Der Ölschnitzsee in Windheim soll schöner und attraktiver werden. Am Montag stellte Landschaftsarchitekt Raimund Böhringer vom Architekturbüro IF ideenFinden das Konzept vor.

Böhringer sprach von der Nähe des Ölschnitzsees zum hochfrequentierten Rennsteig und von einer Ergänzungsfunktion zum Tourismus- und Freizeitzentrum Steinbach. Vor allem für Radfahrer, Wanderer und Familien sei der See ein Anziehungspunkt. Es gelte nun, den See mit einem Natur-Wildnis-Wald-Erlebnis zu verbinden. Campingplätze hielt Böhringer aufgrund der Konkurrenzsituation entlang der Saale in Thüringen als nicht Erfolg versprechend.

Der Landschaftsarchitekt ging auf die Defizite des Areals rund um den Ölschnitzsee ein. Darunter fielen unter anderem mangelnde Sonneneinstrahlung, fehlende Ganzjahresangebote und die Parkplatzsituation. Er riet dazu, die Attraktivität des Ölschnitzsees stufenweise auszubauen. Als sinnvoll erachtete Böhringer beispielsweise eine Erweiterung der Liegewiese, einen Wald-Erlebnispfad mit Spielgelegenheiten, einen Jugend- und Zeltplatz, ein Umkleidehaus, die Schaffung von Sonnennischen und eine Erweiterung des Parkplatzes.

Bezüglich der Maßnahmen, die der Privatinvestor tätigen könnte, sprach der Landschaftsarchitekt von Waldhäusern, Sanitärräumen oder auch vom Ausbau der Gastronomie. Böhringer bezifferte die möglichen Investitionskosten des Landkreises auf rund 1,178 Millionen Euro. Die privaten Maßnahmen belaufen sich auf rund 1,475 Millionen Euro. Nun sollen mögliche Fördertöpfe ausgelotet werden, inwieweit die einzelnen Maßnahmen gefördert werden können.

"Es wird ein schönes Ding", so Peter Hänel (FW). Landrat Oswald Marr sprach von engen Absprachen zwischen Landkreis und Privatinvestor. Klaus Löffler (CSU) dankte Altlandrat Heinz Köhler (SPD), der einst den Freizeitsee in Windheim mit initiiert und realisiert hatte. Und auch heute noch setze sich Köhler für die Attraktivität des Areals ein, indem er als Vorsitzende des Wasserzweckverbandes FWO eine Lösung für die Problematik Abwasser mit erarbeitet hat.


Gefährliche Stelle

Petra Zenkel-Förtsch (Frauenliste) sprach von einem schönen Fleck. Sie bedauerte, dass in diesem Bereich die Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h nicht eingehalten werde. "Das ist eine gefährliche Stelle." Vor allem von Tettau aus kommend würde die Strecke als Rennstrecke genutzt.

Ein weiterer Punkt war die Vorstellung eines Energiekonzeptes für einen Nahwärmeverbund Berufsschule/Kaspar-Zeuß-Gymnasium. Hier stellte Markus Weber vom Institut für Energietechnik verschiedene Möglichkeiten vor. Die günstigste Variante wäre es, das bisherige Wärmenetz zur Versorgung der beiden Gebäude beizubehalten und lediglich die Heizkessel und zwei Gasmotorwärmepumpen auszutauschen, was aber nicht gerade dem Nachhaltigkeitsaspekt gerecht würde. Rund 300 000 Euro müssten dafür aufgebracht werden.

Die Variante Pellet- beziehungsweise Hackgutkessel hielt er aufgrund dessen, dass Bunker und eine Zufahrt gebaut werden müssten, für nicht optimal. Diese Variante würde mit rund 900 000 Euro zu Buche schlagen. Er empfahl die Gebäude mit einem Blockheizkraftwerk und Erdgaskessel zu heizen, zumal man damit auch Strom erzeugen und diesen ins Netz einspeisen könnte.

Für diese Lösung sprach sich der Ausschuss dann auch aus. Die Verwaltung wird nun beauftragt, Angebote einzuholen. Zudem will man auch zwecks Einbindung der Finanzfachhochschule, eine entsprechende Anfrage hatte Bernd Liebhardt (CSU) gestellt, mit dem Finanzministerium in Kontakt treten.

Unter Punkt "Sonstiges" fragte Richard Rauh (SPD), warum denn jetzt der Markt Küps gegen den Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau der B 173 klagt. Hans Rebhan (CSU) stellte klar, dass es dabei nur um den Hochwasserschutz in Gemeindeteil Au geht. Hier würden noch unterschiedliche Meinungen existieren. "Ich frage mich, warum man solche Fragen nicht vorher klärt", sagte Landrat Oswald Marr. Ralf Pohl (SPD) wandte ein, dass die Freien Wähler bezüglich dieser Sache noch weitere Punkte kritisch sähen. Darauf entgegnete Rebhan: "Die Freien Wähler vergessen manchmal ihre eigenen Beschlüsse." Kritik äußerte Rebhan auch in Richtung Regierung von Oberfranken: "Die haben einige Einwände ignoriert."

Abschließend bat Klaus Löffler (CSU) die Verwaltung, die Schulen im Landkreis anzuschreiben. Es solle darauf hingewiesen werden, dass die Lehrer mit Schülern das Tropenhaus und auch das Glasmuseum in Kleintettau besuchen. "Schließlich tragen diese Einrichtungen zur Bildung bei."