Das Burghotel und eine unendliche Geschichte. Fehlt vielleicht der politische Wille, das Burghotel wieder zu beleben? Nachdem im Sommer 2016 die zuletzt geführten Gespräche der Schlösserverwaltung mit zwei ernsthaften Pachtinteressenten zum Abschluss eines Pachtvertrages für die Bestandssanierung mit Neubau auf der Grundlage der Machbarkeitsstudie nicht erfolgreich abgeschlossen wurden, kam man wieder auf dem Kronacher Unternehmer Bernd Holzmann zu.


Kauf zunächst ausgeschlossen

Der Betreiber der Kronacher Stadthotels war bereits vor drei Jahren als Investor im Gespräch. Er wollte das Burghotel auf Erbpachtbasis sanieren, erweitern und betreiben. Damals kam gar ein vorläufiger Erbbaurechtvertrag zustande. In den letzten Wochen gab es nun wiederum Telefonate und Gespräche, unter anderem im Finanzministerium. Dort wurde gar die Bereitschaft signalisiert, das Burghotel an Holzmann zu veräußern. Ein Kauf des Burghotels wurde bei den Verhandlungen vor drei Jahren von der Schlösserverwaltung ausgeschlossen.
Wie Bernd Holzmann auf Anfrage erklärte, habe er nach wie vor an seiner Devise festgehalten, das Burghotel nur dann zu übernehmen, wenn er es auf eine wirtschaftliche Basis stellen und betreiben könne. Das bedeutet unter anderem, dass eine Erweiterung des bestehenden Burghotels notwendig gewesen wäre. "Ich kann das Projekt nur angehen, wenn es später schwarze Zahlen schreiben kann." Eine schwarze Null kann aber seiner Auffassung nach nur erreicht werden, wenn zumindest eine Reisebusgruppe untergebracht und ein Wellness-Bereich angebracht werden könnte.
Er sei sich natürlich bewusst, dass man das gesamte Burghotel ins Gesamtbild der Burganlage einbinden müsste. "Einige Herren im Finanzministerium haben sich wirklich bemüht, eine Lösung zu finden", meinte Holzmann.
Gescheitert ist das Ganze nun vor wenigen Tagen an den Entscheidungsträgern im Landesdenkmalrat. Diese befürchten wohl zu große Einschnitte bei der Burghotelanlage bezüglich des Denkmalschutzes. Holzmann bedauert dies, sagt aber: "Ich kann gut damit leben!"
Er könne keine Auskunft über den aktuellen Stand bezüglich des Burghotels geben, so der Pressereferent des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat, Horst Wolf. Im Dezember 2015 war vom gleichen Pressereferat zu hören, dass bis zum Frühjahr 2016 ein Pachtvertrag abgeschlossen sein soll. Im Juli 2016 wurde mitgeteilt, dass die zuletzt geführten Gespräche der Schlösserverwaltung mit zwei ernsthaften Pachtinteressenten nicht erfolgreich waren. Bei den letzten Anfragen hieß es immer, es gebe nichts Neues, man sei in Gesprächen. Auch Bürgermeister Timo Ehrhardt wollte auf Anfrage zur aktuellen Entwicklung des Burghotels keine Auskunft geben.


Auch Rechnungshof überzeugen

Dagegen äußerte sich MdL Jürgen Baumgärtner (CSU). Nachdem nun die Bemühungen, Teile des Ensembles zu veräußern, gescheitert sind, wird es im ersten Quartal 2017 "finale Gespräche" geben. Es stünden nun drei Varianten bezüglich der Wiederbelebung des Burghotels zur Diskussion. Zum einen ein kleines Kiosk mit Café, zum anderen die Etablierung einer Gastronomie und als dritte Möglichkeit die Schaffung einer Gaststätte mit Hotelübernachtungen.
Baumgärtner räumte aber auch ein, dass es nicht nur schwierig werden dürfte, geeignete Pächter zu finden, sondern auch den Bayerischen Rechnungshof zu überzeugen.