Bienenpate Rainer Patzelt ist seit 30 Jahren erfahrener Hobbyimker und betreut selbst 23 Bienenvölker. Er begleitet seit Ostermontag das Imkerprojekt "Bienen machen Schule" und erntete nun mit den Schülern zusammen den ersten Honig.

Spannend war es schon bei der Entnahme der Waben aus dem Stock. Denn "die Bienen hatten keine Pfingstferien", erklärt der Bienenpate schmunzelnd den Kindern. Deshalb finde man nun auch entsprechend volle Honigwaben, mit Wachs und Bienenhonig gefüllt, vor.

Sauberkeit ist oberstes Gebot

Die Waben werden jetzt entnommen und neue Wabenrähmchen eingesetzt. Bei der Entnahme der Waben ist auf größtmögliche Sauberkeit zu achten. Das betrifft Mensch, Geräte und Kleidung. "Denkt immer daran, dass ihr ein naturbelassenes Lebensmittel produziert", ermahnt Patzelt die Schüler zu äußerster Sauberkeit und Hygiene.

Mit den 16 vollen Bienenwaben geht es in den Werkraum, wo der Bienenpate schon Werkzeuge und die Honigschleuder bereitgestellt hat. Zum Schleudern des Honigs müssen ein geeigneter Raum und entsprechende Geräte zur Verfügung stehen.

Die Arbeitsbienen haben die Zellen mit reifem Honig durch Wachsdeckel verschlossen. Vor dem Schleudern müssen diese Deckel entfernt werden. Die Entdeckelungsgabel sollte möglichst flach über die Wabe geführt werden, um die Zellen nicht zu beschädigen. Hier können die kleinen Naschkatzen schon nicht mehr widerstehen. Gleich werden erste Kostproben entnommen.

Wie auf einem Karussell werden die Waben in der Schleuder gedreht. Nach dem Schleudern enthält der Honig noch Partikel, die nicht hineingehören. Dies sind Wachsteilchen der Honigwabe, die sich beim Schleudern gelöst haben, oder Wachsdeckel, manchmal können sich auch Holzsplitter vom Rähmchen lösen. "Also immer gut aufpassen!", legt Patzelt den angehenden Hobbyimkern ans Herz.

Honig fließt durchs Sieb

Die Reinigung beginnt mit dem Sieben. Dies erfolgt meist in zwei Stufen direkt im Anschluss an das Schleudern. Die Wachsteilchen werden durch das Seihen entfernt. Dabei fließt der Honig durch ein feines Nylon- Gewebe, das auch feinste Partikel zurückhält.

Nach dem Seihen wird dem Honig Zeit gelassen zum Absetzen. Der Honig enthält jetzt noch noch Luftblasen und allerfeinste Wachsteilchen. Beim Absetzen bildet sich auf der Oberfläche des Honigs ein feiner Schaum, der abgenommen wird.

Nun wird gewogen. Rund 40 Kilogramm qualitativ feinsten Honigs wurde geerntet. Die Kinder bejubeln ihren Erfolg.

Bienenpate Rainer Patzelt zeigte sich von Anfang an beeindruckt und fasziniert davon, wie die Kinder stets von ihren Bienen gesprochen haben. "Die Honigernte ist ein Höhepunkt für jeden Hobbyimker. Es ist der Höhepunkt einer langfristig angelegten Arbeit und eines strukturierten Handelns.

Die Umwandlung von Nektar oder Honigtau in Honig ist ein hochkomplexer Prozeß, und die Qualität des Endproduktes Honig hängt von sehr vielen Faktoren ab, auch von der Betriebsweise des Imkers. Basis einer erfolgreichen Honigernte ist eine gute Betriebsweise und eine konsequente Völkerführung."

Auch die Lehrer haben viel gelernt

Die Grundschule Weißenbrunn strebt nach Aussage des Rektors Ralf Knöchel eine eigenständige Honigproduktion an. Dabei sind auch alle Lehrkräfte mit einbezogen die sich auch an den Unterrichtseinheiten von Bienenpate Rainer Patzelt stets beteiligten und viel gelernt haben.

Nächstes Ziel ist etwa mit diesem Volk von rund 60 000 Bienen in diesem Jahr noch zwei Mal zu ernten und dabei wohl auch Lindenblüten und Waldhonig zu produzieren.