Das Thema "Schule im Norden" war in der Kreisausschuss-Sitzung nur ein Unterpunkt in den einleitenden "Informationen". Mit dem Hinweis auf ein Ministeriumsschreiben sollte es eigentlich vom Tisch sein. War es aber nicht. Zu tief steckte bei einigen Kreisräten noch der Stachel der monatelangen, kontroversen Diskussion.

"Damit ist für mich der Weg zu Ende. Jetzt muss man sich neue Gedanken machen", beurteilte Landrat Oswald Marr (SPD) das Schreiben von Staatsminister Ludwig Spaenle (CSU). Dieser erteilte einer von der SPD gewünschten Gemeinschaftsschule für den nördlichen Landkreis einmal mehr eine deutliche Absage. "Für mich stellt die Gemeinschaftsschule aus strukturellen und pädagogischen Gründen keine überzeugende Ergänzung des differenzierten bayerischen Schulsystems im 21. Jahrhundert dar", heißt es in Spaenles Brief. Allerdings erklärte der Minister seine Gesprächsbereitschaft, um alternative Möglichkeiten für den Landkreis Kronach auszuloten.


Vorwürfe gehen hin und her

Timo Ehrhardt (SPD) ließ sich durch das Schreiben nicht von der Überzeugung abbringen, dass "die Gemeinschaftsschule der richtige Schultyp für den ländlichen Raum ist".

Hans Rebhan (CSU) hielt das Bestreben, unbedingt eine Gemeinschaftsschule zu erwirken, nur für eine dem Wahlkampf geschuldete "Luftnummer". Er stellte fest: "Wir brauchen nachhaltige, qualitativ hochwertige Schulformen." Die Bereitschaft darüber zu reden, sei vom Minister signalisiert worden.

Richard Rauh (SPD) antwortete mit einem Kopfschütteln. Die "Luftnummer" Gemeinschaftsschule werde in allen Bundesländern praktiziert - bis auf Bayern. "Wenn hier einer Luftnummern fabriziert, dann die CSU", schimpfte er und forderte ein konkretes Konzept der Christsozialen: "Sagt doch mal, was Ihr eigentlich wollt!"

Bernd Liebhardt (CSU) sicherte ein solches Konzept zu, ohne jedoch näher darauf einzugehen: "Es wird ein Schulangebot geben. Schluss mit dem Reden, jetzt wird gehandelt!"



Von Diskussion genervt

Peter Hänel (FW) nervte die seit Monaten andauernde Diskussion sichtlich. Es gebe im Landkreis Kronach ausreichend Schulen, unterstrich er und fügte mit Blick auf die Landratswahl an: "Ich hoffe, dass wir in 14 Tagen wieder zur Realität zurückkehren!"