Große Aufregung am Sonntagvormittag in Dörfles: In der Nähe der Brücke über den Kronachfluss war erneut Heizöl ins Gewässer geraten. Die Feuerwehr wurde per Sirene alarmiert, etwa 20 Wehrleute aus Dörfles und Kronach bauten rasch Ölsperren auf, streuten Bindemittel ins Wasser, damit das Heizöl nicht weiteren Schaden anrichten konnte.

Dabei wurden nicht nur die weißen Sperrschläuche quer über den Fluss gelegt, sondern auch mit Eisenstäben und Brettern schnell zusammengesetzte Sperren, die sich bewährt haben. Die Kosten für den Einsatz muss der Verursacher tragen, es sei denn, er hat eine entsprechende Versicherung abgeschlossen.

Den Anwohnern gefiel die Sache gar nicht, denn es war nicht der erste Fall, dass sich ein Heizölfilm im Fluss gebildet hatte. Und das Öl schien aus dem gleichen Tank gekommen zu sein. Auch unsere Leserin Franziska Goller aus Bamberg, die bei ihren Eltern in Dörfles frühstückte, wurde auf den Feuerwehreinsatz aufmerksam. Sie beschrieb die Stimmung der Nachbarschaft, die ans Bachufer kam, als eine Mischung aus unverständlichem Entsetzen, Wut und Amüsement. Die Feuerwehrleute schienen bereits Routine im Aufbau der Ölsperren zu haben, so reibungslos sei der Ablauf gewesen, berichtete sie. Und weiter: "Eine Ente mit ihren zehn Küken schwamm den Bach auf und ab und beäugte die Feuerwehrmänner aufgeregt."


Kleine Abenteuer im Fluss

Franziska Goller erinnerte sich an ihre Kindheit, wo sie jede freie Minute im Sommer im Kronachfluss mit Staudamm bauen, Boot fahren und Schwimmen verbrachte. Ihrer Tochter mochte sie diese kleinen Abenteuer angesichts des erneuten Ölunfalls nicht ans Herz legen.


Die Ermittlungen laufen

Bereits der Ölaustritt vom 7. Dezember vergangenen Jahres ist von den Behörden registriert worden, Verfahren wurden eingeleitet. Sowohl Polizei, als auch die Mitarbeiter des Staatlichen Abfallrechts im Landratsamt und des Wasserwirtschaftsamts Kronach wurden tätig. Die Ermittlungen im neuesten Fall dauern an. Wie zu erfahren war, dürfte diesmal das Heizöl nicht aus der Tankanlage entwichen sein, denn die sei nach dem vorherigen Schadensereignis abgedichtet worden. Der Ölfilm vom Sonntag dürfte durch den Gewitterregen in der Nacht zuvor verursacht worden sein. Man vermutet, dass Heizölreste, die sich seit Monaten im Boden befanden, durch den Gewitterguss ausgeschwemmt wurden und so in den Fluss gelangten.

Für Franziska Goller und die Nachbarschaft in Dörfles ist dies nur ein schwacher Trost. Sie sehen immer noch den regenbogenfarben-schimmerndenn Ölfilm auf dem Kronachfluss und befürchten, dass der Feuerwehreinsatz vom vergangenen Sonntag nicht der letzte in diesem Fall gewesen sein dürfte. Auf der Facebookseite "Dörfles im Frankenwald" wurden gleich nach dem Einsatz am Sonntag Bilder eingestellt.