diesem Zusammenhang spricht er von der zentralen Lage gegenüber dem Rathaus, von einer vorhandenen Infrastruktur. Der ökologische Neubau soll dem KfW-55-Standard gemäß der Energieeinsparverordnung 2014 entsprechen. Daher gibt es auch Darlehen durch die KfW-Bank zu 0,75 Prozent. Zusätzlich gibt es einen Tilgungszuschuss in Höhe von 5000 Euro, sozusagen als Geschenk der KfW-Bank.
Sambale wies darauf hin, dass die hochwertigere Bausubstanz des KfW-55-Standards zwar in der Planung und Ausführung vorerst einen Mehraufwand bedeuten. Dieser mache sich jedoch dauerhaft bei der Nutzung in niedrigeren Energiekosten und besserem Raumklima bezahlt.
Entstehen werden 16 barrierefreie, modern ausgestattete 1- bis 2-Zimmer-Wohnungen. Bei Bedarf können die einzelnen Wohnungen auch zusammengelegt werden. Sambale betonte, dass man vor Baubeginn noch die Wünsche der Eigentümer mitberücksichtigen könne.
Das Projekt ist bisher einmalig in der Region. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt von Gerd Sambale und der Stadt Ludwigsstadt. Bürgermeister Timo Ehrhardt erinnerte, dass ihm der einstige Schandfleck KEZ seit Jahren mitunter Kopfschmerzen bereitet habe. Dank der Vorbereitenden Untersuchungen im Rahmen des Städtebaus und auch aufgrund dessen, dass durch Pfarrer Albrecht Bischof der Kontakt zum Investor zustande gekommen sei, könne nun dieses Projekt in Angriff genommen werden. "Der Bedarf an kleine Wohnungen ist vorhanden!", ist der Bürgermeister überzeugt.


Aufzug zum Dachgeschoss

Im Zuge der Realisierung der zukunftsorientierten Wohnanlage soll auch ein Aufzug integriert werden. Dieser soll alle Bürger zum Dachgeschoss bringen, von dort aus werde man von der neu angelegten Stadtterrasse "Am Sommerberg" einen herrlichen Blick über Ludwigsstadt haben. Der Aufzug, die Stadtterrasse, das sind Anteile an dem Projekt, für die die Stadt aufkommt. Rund 300 000 Euro werden für diese Maßnahmen kalkuliert. Davon erhält die Stadt 80 Prozent an Förderung im Rahmen von Städtebaumitteln.
Während des Gesprächs wurde immer wieder das "Gemeinschaftsprojekt" zwischen Sambale und der Stadt betont. Er ziehe es vor, in kleinere Städte zu investieren, "denn da gibt es solche Bürgermeister wie einen Ehrhardt!" Mit im Boot bezüglich der Vermarktung der Wohneinheiten sind die hiesigen Banken, nämlich die Sparkasse Kulmbach-Kronach und die Raiffeisenbank Kronach-Ludwigsstadt. Das Vorstandsmitglied der Raiffeisen-Volksbank, Georg Feder, meinte, dass sein Geldinstitut dazu beitragen möchte, zu zeigen, "das etwas geht". Es gebe nichts Vergleichbares, die Vermarktung bei so einem Projekt in Ludwigsstadt müsse erst getestet werden, so Bertram Hildner von der Sparkasse. Alle Beteiligten sind sich aber einig, dass die Vermarktung gelingen kann. Läuft alles nach Plan, sollen 50 Prozent der Wohneinheiten im November 2016 "unter Dach" sein. Und Ende 2017 könnten dann die ersten Bewohner ihr neues Domizil beziehen. Ab nächster Woche gibt es Detailinformationen unter www.saco-architekten.de und natürlich kann sich jeder Interessent an die Raiffeisen-Volksbank, unter Telefon 09261/676-131 oder an die Sparkasse Kulmbach-Kronach unter 09261/660-2970 wenden. Sowohl Sambale als auch Bürgermeister Timo Ehrhardt bedankte sich abschließend bei der Regierung von Oberfranken für die Unterstützung.