Der Grund? Als Antwort reicht wohl schon Martin Renz' kurzer Blick nach links in den Ausstellungsraum. Rad an Rad reiht sich auf den rund 550 Quadratmetern, die "Radsport Dressel" als Verkaufsfläche in der Schwedenstraße zur Verfügung stehen. Rennräder, Kinderräder, Mountain- oder E-Bikes. "Die können wir gar nicht alle richtig präsentieren. Auch die Gänge sind viel zu eng", sagt der Geschäftsführer. "Wir platzen hier aus allen Nähten." Die Lösung: Ein Umzug!

Seit 1998 verkauft Renz zusammen mit seinem Geschäftspartner Stefan Dennewill in Kronach gleich neben dem Kino alles rund um das Fahrrad. Ab Frühjahr 2017 in ihrem Neubau in Fröschbrunn - so ist jedenfalls die Planung. "Viele denken, dass wir das zusammen mit Hagebau und Fressnapf machen, aber wir sind komplett selbstständig und teilen uns mit beiden nur die Parkplätze", erklärt der 40-Jährige. Vergangenen Montag begannen gleich hinter dem Casino mit dem Gießen der Betonstützen die ersten Arbeiten am neuen Gebäude.


Ein großes Ziel

3500 Quadratmeter wird die Geschäftsfläche laut den Planungen betragen - unterteilt in Verkaufsfläche, Werkstatt und Lager. Mehrere Millionen Euro werde es sie kosten, ihren großen Traum umzusetzen. Aber das sei absolut nötig, um zu einem zeitgemäßen Fahrradfachmarkt zu werden. Um der neuen Größe gerecht zu werden, wird der alte Name abgelegt. Aus "Radsport Dressel" wird dann "Bike Center Dressel". "Wir werden mit dem Neubau die größten Radhändler in Oberfranken", betont Renz. "Ich kenne jedenfalls keinen, der größer ist. Wir haben den Anspruch, die Nummer 1 zu sein."

Dafür reisten Dennewill und Renz quer durch die Bundesrepublik, um sich von anderen Fahrradgeschäften dieser Größenordnung inspirieren zu lassen. "Dort haben wir mit den Inhabern gesprochen und dann unser eigenes Konzept entwickelt", erzählt Renz. Was zukünftige Kunden alles erwartet, wollen sie aber noch nicht verraten. Noch müsse mit dem Innenarchitekten abgesprochen werden, was umgesetzt werden kann. Fest steht allerdings schon, dass es zwei Wartebereiche mit Sitzmöglichkeit geben soll. Jeweils im Verkaufs- und im Reparaturbereich.


Werkstatt zu klein

Gerade, wenn kleinere Reparaturen anstehen, soll das Geschäft schon zehn Minuten später wieder mit dem überholten Rad verlassen werden können. "Momentan schicken wir die Kunden nochmal eine Stunde in die Stadt", sagt Dennewill. Doch mit 50 Quadratmetern sei die Werkstatt derzeit einfach zu klein. "Wenn man effektiv arbeiten will, müssen alle Werkzeuge und Computer für jeden Mitarbeiter zur Verfügung stehen." Auf so kleinem Raum staue sich das dann schnell. "Mit Effektivität hatte das zuletzt nicht mehr viel zu tun", so der 48-Jährige.
Die Werkstatt sei aber nicht der einzige Bereich, in dem es Erleichterungen geben soll. Auch das neue Lager soll einige Wege ersparen. Aus drei Lagern, die in Kronach verteilt waren, mussten die Räder bislang in die Geschäftsräume gebracht werden. "Das ist jetzt fahrradgerecht geplant und alles nah zusammen", sagt Renz. Schon die Anlieferung zum Hauptlager in der Parallelstraße stellte die Lkw-Fahrer immer wieder vor eine Art innere Bergetappe. Weil die Nordbrücke im Weg war, musste das Lager rückwärts angesteuert werden.
Probleme, die bald der Vergangenheit angehören sollen.

Richtige Vorfreude kommt bei Dennewill momentan aber ebenso wenig auf wie Wehmut. Es bleibe schlichtweg keine Zeit, darüber nachzudenken, dass nach 18 Jahren in der Schwedenstraße Schluss ist. "Ich sehe da noch die kommenden sechs Monate. "Es ist noch so viel organisatorisch zu tun", sagt der 48-Jährige. Außerdem habe sich die Saison durch den warmen Spätsommer lange hingezogen. "Normalerweise trudelt sie nach den Sommerferien langsam aus", so Dennewill. "Das war dieses Jahr ganz anders."

Vor vier Jahren beschäftigten sich die Geschäftspartner erstmals damit, sich nach neuen Räumlichkeiten umzusehen. Die Idee, auf dem gegenüberliegenden Parkplatz zu bauen, zerschlug sich recht schnell, als klar wurde, dass dort nur rund 700 Quadratmeter Verkaufsfläche möglich gewesen wären.


Bürgermeister half

Im Dezember 2014 wurde schließlich das Fröschbrunner Grundstück erschlossen und der Entschluss reifte, dort die ambitionierten Ziele umzusetzen. "Der Bürgermeister hat uns auf dem Weg stark geholfen", sagt Renz dankbar. Und auch die Zusammenarbeit mit den Bauherren der anderen beiden Geschäfte habe er sich nicht besser vorstellen können. "Mit denen haben wir immer einvernehmliche Lösungen gefunden."