Gute Neuigkeiten hatte Bürgermeister Jens Korn (CSU) zu vermelden. Die ärztliche Versorgung in der Stadt ist unter anderem durch die kommunale Landarztpraxis im Kulturzentrum abgedeckt. Nun wurde sozusagen "Stufe 2" gezündet. Zum 1. Januar 2018 wird sich ebenfalls im Kulturzentrum eine Facharztpraxis ansiedeln. Die Hautärztin wird in den bisherigen Räumen der Fahrschule Bayer einziehen. Dazu werden die Räumlichkeiten umgebaut und auf den neuesten Standard gebracht. "Die Hautärztin hat sich unsere Landarztpraxis angeschaut und war restlos begeistert von der Qualität", betonte Korn.

Die Unterbringung der beiden Arztpraxen im Kulturzentrum soll nur ein Zwischenschritt sein. Es ist seit 2008 angedacht, ein "Gesundheitszentrum am Marktplatz" in der ehemaligen Schmidt-Bank einzurichten. Mit der Ansiedlung der Hautarztpraxis ist man diesem Ziel wieder ein Stück näher gekommen. Tina Müller-Gei (CSU) fragte nach wegen der Barrierefreiheit. Leider sei diese für dieses Projekt noch nicht machbar, aber im angedachten Gesundheitszentrum werde auf jeden Fall darauf geachtet, so Korn. Die Frage von Andreas Buckreus (SPD) nach Fördermitteln musste der Bürgermeister verneinen.

Die Stadt nahm in Zusammenarbeit mit der Caritas und dem Verein e2-health und Telemedizin an einem Wettbewerb von Oberfranken Offensiv teil. Es mussten kreative Projektideen zum Thema Digitalisierung eingereicht werden, die einen nachhaltigen Beitrag zur Daseinsvorsorge leisten. Korn gab stolz bekannt, dass Wallenfels den ersten Preis gewonnen habe. Das Preisgeld von 100 000 Euro steht nun für das Digitalisierungsprojekt speziell im Bereich Telemedizin gemeinsam mit Oberfranken Offensiv für die Umsetzung bereit. "Auf Anfrage werden wir aber den Landkreis Wunsiedel mit ins Boot nehmen, er hat den zweiten Platz belegt, und das Preisgeld aufteilen", sagte Bürgermeister Korn.

Jens Korn (CSU) und Geschäftsleiter Frank Jakob stellten den Haushalt 2017 kurz vor. Dieser hat ein Gesamtvolumen von 8,5 Millionen Euro. Es wird keine neue Kreditaufnahme geben, da man auf die genehmigten Kredite aus 2015 und 2016 zurückgreift, die bisher noch nicht abgerufen wurden. Der Schuldenstand wird demnach Ende des laufenden Jahres voraussichtlich rund 6,4 Millionen Euro betragen. Dies wäre eine Pro-Kopf Verschuldung von 2309 Euro. Der Stadtrat hat die Haushaltssatzung 2017 mit Haushaltsplan, Stellenplan und Investitionsplan einstimmig genehmigt.


Gute Jahre "rächen" sich

Wie Korn informierte, "rächen" sich jetzt die guten Jahre 2015/2016, weil sie sich stark auf den Finanzausgleich auswirken und es deshalb weniger Schlüsselzuweisungen, aber mehr Kreisumlage zu verzeichnen gibt. Und so muss man nun mit weniger Geld auskommen. Dennoch könne man auch weiterhin den eingeschlagenen Weg der Modernisierung und Sanierung beschreiten. Saniert werden soll die Gemeindeverbindungsstraße Wolfersgrün-Schnappenhammer für geplante 950 000 Euro. Die Förderung soll 90 Prozent. Außerdem stehen die Wasserleitung von der Vorderen Schnaid nach Kleinthiemitz, die Fremdwasserreduzierung und das Kirchenumfeld Neuengrün auf dem Plan.

Für die Modernisierung sind ebenfalls Projekte eingeplant. Vor allem der DSL-Ausbau (500 000 Euro), der Grunderwerb für das neue Feuerwehrgerätehaus (250 000 Euro) und die Planungsleistungen für die Marktplatzsanierung (100 000 Euro) schlagen hier zu Buche.

Bürgermeister Jens Korn (CSU) betonte, dass es im Jahr 2018 noch schwieriger werden wird und die Stabilisierungshilfen des Freistaates auch weiterhin für die Stadt sehr wichtig seien. Außerdem wären viele Projekte nicht möglich, wenn es nicht so relativ hohe Fördersätze geben würde.

Der Verwendungsnachweis für das Bildungszentrum wurde nun endlich abgeschlossen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 6,78 Millionen Euro. Fördermittel sind in Höhe von 4,9 Millionen Euro geflossen. Der Trägeranteil der Kirche beträgt 576 000 Euro. Der Eigenanteil der Stadt wurde mit 1,29 Millionen Euro.

In einer nichtöffentlichen Rechnungs- und Finanzausschusssitzung wurde unter anderen über die Konditionen im Kulturzentrum beraten. Vor allem der Getränkeverkauf bereitet Sorgen. Es wird nun angedacht, den Getränkeverkauf freizugeben. Hierzu soll ein Gespräch mit den Hauptnutzern des Kulis stattfinden.

Jens Korn ging auf den geplanten Nationalpark Frankenwald ein. Den drei Sägeunternehmen in Wallenfels würden dadurch jährlich 140 000 Festmeter Holz verloren gehen. Die Forstdienstleister fürchten um ihre Auftraggeber. Und die Privatwaldbesitzer machten sich Sorgen, dass die Schädlinge überhand nehmen würden. "Die Stadt Wallenfels versteht die Sorgen und Probleme und wird nur dann dem Projekt zustimmen, wenn es hier keine Verlierer geben wird", versprach Korn. Er vertraue auf die Aussage von Ministerpräsident Horst Seehofer, dass nichts gegen den Willen der Bürger geschehen wird. Für den Tourismus wäre der Nationalpark natürlich ein großes Plus Es seien demnach Förderzusagen in Aussicht gestellt, die beispielsweise zur Sicherung der Flößerei sehr gut wären. "Aber egal, was Seehofer verspricht, wir lassen uns nicht kaufen, wir werden uns entscheiden nach sachlicher und objektiver Abwägung der Vor- und Nachteile", betonte der Bürgermeister. Es solle nicht so ausgehen wie im Steigerwald und Spessart, wo sich tiefe Gräben durch die Dörfer und sogar Familien ziehen.



Preise Die Eintrittspreise für das Freibad bleiben 2017 gleich - ebenso für den Campingplatz. Nur die Gebühren für das Abstellen von Campingwagen erhöhen sich von 15 auf 25 Euro.

Weltkulturerbe Matthias Zeitler (CSU) fragte an, ob man nicht die "Flößerei Wallenfels" und die "Fronleichnamstradition" als "Traditionen zu Weltkulturerbe" einreichen sollte. Korn sagte zu, hier nachzufragen.

Schaden Die DSL-Trasse von Wellesbach nach Wallenfels wurde nahe am Radweg ausgehoben. Dadurch wurde dieser beschädigt. Nach Rücksprache mit der Thüga werden die Schäden beseitigt und der Radweg wieder in Stand gesetzt. Die Nähe zum Radweg war deshalb notwendig, weil teilweise Grundstücksverhandlungen nicht erfolgreich verliefen.