Insgesamt 17 Kinder sind mittlerweile an der Ludwigsstadter Schule an Windpocken erkrankt. Allerdings täuscht diese Zahl. "Diese Fälle sind nicht zeitgleich aufgetreten", stellt Schulleiterin Ulrike Schmidt fest. Die ersten Krankheitsfälle seien bereits vor den Faschingsferien festgestellt worden.

Zeitgleich seien durchschnittlich nur etwa fünf Kinder krank gewesen. Außerdem seien bisher nur die dritten und vierten Klassen betroffen. "Der Schulbetrieb läuft ohne Einschränkungen", versichert Schmidt. Die Schule halte dennoch permanent Kontakt zum Gesundheitsamt.

Dessen Amtsärzte waren am Mittwoch nicht erreichbar, so dass es noch keinen neuen Sachstand zur Ausbreitung der Krankheit außerhalb der Grundschule Ludwigsstadt "Am Grünen Band" gibt.

Schulamtsdirektor Uwe Dörfer erläutert das Vorgehen einer Schule, wenn dort eine Krankheit wie Windpocken oder Masern auftritt beziehungsweise wenn es eine Verlausung gibt. Dann bestehe eine Meldepflicht. Das Gesundheitsamt werde informiert, ebenso die Erziehungsberechtigten und die Schulbediensteten.

Arzt muss Genesung bestätigen

"Wer verdächtig ist, darf die Schule nicht mehr betreten", stellt Dörfer fest. Das gelte für Schüler ebenso wie für Lehrkräfte. Um wieder am Schulbetrieb teilnehmen zu können, reiche es nicht, dass sich der Betroffene wieder gut fühle. Dörfer betont, dass es einen Nachweis der Genesung brauche: "Ein Arzt muss bestätigen, dass eine Weiterverbreitung der Krankheit oder Verlausung nicht zu befürchten ist."

Dass eine Schule, wie jetzt Ludwigsstadt, von einer solchen kleinen Krankheitswelle getroffen wird, komme jedoch nur vereinzelt im Landkreis vor, stellt Dörfer fest.

Was die Sicherheit der Lehrkräfte betrifft - bei Erwachsenen verläuft die Erkrankung oft schwerer und mit einem höheren Risiko für Komplikationen -, so hat das Schulamt laut Dörfer keine Möglichkeiten auf eine Impfung zu drängen. "Das Impfen kann man ja nicht zur Verpflichtung machen", so der Schulamtsdirektor. Letztlich muss diese Entscheidung die Lehrkraft für sich treffen.