Die traditionelle Maibaumaufstellung wird immer mehr zum Verwaltungsakt. Es geht um Fragen der Sicherheit und um die Versicherungspflicht, nicht nur ums Geld. Dies verdeutlichte die Diskussion um Zuschüsse für die Bewahrer heimischer Kultur und Brauchtums, denn es wird nicht alleine bei der finanziellen Unterstützung bleiben, sondern kann weitläufigere Haftungs- und Prüfungsfolgen haben.

Der Verwaltungsausschuss Kronach genehmigte in der Sitzung am Mittwoch auf Antrag der Ortsgemeinschaften von Knellendorf und Ziegelerden eine finanzielle Unterstützung der Maibaumaufstellung. Längere Diskussionen gab es lediglich noch über die Höhe. Dass den Dorfgemeinschaften bei der Traditions- und Brauchtumserhaltung entgegengekommen wird, daran ließ Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) keinen Zweifel.
Stefan Wicklein informierte, dass bereits in den Stadtteilen Neuses, Höfles, Dörfles und Glosberg Maibäume aufgestellt werden. Für die Halterung solcher Maibäume werden jedoch besondere Anforderungen an die Standfestigkeit gestellt. Diese müssen statisch berechnet sein. Auch bei der Auswahl des Baumes sowie der Kontrolle dauerhaft aufgestellter Bäume gelten entsprechende Vorschriften zur Verkehrssicherheit. Die Materialkosten für eine Baumhalterung betragen rund 4000 Euro. Auf die bei der Stadt vorhandene statische Berechnung kann dabei zurückgegriffen werden. Hinzu kommen noch die Kosten der Baumaßnahme.

Bei der Aufstellung von Maibäumen beziehungsweise Unterstützung von Vereinen bei der Aufstellung handelt es sich um eine freiwillige Aufgabe, womit Wicklein wieder zum Geld zurückkam und zugleich darauf hinwies, dass sich die Stadt nach wie vor in der Haushaltskonsolidierung befindet. Daher wurden seit 2009 solche Projekte nicht mehr unterstützt, hob er hervor. Weiter wäre es sinnvoll, auch für die bestehenden Maibäume die Verantwortlichkeiten zu prüfen und von den Vereinen entsprechende Erklärungen einzuholen. Bei längerem Stand eines Maibaums seien ständige Kontrollen durchzuführen. Dritter Bürgermeister Markus Wich (CSU) erörterte für die Dorfgemeinschaft Knellendorf den Antrag.

Seit zehn Jahren bestehe in Knellendorf der Wunsch einer Maibaumaufstellung und er ist sich bewusst, dass dies heutzutage nicht mehr so einfach ist. Für Ständer und Standfestigkeit des Baumes ist eine Fachfirma erforderlich. Er plädierte für die Erhaltung von Kultur und Brauchtum und für einen Zuschuss der Stadt zu den Materialkosten (rund 3000 Euro). "Das Aufstellen selbst übernehmen die Vereine", sagte Wich.
Wicklein erklärte, dass wenn die Stadt diese Kosten übernehme, sie auch die Prüfpflicht trage. Somit werde es wieder problematisch. Dennoch plädierten Michael Zwingmann (FW), Sven Schuster (SPD) und Jonas Geissler (CSU) für einen Zuschuss. Jonas Geissler schlug vor, mit 3500 Euro zu unterstützen. Der Vorschlag wurde einstimmig befürwortet.

Diese Summe kann in Geld- oder Bauhofleistung zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus kann aufgrund der Haushaltskonsolidierung keine Unterstützung erfolgen. Eine Genehmigung zur Aufstellung auf öffentlichem Grund würde erteilt werden, wenn sich ein Verein zur Übernahme der Verkehrssicherungspflicht schriftlich verpflichten würde. Der Aufstellungsort sei mit der Stadt abzustimmen. Die vorhandene statische Berechnung kann kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.

Kämmerer Wolfgang Günther machte keinen Hehl daraus, dass er sich damit nicht anfreunden kann. "Die Haushaltskonsolidierung lässt dies nicht zu", sagte er und kündigte an: "Es ist gut möglich, dass uns die Rechtsaufsicht bei der Haushaltsprüfung diesen Beschluss um die Ohren hauen wird."


Telefone in Kronach

In einem weiteren Punkt befasste sich das Gremium mit der Information der Telekom über den weiteren Abbau von Telefonzellen. Für die Standorte Martinsplatz 3, Wachtersflurstraße 15, Neuses Kirchplatz, Gundelsdorf Nalser Straße sowie Friesen 2 wäre eine Zustimmungspflicht der Stadt erforderlich.
Bei Neuses, Gundelsdorf und Friesen handelt es sich um sogenannte Basistelefone, die nur mit einer speziellen Telefonkarte genutzt werden können. Da die Stadt dem Abbau nicht zustimmt, müssen die Standorte Martinsplatz und Wachtersflurstraße ebenfalls zu Basistelefonen umgebaut werden.

Ohne Zustimmung der Stadt werden abgebaut: Die Telefone in der Ludwigsstädter Straße 1, Rodacher Straße 26 und am Schulzentrum. Es verbleiben noch folgende Standorte: Kaulanger, Europabrücke, Bahnhofstraße, Marienplatz, Rosenau und Bahnhofsplatz.