"Der fast keusche Josef" hatte eine orima Premiere und amüsierte das Publikum im ausverkauften Pfarrheim. Die Theatergruppe St. Wolfgang Stockheim verstand es wieder einmal, ihre Zuschauer gleich an drei Abenden mit einer Komödie zu begeistern. Diesmal wagte man sogar den Schritt ins Rotlichtmilieu, nach einem Werk der Erfolgsautorin Cornelia Willinger.

Die Laienschauspieler und die Frauen und Männer hinter den Kulissen haben großartige Vorarbeit mit der Einstudierung dieser Inszenierung und einem fantastischen Bühnenbild geleistet. Unter Leitung von Michael Hohenadel und Team, hat die Theatergruppe alles selbst erarbeitet und gewerkelt und mit ein wenig Technik wurde eine wohlige Theateratmosphäre ins Pfarrheim gezaubert. Die Zuschauer bekamen einen Hauch aus dem amüsanten Rotlichtmilieu mit derben und markanten Sprüchen zu verspüren und verfolgten einen Kampf der Gerechten und Keuschen gegen das unsittliche Treiben im Geschäft mit der Liebe.


Ein Pater als Retter

Die ungezügelte Erotik und das unkeusche Treiben ihres Bruders Wolfgang Josef treibt seine Schwester Anna dazu, geistlichen Beistand zu Hilfe zu rufen. Der Franziskanerpater Fidelis soll ihren Bruder vom Rotlichtmilieu als Betreiber eines Amüsierbetriebs zurück in einen biederen Lebenswandel führen. Doch dabei stößt der Pater in ersten Gesprächen auf fruchtlosen Boden bei dem allzu überzeugten und selbstbewussten Bordellier, der sich auch durch einen vor kurzem erlittenen Herzinfarkt nicht aus der Erfolgsspur seines ertragreichen Unternehmens bringen lässt.

Wolfgang Josef Raublinger (Alex Ludwig) liebt seinen Amüsierbetrieb und alle Arten des Glücksspiels. Mit strenger Hand führt er als charismatische Rotlichtgröße sein Reich und seine Spielhöllen. Von einem Stammkunden hat er ein Gestüt samt Pferden und Hausmeister Pauli (Andreas Ludwig) "übernommen". Auf dem idyllischen Landsitz lebt er nun zusammen mit seiner frommen Schwester Anna (Elfriede Stey), die sich nach seinem Herzinfarkt um ihn kümmert.

Zudem verdingt sich Maria (Sonja Karl), die heimat- und mittellose Tochter des vormaligen Gutsbesitzers als Hausangestellte bei den Raublingers. Sein Imperium dirigiert und kontrolliert Wolfgang Josef dank Überwachungskameras und Puffmutter Madame (Claudia Rauch).

Anna leidet sehr unter dem unsittlichen Lebenswandel ihres Bruders, den sie mit Unterstützung von Franziskanermönch Fidelis (Roy Fischer) von seinem verwerflichen Tun abbringen möchte. Erst ein Reitunfall scheint die Wende zu bringen und das Leben von Wolfgang Josef grundlegend umzukrempeln.

Die interessante Lebensgeschichte verbirgt viele Turbulenzen und Wirrungen die, mit viel Humor und Witz gespickt, das Publikum ein ums andere Mal aus vollem Herzen zum Lachen bringen. Es gab viel Szenenapplaus für die schauspielerische Leistung der Laienschauspieler, die in der Inszenierung mit authentischem Rollenspiel überzeugten. Was 1998 wie ein zartes Pflänzlein zu blühen begann, ist jetzt in voller Blüte. In diesem Jahr führt man zum 18. Mal ein abendfüllendes Theaterstück auf und begeistert die Zuschauer. Der Erlös der Theatervorstellungen geht an kirchliche Zwecke.


Mitwirkende und Termine

Darsteller Alexander Ludwig (als Milieugröße Wolfgang Josef Raublinger), Elfriede Stey (Anna Raublinger, seine ältere Schwester), Roy Fischer (Pater Fidelis), Claudia Rauch (Madame, Puffmutter), Sonja Karl (Maria, Hausangestellte), Michael Hohenadel (Dr. Georg Schlauch, Hausarzt/Schönheitschirurg), Andreas Ludwig (Hausmeister Pauli, Unikat), Hinter den Kulissen wirken verantwortlioch: Souffleuse Petra Fiedler, Maske Sandra Zapf und Petra Fiedler, Technik Sven Zimmermann.

Vorstellungen jeweils Beginn 19.30 Uhr im Pfarrheim St. Wolfgang: Freitag, 8. April, Samstag, 9. April, Sonntag, 10. April, Freitag, 15. April, und Samstag, 16. April,. Aufgrund der großen Kartennachfrage wurde eine Zusatzvorstellung für Sonntag, 17. April, angesetzt.

Karten Vorverkauf über Telefon 09265/1229 oder 09265/913838. eh