Unter dem Motto "Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden" geht der 26. Kreisentscheid in die nächste Runde. Engelbert Singhartinger, Kreisfachberater für Gartenbau und Landespflege, führte mit dem Zweiten Vorsitzenden des Gartenbauvereins, Wendelin Vetter, die Bewertungskommission durch die Teilnehmerdörfer.

Der Wettbewerb ist bundesweit ausgeschrieben: mit einem Kreis-, Bezirks-, Landes-, und Bundesentscheid. Ursprünglich galt er der Dorfverschönerung, heute ist das Ziel die Dorfentwicklung.
Insgesamt werden vier Teilbereiche bewertet: Der CSU-Politiker Heinz Hausmann und die Bürgermeisterin von Wilhelmsthal, Susanne Grebner, sind für den Bereich Dorfentwicklung zuständig, Kreisbäuerin Rosa Zehnter bewertet die kulturellen und sozialen Aspekte mit. Für den Bereich Baugestaltung und Bauentwicklung ist der ehemalige Kreisbaumeister Michael Kestel zuständig. Beate Singhartinger sowie der Vorsitzende für Gartenbau und Landespflege in Wallenfels Edgar Bärenz bewerten die Grüngestaltung der Dörfer. Dieses Jahr stellt sich die Frage: Welches Dorf wird Vertreter von Kronach?

Vetter ging zur Begrüßung auf die Geschichte des Obst- und Gartenbauvereins Windheim ein, der 1922 entstanden ist. Er umfasst 146 Mitglieder aus 16 verschiedenen Orten, von denen das jüngste 15 Monate, das älteste Mitglied 88 Jahre alt ist. Der Verein hat 1992 den Umweltpreis gewonnen.

Wendelin Vetter liebe seine Arbeit, jedoch sei diese oft anstrengend: "Kultur ist zwar schön, macht aber Arbeit", zitierte der Zweite Vorsitzende des Gartenbauvereins Windheim den deutschen Autor Karl Valentin. Den Verein plagen zur Zeit einige Sorgen um das Fortbestehen - der Nachwuchs fehlt: "Die Jugendlichen haben daran kein aktives Interesse", erklärte Vetter. Steinbachs Bürgermeister Klaus Löffler freute sich, Windheim und Hirschfeld vorzustellen. In Oberfranken läge die Ökologie und die Ökonomie im Einklang, nicht nur die Industrie sei hier stark. Er unterstütze gern die Weiterentwicklung der Gemeinde, welche sich inzwischen "sensationell entwickelt".


Tradition in Oberfranken

Bayern habe noch den Zusatz "Unser Dorf hat Zukunft...", erklärte Singhartinger. Die Ortsgestaltung sei hier das tragende Gewicht, jedoch soll es auch der Würdigung des ehrenamtlichen Engagements gelten. "Die Teilnehmerzahl ist in den Jahren sehr gesunken, in Oberfranken aber ist der Wettbewerb Tradition."

Die Gartenfreude und Kommissionsmitglieder wurden von Wendelin Vetter durch Windheim und anschließend durch Hirschfeld geführt. Das ehemalige Milchhäuschen an der Hauptstraße in Windheim war der Startpunk: Früher war es eine abbruchreife Ruine - die Straße sowie der Fluss daneben wurden mit saniert. Das brandversicherte Gebäude kostete insgesamt 43 000 Euro und trug zur Ortsbildgestaltung bei.

Gleich nebenan auf der Grünfläche thront ein Baum, der seit zehn Jahren vom Gartenbauverein gepflegt wird. Ein Stück weiter oben liegt der unterirdische Löschwasserbehälter, der bis Ende der 60er Jahre als Feuerlöschteich genutzt wurde. "Es war ein sehr ungepflegter Platz", sagte Vetter. Insgesamt 20 000 Euro wurde in diesen investiert - die Pappeln wurden entfernt und vier Ahornbäume gepflanzt. "Hier wurde aktiv gearbeitet, insgesamt 104 Arbeitsstunden sind dafür draufgegangen", führte er fort.

Das nächste Ziel war laut Vetter "früher ein sehr unansehnlicher Platz", auf dem nun ein Kugelspitzahorn steht. Gemäht wird dieser, und auch viele andere Grünflächen in Windheim, von der Asco Teuschnitz, die Langzeitarbeitslosen ohne Anstellung, aber auch Menschen mit Handicap Arbeit bietet. Weiter ging es zur Linde, die als zentraler Treffpunkt der Jugend während der Kirchweih gilt.


Platz zum Tanzen

"Er ist der Mittelpunkt der traditionellen Kirchweih", erklärt Löffler. Die Jugendlichen tanzen um die Linde herum. "Wir mussten die Äste unten abschneiden, damit genügend Platz zum Tanzen ist", fügte Vetter hinzu. Vor der Pfarrkirche steht der Kreuzschleifer. Eine denkmalgeschützte Statue aus dem 17. Jahrhundert. In der Kirche St. Nikolaus befindet sich der Hauptaltar.
Direkt über dem Friedhof vor der Mittelschule wurde der Busch erneuert. Ursprünglich wucherte er bis zu den ersten Ästen hoch, jetzt ist er nur noch einige Zentimeter hoch. Die Streuobstwiese nebenan zählt 14 Obstbäume und vier kleinkronige Laubbäume. Gepflegt werden diese durch den Obst- und Gartenbauverein. 2012 bei einer Pflanzaktion der Kommunionkinder übernahmen diese eine Patenschaft für diese Bäume.
Danach ging es zum Sportplatz. Hier hat der Gartenbauverein unzählige Bäume um den Platz herum gepflanzt: "Vorher war hier alles kahl", entsann sich Wendelin Vetter zurück. "Es wurde hier wunderbar eingegrünt, in fantastischer Zusammenarbeit", sagte Löffler. Die Flurkapelle über dem Dorf wurde ebenfalls saniert. Die Kapelle liegt an der historischen Heerestraße, die von Wanderern genutzt wird. Diese können somit von oben einen Blick auf das "grüne" Windheim werfen.