Auf eine bewegte Geschichte kann das Brauereianwesen Wasserhof in Küps blicken. Seit 1866 und damit 150 Jahren ist es im Eigentum der Familie Hofmann und deren Erben. Nachdem die Gebäude nicht mehr als Brauerei und Gastwirtschaft genutzt werden, prüft derzeit Hans-Ludwig Solowan, Enkel von Hans und Else Hofmann, wie es mit dem derzeit leer stehenden Anwesen weitergehen soll.

Der Ursprung des Brauereianwesens geht auf das Jahr 1594 zurück, wie aus der Chronik zum 100-jährigen Bestehen der Brauerei Hofmann aus dem Jahr 1966 zu entnehmen ist. Eigentümer waren damals Freiherr Emeran Ernst von Redwitz und seine Frau Amalia. Diese hatten den "Bamberger Hoff, am Wasser gelegen unterhalb der Badstuben" erworben. Das Anwesen bestand allerdings nur aus einem mit Ziegeln gedeckten Haus mit Stadel, Schupfen, Schweinestall sowie Gras- und Wurzgarten.

Erstmals wurde 1622 das am Wasser gelegene "Preyhaus" in den Urkunden der Familie von Redwitz erwähnt. Um 1734 erscheint dann erstmals der Name Wasserhof für das Wirtschaftsanwesen "Bamberger Hoff", was wohl auf die Überschwemmungen der Rodach zurückzuführen war. Der Wasserhof war zehntfrei und mit einer "radizierten Taferngerechtsame" - ein mit dem Anwesen verbundenes volles Schankrecht - ausgestattet. Bis 1808 war das Anwesen schließlich ununterbrochen im Eigentum der Familie von Redwitz. Es wurde im 19. Jahrhundert mehrfach verkauft, bis es Johann Hofmann, Landwirt und Mitbesitzer der Ziegelschneidmühle in Au, am 18. Februar 1866 erwarb.


Feuer und Fliegerbomben

Hofmann bewirtschaftete das Anwesen mit seinen 40 Tagewerk Grundbesitz bis 1885. In die Fußstapfen des durch einen Unglücksfall ums Leben gekommenen Johann trat 1893 dessen Sohn Heinrich Hofmann. Er erweiterte in den folgenden Jahren durch den Kauf von Nachbarhäusern. In den Jahren 1904 und 1905 erbaute Heinrich Hofmann ein Sudhaus und die Bierkeller im Wasserhof nach den neuesten Erkenntnissen der Brautechnik. Sein Sohn Hans, der in Weihenstephan das Studium als Diplombraumeister mit großem Erfolg absolviert hatte, stieg Anfang der 1920er Jahre als Teilhaber in den Familienbetrieb ein.

Am 10. Oktober 1927 brach ein Großfeuer im Anwesen aus, das die gesamten landwirtschaftlichen Gebäude vernichtete. Beim Wiederaufbau nahm Hans Hofmann verschiedene Betriebsverbesserungen vor. Während der Zeit des Weltkriegs litt der Betrieb, weil der Braumeister als Soldat eingezogen wurde. Darüber hinaus brachte ein Feuer, das am 30. September 1940 in den Malzräumen ausbrach, die Brauerei fast zum Erliegen. Doch Hans Hofmann, inzwischen gesundheitlich angeschlagen, konnte den Betrieb bis zum Kriegsende aufrechterhalten.
Schwere Schäden brachte schließlich der bewaffnete Kampf um Küps am 12. April 1945. Durch Fliegerbomben gingen drei Häuser des Anwesens in Flammen auf. Erst nach der Währungsreform 1948 konnten die meisten Gebäudeschäden wieder behoben werden. als Erstes wurde die Bierwirtschaft wieder in Betrieb genommen.


Alles wurde modernisiert

Die Zeiten des Wirtschaftswunders waren auch in der Brauerei Hofmann spürbar: Alle hölzernen Lagerfässer und Bottiche wurde aus den Gär- und Lagerkellern entfernt, 1955 erfolgte die Produktion alkoholfreier Getränke und der Einbau einer modernen Abfüllanlage. Der landwirtschaftliche Betrieb wurde aufgegeben, die Grundstücke verpachtet. Die Natureisgewinnung wurde 1959 eingestellt, eine neue Kühlanlage eingebaut. Neue Etikettier- und Abfüllanlagen, die Renovierung des Brauereigasthofes sowie der Einbau einer Ölheizung folgten in der 1960er Jahren. Mit Stolz blickte Hans Hofmann beim 100-jährigen Bestehen der Brauerei Hofmann 1966 auf die Entwicklung zu einem modern eingerichteten mittelständischen Betrieb.

Nach seinem Tod führte Ehefrau Else den Betrieb weiter, bis Enkel Hans-Ludwig Solowan, der ebenfalls Brauwesen studiert hatte, die Leitung übernahm. Bis 1988 führte er die Brauerei weiter. Trotz verschiedener Investitionen zeigte sich, dass die wirtschaftliche Fortführung der Brauerei nicht zu stemmen war. Das Sudhaus wurde in der Folge abgetragen, die Lagerräume zeitweise als Getränkemarkt und später als Clubraum genutzt. Ob sich Nachfolgenutzungen für die Gebäude und die bisherige Gastwirtschaft finden, werden die weiteren Gespräche ergeben.