So ganz passt er nicht in das Popstar-Schema. Mit ungestutztem Bart, ungegelten Haaren und einem ollen T-Shirt zupft René "Hopsi" Ruß die Saiten, um dem Reporter eine Kostprobe seines Könnens zu geben. Damit überzeugte der 24-Jährige Tettauer, so sagt er, den berüchtigten Casting-Juror Dieter Bohlen bei "Deutschland sucht den Superstar" in den RTL-Studios in Köln.

René aus Tettau kam bei Dieter Bohlen gut an

Dass die anderen drei Jury-Mitglieder ihn nicht in die zweite Runde lassen wollten, stört René wenig. "Ich bin hingefahren, um von Dieter Bohlen zu hören, dass ich gut bin", sagt der Hobby-Musiker. Und der bekannte Pop-Produzent hätte "Hopsi" wohl mit in den "Recall" genommen. Es scheiterte an Heino, DJ Antoine und dem Ex-Girlband-Mitglied Mandy Capristo. Die fanden Renés Beitrag - eine Interpretation der Philipp Poisel-Ballade "Wie soll ein Mensch das ertragen" - nicht so prickelnd.

"Heino kann mich nicht leiden. Der meinte, er wisse nicht, wie jemand sagen könne, dass ich gut singe", erinnert sich René. Die anderen beiden hätten sich mit etwas positiveren Formulierungen angeschlossen. Aber Bohlen brachte die Erleichterung: "Er meinte: ,An dem Gefühl musst Du noch arbeiten, aber die Töne hast du alle getroffen´", freut sich René. Bohlen gab ein "Ja" für die nächste Runde. Damit stand es eine gegen drei Stimmen und der Tettauer flog raus. Weit gekommen ist René bei seinem "DSDS"-Erlebnis also nicht. Wieder versuchen will er es trotzdem "auf jeden Fall". Er wisse jetzt, worauf er achten müsse und werde beim zweiten Mal bestimmt lockerer sein.

René hatte einen positiven Eindruck von DSDS

Überraschend war für den Nachwuchs-Musiker bei dem Casting in Köln der freundliche Umgang: "Ich hab vorher gedacht, ich muss mich da zum Gummibären machen." Mit negativen Vorurteilen gegen die Sendung möchte René aufräumen. Dieter Bohlen habe sogar noch einen Zuschaueraufruf für ihn gestartet: Wer einen Opel Manta günstig zu vergeben habe, solle sich an René wenden. Das ist nämlich "Hopsis" Traumwagen. Jetzt hofft der Tettauer, dass die mit ihm gefilmten Szenen in der neuen Staffel "DSDS", die ab 7. Januar auf RTL läuft, auch ausgestrahlt werden. Eine Garantie hat er nicht.

Einmal sogar Finalist

Ob der junge Musiker, der im Hauptberuf Lagerist ist, eine große künstlerische Zukunft vor sich hat, bleibt abzuwarten. Treu bleiben wird er der Musik so oder so. Angefangen, Gitarre zu spielen, hat René mit elf Jahren, gesungen schon immer. Über die Jahre trainierte er seine Fähigkeiten an Instrument und Stimme und schaffte es mit Interpretationen von James Blunt, Philipp Poisel oder Tim Bendzko bei einem regionalen Talentwettbewerb sogar mal bis ins Finale. Auch in englischen Kneipen hat der Kleintettauer schon gespielt - und das ohne ausgebuht zu werden. "Also kann's so schlecht ja nicht sein", ist René sicher. Wer sich selbst ein Bild von der Kunst des Tettauers machen will, kann das online tun: Unter dem Pseudonym "Hopsimusic" veröffentlicht er kurze Videos auf Youtube.