Noch wird gebaut, wo wohl bald wird ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung gehen wird. "Das Magazin" nennen schlicht und bescheiden die drei Traditionsvereine, Bergmannskapelle, Knappenverein und Förderverein Bergbaugeschichte Stockheim, ihr gemeinsames Projekt um historisch wertvolle Erinnerungen an den einstig blühenden Bergbau in Stockheim in den Räumlichkeiten des Bauhofes Stockheim für die Nachwelt aufzubewahren. "Fast 45 Jahre nach Schließung der letzten Stockheimer Steinkohlegrube wollen der Förderverein Bergbaugeschichte, die Bergmannskapelle und der Knappenverein die Geschichte des bayernweit einmaligen Steinkohlenbergwerks St. Katharina in einer Bergbau-Ausstellung wieder lebendig machen. Damit dieses Gemeinschaftsprojekt, das tatkräftigen Einsatz der Mitglieder erfordert, auch finanziell durchführbar ist, unterstützt Herbert Baumann die Arbeiten, um "die Wertschätzung der Idealisten zum Ausdruck zu bringen und ihr Anerkennung zu geben". Das Vorhaben ist aus Sicht von Baumann ein wichtiges Projekt für ganz Stockheim, welches noch mehr Unterstützung aus der Bevölkerung bedarf.
Im März wurde das Projekt "Magazin - das schwarze Gold lebt" von den über 450 Mitgliedern der drei Traditionsvereine aus der Taufe gehoben. Es befindet sich bereits eine große Ansammlung von Utensilien des einstigen Steinkohlebergbaus an verschiedenen Orten. Das Magazin soll nun die Unterbringung an einem Ort gewähren. Neben der Ausstellungsfläche von circa 100 Quadratmetern, entstehen auch Räumlichkeiten für vereinsinterne Treffen und für Forschungsprojekte. Wichtigster Raum ist das Archiv, in dem alle Objekte katalogisiert werden. Grundstock der Sammlung sind Gerätschaften, die noch im Rathaus sowie im Bauhof lagern. Weitere Ausstellungsobjekte wollen der Knappenverein sowie Ortsheimatpfleger Gerd Fleischmann zur Verfügung stellen. Auch Privatpersonen haben bereits signalisiert, einen Beitrag zur Sammlung zu leisten.
Bürgermeister Rainer Detsch hatte sich schon früh hinter das Projekt gestellt und seine Unterstützung zugesagt. Nach einem Ortstermin im gemeindlichen Bauhof waren schnell geeignete Räumlichkeiten gefunden. Nach Zustimmung durch den Gemeinderat steht dem Projekt nichts mehr im Wege. "Es ist eine Nagelprobe bei der die Stockheimer beweisen können, ob Ehrenamt gemeinsam klappt", sagte Bürgermeister Detsch und fügte hinzu, "dies ist ein Projekt von Stockheimern für Stockheimer und damit ist die gesamte Großgemeinde eingeladen mitzuhelfen, sei es durch Arbeitseinsätze, Sach- oder Geldspenden. Die Gemeinde habe inzwischen durch Schaffung eines Zugangs und anderer kleinerer Arbeiten einen Obolus in Höhe von circa 15 000 geleistet. Die Innenausbau-Arbeiten werden von den Vereinen in Eigenregie ausgeführt. Die Investition für den Ausbau beträgt circa 20 000 Euro.
Herbert Baumann spendete spontan für diese einmalige Initiative. "Kaum eine Gemeinde hat eine so breite, langjährige Geschichte wie die Großgemeinde Stockheim im Haßlachtal, auf die wir stolz sein können. Wir haben damit auch touristisch gesehen ein Pfund in der Hand", sagte Baumann. Der Vorsitzende des Fördervereins Bergbaugeschichte Stockheim, Gregor Förtsch, freute sich über das Engagement des Stockheimer Unternehmers Herbert Baumann und hofft, dass sich noch viele weitere Förderer finden werden und das beispielhafte Vorgehen von Herbert Baumann nachahmen. "Noch leben in allen Gemeindeteilen der ehemaligen Bergwerksgemeinde Bergleute mit ihren Familien und ihren Nachkommen. Der Bergbau hatte noch bis in die zweite Hälfte des vergangenen Jahrhunderts große Bedeutung für Stockheim. Die Traditionsvereine übernehmen durch das Einbringen von Arbeit, Material und Kapital, wichtige Aufgaben, die dem Gemeinwohl und damit der Jahrhunderte alten Bergbautradition dienen. Dem entsprechend sollte das Projekt in der Bevölkerung, bei den Vereinen sowie bei der Gemeinde Beachtung finden und unterstützt werden", erklärt Förtsch.