Nerlich meinte, dass die Schüler an Grundschulen total überfordert würden. Mehrere Beschwerden von Eltern habe er sich schon anhören müssen. "Von den Kindern wird im Kindergarten und in der Grundschule in den Klassen eins bis vier einfach zu viel verlangt, mit den Hausaufgaben sind selbst intelligente Eltern überfordert", sagte Nerlich. Jürgen Fehn hat selbst eine Tochter in der dritten Grundschulklasse und unterstrich die Aussage von Nerlich aus eigener Erfahrung. Dagegen meinte Petra Öhring (CSU), dass der Leistungsdruck oft durch die Eltern enorm aufgebaut werde. Die Schüler und Lehrer könnten nichts dafür, wenn die Erwartungshaltung der Eltern größer sei und über das Leistungsvermögen ihrer Kinder hinausgehe.

Schulamtsdirektor Uwe Dörfer erklärte, in Bayern gebe es ein dreigliedriges Schulsystem das viele Möglichkeiten eröffne. Nicht jedes Kind müsse auf ein Gymnasium, wenn es vier Klassen in der Grundschule hinter sich habe. Der Leistungsdruck entsteht seiner Meinung nach durch die Eltern die möglichst alle ihre Kinder auf weiterführende Schulen schicken möchten. "Aber unser Schulsystem bietet für jeden Schultyp gute Möglichkeiten", sagte Dörfer und fügte hinzu: "An mich wurden bisher noch keine Beschwerden herangetragen."


"Wir sind nicht im Landtag"


Landrat Oswald Marr (SPD) machte darauf aufmerksam, dass der Jugendhilfe-Ausschuss natürlich nicht das Gremium sei das über Schulpolitik befinden könne: "Wir sind hier nicht im Landtag." Trotzdem wolle er die Anregung von Manfred Nerlich aufnehmen und ein Schreiben mit dessen Aussagen an das Kultusministerium richten. "Mehr können wir von diesem Gremium und vom Jugendamt aus nicht tun", bat der Landrat um Verständnis.

Der Leiter des Jugendamtes am Landratsamt, Stefan Schramm, stellte den Haushalt 2012 und die Planung für das Haushaltsjahr 2013 vor. Er sprach von einem außergewöhnlichen Haushalt 2012 mit einer Ausgabenminderung von 890 822 Euro gegenüber den Planzahlen.

Für 2013 wurde dem Haushaltsplan-Entwurf mit einem Zuschussbedarf von 3,758 Millionen Euro zugestimmt. Die Ausgaben belaufen sich auf 4,349 Millionen Euro, dem stehen Einnahmen von rund 591 400 Euro gegenüber. Während Oliver Skall (SPD) die Haushaltsansätze als zu großzügig erachtete, machte Marr die Schwierigkeit von Prognosen im sozialen Bereich deutlich.