"Folterkammer" prangt in großen Buchstaben über der Bar. Der Nebenraum, in dem sonst Turnzubehör gelagert wird, ist mit hellen Tapeten von der großen Turnhalle abgetrennt. Lediglich ein bogenförmiger Eingang gewährt den Besuchern Eintritt. Im Innern der Bar sorgen an den weißen Wänden schwarze Fledermäuse, Katzen, Spinnen, Hexen sowie ein graues Skelett für Gruseleffekte.

"Das war 2005, als wir zum ersten Mal die Bar so aufwändig dekoriert haben", erinnert sich Petra Zwosta. Damals war der alljährlich von Georg Beez gestaltete Orden den "Burgherren" gewidmet. In stundenlangen Treffen planen die Damen der Wehr seitdem Jahr für Jahr die passende Bar-Dekoration.

Gemeinsam wird gemalt, geschnipselt, geklebt und gebastelt. Meistens greifen sie dabei das Ordens-Motto auf. Wenn das schwer umzusetzen ist, passt man die Bar den Auftritten der Feuerwehr Steinberg an. 2006 beispielsweise war das Motto Saug(f)stelle.

Wie lange sich die Steinberger Floriansjünger insgesamt schon um die Bar kümmern, weiß Dieter Müller nicht mehr so genau. "Das sind bestimmt schon 20 Jahre, eher mehr", überlegt er, während er gerade mit weiteren Kameraden die neue Bar aufbaut.

Eine Eigenkonstruktion

"Unsere alte Bar war in die Jahre gekommen und sah nicht mehr gut aus. Unser Feuerwehrkamerad Stefan Bauer hat uns die Regale gesponsert. Damit bauen wir nun in Eigenkons truktion eine komplett neue Bar", erklärt er.

Rund 50 Arbeitsstunden werden schätzungsweise dafür gebraucht. Dazu kommen mehrere Stunden der Feuerwehr-Damen für die Vorbereitungen, wie das Basteln und das Dekorieren am Donnerstag vor dem Fasching.

"Das Grobe machen die Männer, wir Frauen machen die Feinarbeiten", sagt Petra Zwosta, die Gründungsmitglied der 2003 gegründeten Damen-Feuerwehr ist. "Die Männer treten ja schon lange - sicherlich schon über 20 Jahre - bei den Büttenabenden auf. Das wollten wir auch".

Seitdem studieren die Damen jedes Jahr einen neuen Tanz ein. Der erste Auftritt 2005 war als Hexen, danach waren sie unter anderem als Piraten, arabische Tänzerinnen, Vampire, Engel, Cowboys und Indianer, Spanier und im letzten Jahr als Putzfrauen zu sehen. Heuer geht's in den Dschungel.

Die Vorbereitungen beginnen immer im Oktober. Die Choreographie machen die Damen selbst. Geprobt wird meist schon im November, zunächst im Feuerwehrhaus - in der "heißen Phase" dann in der Kronachtalhalle.

"Löschwasser" ist immer dabei

Ebenfalls 2005 entschied man sich, die Bar aufwändiger und dem Motto entsprechend zu schmücken. Zum diesjährigen Motto "Dä Böllera" hatten die Damen viele Ideen, die aber noch geheim sind. Jahr für Jahr ist nicht nur die Dekoration neu. Die Getränke-Kreationen sind es auch. "Die Rezepte nehmen wir aus Büchern oder dem Internet. Bei einem Testabend wird vorher alles probiert", verrät die Feuerwehr-Crew.

Nicht fehlen darf das alkoholfreie "Löschwasser" (gemischte Fruchtsäfte). "Das ist unter anderem für die Kinder, beispielsweise die kleinen Tanzmariechen, die natürlich auch in die Bar wollen", weiß Dieter Müller. Mehrere Liter dieses "Löschwassers" braucht man sowohl am Freitag als auch am Samstag.

Je zwölf bis 14 Mitglieder der Feuerwehr sind an beiden Tagen im Einsatz und sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Die Bar hat zwar bereits während des Programms geöffnet, der größte Andrang herrscht aber erst nach dem offiziellen Teil. Neben dem Barbetrieb erledigt man sozusagen "zwischendurch" die Auftritte auf der Bühne.

Die Männer zeigen heuer einen kleinen Sketch und interpretieren das Ballett Schwanensee auf ihre Art. Sie proben für ihre Auftritte alljährlich ab Weihnachten oder Neujahr. Die Kostüme fertigt stets Vroni Heider an. "Wir sind glücklicherweise alle Faschingsnarren", schmunzelt Petra Zwosta.

Ihr gefällt es, dass alle eingebunden sind und mithelfen - so beispielsweise auch Nina Müller, die 16-jährige Tochter von Dieter Müller. Auftritte sind nicht so ihr Ding, aber bei der Vorbereitung und an den beiden Abenden ist Nina voll dabei. Die Jugendlichen der Wehr übernehmen auch die Umbauarbeiten während der Büttenabende.

Beim Faschingsumzug, der am Sonntag stattfindet, übernehmen die Floriansjünger die Straßenabsperrung. Eine "Staaberche Fousanocht" ohne die Feuerwehr? Das wäre schon lange nicht mehr denkbar.