Etwas ratlos und traurig schaut nun Kirchenpfleger Hans Möckel auf den sakralen Kirchturmschmuck der St. Bartholomäus-Kirche, der am Boden neben der Sakristei und im Pfarrhof vor ihm liegt. "Die Versicherung zahlt nicht, weil die Stärke der Sturmböe nicht ausreichend war, um die Versicherungsbedingungen greifen lassen zu können", informieren er und Pfarradministrator Pater Helmut Haagen mit ziemlicher Enttäuschung. Denn wie man nun die Wiederherstellung und Wiederanbringung des vergoldeten Turmschmuck-Ensembles finanzieren soll, ist völlig offen. Es bleibt als Erstes nur ein Bittgang, zusammen mit Architekt Bernhard Wich, der Kirchenverwaltung und dem Pfarradministrator, in das Erzbischöfliche Ordinariat, um dort die Situation zu schildern und von dort Lösungsvorschläge, vielleicht aber auch eine Finanzunterstützung, zugesagt zu bekommen.

Kirchenpfleger Möckel erklärt nochmals die Ausgangslage, wie der Schaden entstanden ist: Im April vergangenen Jahres fegte eine Sturmböe über das Dach der St. Bartholomäus- Kirche und riss einen Teil des Kirchturmschmucks, ein goldenes Schiff mit Kruzifix aus der Verankerung und diese Relikte wurden Gott sei Dank dann vom Schneefang auf dem Dach abgefangen. Nicht auszudenken, wenn die schwergewichtigen Teile zu Boden gefallen wären und Menschen hätten sich auf dem Kirchvorplatz befunden. "So gesehen haben wir Glück im Unglück gehabt", sagt Möckel. Es hat nun bis vor wenigen Tagen gedauert, bis der Rest des dreiteiligen Ensembles, nämlich eine vergoldete Kugel, ebenfalls noch vom Dach geholt werden konnte. Hierzu war ein Kranwagen mit Personenkorb erforderlich, um die Kugel, inklusive schwergewichtiger Halterung, in über 15 Metern Höhe vom Turm abzubauen. Allein der Einsatz dieses Kranwagens wird Kosten in Höhe von über 3000 Euro verursachen.

Das vergoldete Turm-Ensemble wurde beim Neubau des Nordchors mit Kirchenschiff im Jahr 1964 auf dem kleinen Kirchturm, der sich auf dem Anbau des Nordchors befindet, angebracht. "Die Krönung der Turmspitze mit vergoldetem Schiff sollte Symbol sein für das Schiff der Christenheit im Sturm der Welten und Zeit", erörtert Möckel weiter und fügt hinzu, "das Herz tut einem weh, wenn man den Turmschmuck so vor sich liegen sieht". Die Pfarrei wird für den Schaden nicht aufkommen können, ist sich Möckel mit Pfarradministrator Pater Helmut Haagen einig. Momentan wartet man auf Kostenangebote des Architekten für die Wiederherstellung des Symbols und die Wiederanbringung an der Kirchturmspitze, vorsichtigen Schätzungen zufolge könnte sich der Schaden auf 15 000 Euro bis 20 000 Euro belaufen. Genaues weiß man aber noch nicht. Das weitere Vorgehen kann erst nach Vorliegen eines Finanzierungskonzepts beschlossen werden.