Früher war es der Schmied, danach der Schlosser, jetzt ist es der Metallbauer. Ein Beruf, der über Jahrhunderte hinweg denen, die ihn ausüben, einiges abverlangt, der aber auch sehr vielseitig ist. Wolfgang Hümmer ist seit über 40 Jahren in der Branche tätig. Vor 32 Jahren hat er den Betrieb, die Schlosserei Hümmer, von seinem Vater in vierter Generation übernommen.

Er weiß Bescheid über Stahlbaukonstruktion für Hallen und Gebäude, er kennt sich aus mit Treppen, Toren, Türen, Fenster, mit Aufbauten für Nutzfahrzeuge etc. Seit 30 Jahren ist der Kronacher Obermeister der Metallinnung und seit über einem Jahr nun auch Handwerkerpate.

Die Gewinnung von Nachwuchs sei - trotz des attraktiven Tariflohns - auch in seiner Branche eine immense Herausforderung, erzählt er. Deshalb habe er sich auch als Handwerkerpate zur Verfügung gestellt. Das bedeutet, dass er speziell für die an den Schulen stattfindende Berufsorientierung eingesetzt wird. "Ich will den Schülern das Metallhandwerk näher bringen!" So können die Auszubildenden zwischen zwei Fachrichtungen - Metallkonstruktion oder Metallgestaltung - wählen.

Gute Erfahrungen

Obwohl er noch nicht lange diese Funktion inne hat, habe er als Handwerkerpate gute Erfahrungen gemacht. Die Jugendlichen stellen Fragen, teilweise sind sie fasziniert von der Vorstellung, etwas zu planen und selbst herstellen zu können. Es gehe ihm darum, die Faszination des Handwerks den Schüler zu vermitteln, um somit junge Menschen für das Metallhandwerk zu gewinnen.

Die Auftragsbücher sind voll bei SHFL-Hümmer Metalltechnik GmbH. Die elf Mitarbeiter sind ausgelastet. Dennoch dürfe man sich nicht ausruhen und müsse sich weiterentwickeln, meint Wolfgang Hümmer.

Der 61-Jährige hat im Laufe der Jahre zahlreiche Weiterbildungen absolviert. Denn: Waren es in seinen jungen Berufsjahren überwiegend Schlosser- und Beschlagarbeiten, die getätigt wurden, so ist es nun auch die breite Palette der Tätigkeiten eines Stahl-Metballbaubetriebs.

Anforderungen sind gestiegen

Die Anforderungen der Kunden seien im Laufe der Jahre größer geworden, erzählt der Unternehmer. Und: Es gebe immer mehr schwarze Schafe in der Branche. Deshalb habe er auch seinen Betrieb verstärkt auf Qualität ausgerichtet und sich nach DIN 1090 zertifizieren lassen.

Mittlerweile sei diese Zertifizierung für alle Metallbauer Pflicht, die im bauaufsichtlichen Bereich arbeiten wollen, erklärt Hümmer. Voraussetzungen für diese Auszeichnung waren unter anderem eine ausreichende Personal-Qualifikation, eine werkseigene Produktionskontrolle, hinsichtlich Materialprüfung und Schweißarbeiten.

Mit dieser Norm will die EU eine Verbesserung der Standsicherheit von Bauwerken und Tragkonstruktionen wie Produktionshallen, Treppen, Brücken etc. erreichen. "Also, ohne diese Zertifizierung läuft bei öffentlichen und privaten Bauträgern nichts mehr."

Seit 30 Jahren Stadtrat

Obwohl Wolfgang Hümmer eigentlich mit seinem Betrieb, Kunden, Mitarbeitern voll ausgelastet wäre, hat er es noch nie bereut, sich darüber hinaus zu engagieren. So ist er seit 30 Jahren nicht nur im Stadtrat von Kronach vertreten, sondern seit dieser Zeit auch Vertreter seines Berufsstands.

"Man ist dadurch am Puls der Zeit." Durch seine Funktion als Obermeister erfahre er Neues aus der Branche. Er erhalte aktuelle Informationen, wenn es um Neuerungen beispielsweise bei Materialien und Techniken in die Verarbeitung geht, die er dann an seine Kollegen aus der Metallbranche weitergibt. Mitunter ist er bei Tarifverhandlungen dabei, die nicht mit der IG Metall, sondern mit der christlichen Metallgewerkschaft geführt werden.
"Alles in allem habe ich einen recht abwechslungsreichen Beruf, der mir zwar oftmals Stress aber auch viel Freude bereitet!"

Dass er neben seinem Betrieb seine anderweitigen Funktionen ausüben kann, begründet er nicht zuletzt mit seinen qualifizierten und kompetenten Mitarbeitern. Letztendlich seien es die Mitarbeiter, die auch in einem Handwerksbetrieb über den Erfolg entscheiden.