An die 20 Einsätze zählt Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger in der Nacht zum Freitag. "Von drei bis halb sieben kamen Einsätze am laufenden Band rein", erklärt er. Und das quer durch den ganzen Landkreis: Von Wallenfels über Kronach bis nach Mitwitz. "Das meiste waren umgestürzte Bäume, die von der Fahrbahn beseitigt werden mussten", erzählt der Kreisbrandrat. Laut Peter Kunzelmann, Leiter der Integrierten Leitstelle in Coburg, waren es im Landkreis 17 Bäume, die umgestürzt sind.

Schlimmer traf es einen Lkw-Fahrer, besser gesagt dessen Ladung. Er suchte sich für seine Nachtruhe den Parkplatz kurz vor Horb in der Nähe der Kläranlage Steinachtal aus. Wie die Kronacher Polizei mitteilt, wurde der Mann gegen 21.15 Uhr von einem lauten Schlag geweckt. Als er aus dem Führerhaus schaute, sah er, dass ein großer Ast auf seinen Anhänger gefallen ist. Der Transporter, der auf der Ladefläche stand, wurde von dem 50 Zentimeter dicken Ast komplett zerstört.

Die Polizei rief die Feuerwehren Horb und Mitwitz, die mit 20 Einsatzkräften die Äste beseitigten. "Wir mussten den Baum stückweise entfernen. Er hatte sich richtig reingekeilt", erzählt Matthias Weber, Kommandant der Feuerwehr Mitwitz und Kreisbrandmeister. Die Polizei schätzt den Schaden auf 5000 Euro. Verletzt wurde niemand.


Stromausfall durch den Sturm

Auch in der Kreisstadt kam es laut der Polizeiinspektion Kronach in der Nacht zum Freitag zu einem außergewöhnlichen Unfall. Der Fahrer eines Gemüselasters wollte im Herrenmühlweg Ware anliefern und war gerade aus seinem Führerhaus gestiegen, als eine starke Windböe die offen stehende Fahrertür des Lkw erfasste.

Da der Fahrer die Handbremse nicht angezogen hatte, verselbstständigte sich der Lkw und rollte 15 Meter nach vorne. Dabei beschädigte der Lkw ein geparktes Auto, eine Haustür-Überdachung, ein Regenfallrohr und eine Mülltonne. Die Polizei schätzt den gesamten Sachschaden auf 5500 Euro.


Straßensperrung als Vorsichtsmaßnahme

Bei der Polizeiinspektion in Ludwigsstadt sind keine Sturmschäden registriert. Doch die Staatsstraße zwischen Förtschendorf und Marienroth wurde gesperrt, um Schäden durch umfallende Bäume zu vermeiden. Eine reine Vorsichtsmaßnahme, wie es auf Nachfrage heißt.

Doch nicht nur die Feuerwehren und Polizisten hielt Sturmtief "Thomas" auf Trab: Auch die Servicetechniker des Bayernwerks waren im Einsatz. Allein in Oberfranken waren 4000 Haushalte nachts für einige Stunden ohne Strom. Betroffen waren auch Teuschnitz, Pressig und Steinbach am Wald.

Nach den ganzen Wetterkapriolen dieser Woche jetzt noch eine gute Nachricht: In Sachen Hochwasser gibt das Wasserwirtschaftsamt Kronach Entwarnung. Die Pegel verzeichnen wieder sinkende Wasserstände.