Gunter Schramm und Pascal Bächer vom Büro Planwerk informierten den Marktgemeinderat über die Arbeit im letzten Stadtumbaumanagement-Projektjahr. Aktuell ist auch die Leitbilddiskussion, die durch die Fragebogenaktion unterstützt wird. Die Auswertung liegt in den Händen von Nicole Burger, der Stadt Wallenfels und des Stadtumbaumanagements (SUM).

Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit ist das Leerstandsmanagement, zu dem kontinuierlich Eigentümerbefragungen fortgeführt werden. Vor allem die Motivation der Eigentümer gelte es, zu wecken. Über eine Sanierungsgenossenschaft wird nachgedacht.

Pascal Bächer erläuterte auch weitere Projekte des Städtebaumanagements. Der Generationen-Aktiv-Park soll kurzfristig mit Spenden und Beteiligung der Bürger umgesetzt werden auf dem Grundstück neben dem Caritas-Haus. Der Rodachtaler wurde auf den Weg gebracht und wird von den Bürgern des Oberen Rodachtals auch gut angenommen, somit bleibt Kaufkraft vor Ort.


Jugend zieht nicht

Die Ausbildungsmesse in Wallenfels wurde ebenfalls positiv gewertet und gute Kontakte zu Firmen geknüpft. "Bei der Jugend in Steinwiesen sind wir leider auf wenig Resonanz gestoßen, deshalb stehen nun andere Aufgaben im Vordergrund", sagte Pascal Bächer. Bürgermeister Gerhard Wunder (CSU) erklärte, dass der Vertrag für das Büro Planwerk für das Stadtumbaumanagement zum Ende des Jahres ausläuft. Eine Neubeauftragung ist möglich.

Rainer Kober führte aus, dass sich die Initiative Steinwiesen aktiv stark mit der Problematik der Leerstände auseinandersetzt. Es sei schon viel in Angriff genommen worden, aber es habe in der Bevölkerung noch nicht so richtig gegriffen.

Die vier Ziele, junge Familien dafür zu interessieren, "junge" Senioren aus den Städten aufs Land zu bekommen, für ältere Senioren barrierefreie Wohnungen anzubieten, und für Touristen Ferienwohnungen zu schaffen, sollen in Angriff genommen werden.

"Es gibt Bedarf für niveauvolles Wohnen, dafür werden sich auch Investoren interessieren", sagte Kober. Er meinte auch, dass Menschen eher dort hinziehen, wo sie besser wohnen können und die Kaufkraft höher ist. Im Gespräch ist eine Sanierungsgenossenschaft, bei der sich die Bürger beteiligen. Nun soll durch einen Spezialisten aufgeklärt, ein Konzept diskutiert und sich mit interessierten Bürgern zusammengesetzt werden. "Die Rendite ist sicher interessant, aber es muss ein fundiertes und gutgeplantes Konzept bestehen", erklärte Rainer Kober.


900 Fragebögen ausgefüllt

Nicole Burger gab Auskunft, i das bereits 900 Rückläufer der Fragebogenaktion Oberes Rodachtal teilweise ausgewertet worden seien. Die Antworten stimmten weitgehend mit den Workshops in den einzelnen Orten überein: Es werden immer wieder die fehlenden Arbeitsplätze, die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs und bessere Voraussetzungen für junge Familien genannt.

In der Diskussion erhitzten sich die Gemüter. Übereinstimmend erklärten Jürgen Eckert (CSU) und Jürgen Deuerling (SPD), dass zwar viel hinter den Kulissen laufe, aber nach außen nicht so wahrgenommen werde.

Für Eckert ist auch die fehlende Anbindung an die großen Verkehrswege ein Grund für fehlende Touristen. Wer nur Kurzurlaub mache, wolle schnell am Ort sein. Für Deuerling war die Aussage, "da zu wohnen, wo es besser ist", nicht nachvollziehbar. "Die Menschen gehen dahin, wo Geld zu verdienen ist", meinte er.
Für Richard Rauh (SPD) war es wichtig, bei Weiterführung des Stadtumbaumanagements das Kosten/Nutzen-Ergebnis zu kennen. Im Hinblick auf die Sanierungsgenossenschaft sah er schon positiv nach vorn, aber das müsse wirklich gut durchgeplant sein.

Auch Brigitte Geiger (SPD) meinte, dass zwar viel Projekte angestoßen wurden, aber bereits vollendet sei wenig, sodass viele sagen, man sehe ja nichts davon. Zweiter Bürgermeister Bruno Beierlorzer (CSU) verwies darauf, dass in den letzen Jahren viel gebaut und geleistet worden sei. Jedoch wolle der Bürger etwas Konkretes sehen.


Informationsbedarf

Bürgermeister Gerhard Wunder (CSU) ließ keine weiteren Diskussionen aufkommen und führte aus, dass der Bedarf an weiterer Unterstützung durch das Stadtumbaumanagement da sei, das sehe auch die Regierung so. Er meinte, von Planwerk werde viel geleistet, Ehrenamtliche bringen sich mit ein und auch etliche Arbeitsgruppen: "Aber es besteht Informationsbedarf bei den Bürgern."

Die Untere Kapelle in der Kronacher Straße ist stark renovierungsbedürftig. Das Grundstück ist Eigentum von Wilfried Holzmann, für den Unterhalt des Gebäudes jedoch ist der Markt Steinwiesen zuständig. Es müssten schnellstens die Risse an den Sandsteinfenstern beseitig, der Außenputz ausgebessert und neu gestrichen werden. Außerdem ist auch im Innenbereich der Putz an der Decke und an den Wänden zu erneuern sowie die Eingangstüre zu renovieren. Im Zug der Baumaßnahme der Ortsdurchfahrt wird der Vorplatz mit gestaltet.

Die Städtebauförderung beteiligt sich nicht an den Kosten der Renovierung, deshalb wird mit dem Landesamt für Denkmalpflege Kontakt aufgenommen. Der Markt Steinwiesen wird auch auf die Katholische Kirchenstiftung zugehen.