Nach seinem Sieg beim Spitzentalent-Wettbewerb in Tettau hat der Haßlacher Simon Porzelt Glückwunschpost von Abtprimas Notker Wolf bekommen. Der bekannte Kirchenmann ist ebenfalls Rockmusiker aus ganzem Herzen. Obwohl er ein hoher Amtsträger der katholischen Kirche ist, tritt er regelmäßig mit seiner Band "Feedback" auf - und spielt dabei E-Gitarre und Querflöte. Jetzt konnte auch Simon Porzelt dabei sein. Nicht nur als Zuhörer, sondern als Akteur.
"Ich hab' mich natürlich für die Glückwünsche bedankt, und wir haben dann gemailt. Da hat er gefragt, ob ich mal einen Tag nach St. Ottilien kommen könnte - mit der Gitarre", erzählt Simon Porzelt. Der Elfjährige ist cool geblieben und wirklich mit seiner ganzen Familie zum Jugendfestival nach St. Ottilien gefahren. Dort wurde Simon Porzelts großer Traum wahr.

Auf der Bühne


Bei Lied Nummer drei des Jugendfestivals - bei "Highway to hell" von AC/DC - durfte er mit auf die Bühne, stellte sich wie ein Profi neben den Abtprimas und rockte das Festival, zu dem mehr als 2000 Jugendliche aus dem gesamten Diözesanbereich Augsburg gekommen waren. Die Stimmung kochte. Der Abtprimas hatte den Supertalent-Gewinner groß angekündigt und freute sich riesig, dass dieser den weiten Weg auf sich genommen hatte, um mit dem 72-jährigen gemeinsam auf der Bühne zu stehen. "Wir haben natürlich schon vorher besprochen, wie wir spielen und wie die Soli aussehen", erklärt Simon Porzelt ganz professionell. "Aber ich war schon ein bisschen aufgeregt. Da waren wirklich viele Leute."
Doch Aufregung hat man dem Elfjährigen allerdings nicht angemerkt. Er stand selbstbewusst auf der Bühne und meisterte den Auftritt mit Coolness. Selbst die Eltern und seine kleine Schwester, die natürlich auch mit dabei war, staunten: "Er stellt sich einfach auf die Bühne und spielt. Das ist schon ein Ding!"
Inzwischen hat Simon Porzelt sein Repertoire erweitert. "Ich hab' noch viel mehr von AC/DC drauf", sagt er. "Und in den Ferien übe ich auch weiter. Vom Gitarrespielen brauche ich keine Ferien." Der Elfjährige erklärt: "Für mich ist Notker Wolf ein großes Vorbild." Aber der Vorbildcharakter bezieht sich nur auf die Musik. Denn eins weiß Simon Porzelt schon jetzt: In ein Kloster möchte er nicht.