Zum Staffellauf auf dem Rennsteig waren insgesamt 235 Mannschaften, also 2350 Läuferinnen und Läufer gemeldet. Am, zum 17. Mal vom GutsMuths- Rennsteigverein ausgerichteten Staffellauf machten sich 14 Frauen-, 146 Männer- und 75 Mixstaffeln auf die 168,5 Kilometer lange Strecke von Blankenstein nach Hörschel. Seit einigen Jahren ist auch die fränkische Rennsteigregion in dieses Großereignis mit eingebunden.

Um den Tettauer Falk Wick hatten sich schon ab 6 Uhr die Helferinnen und Helfer an der Wechselstation versammelt und die Polizei der Polizeiinspektion Ludwigsstadt sowie zwei Beamte der PI Kronach nahmen ihre Positionen ein um den Verkehr zu regeln und für die Sicherheit der Läuferinnen und Läufer, die mehrmals auch die Bundes-, Staats- und Kreisstraßen überqueren mussten, zu sorgen. Die Frauen und Mixstaffeln wurden um 5 Uhr in Blankenstein auf die Strecke geschickt.

Die Männerstaffeln starteten um 6 Uhr. Also für die Helferkräfte noch etwa Zeit um einen Kaffee zu genießen und in aller Ruhe die Absperrungen für die Wechselstation anzubringen und den Transponder zu installieren, der die Zeit digital registriert. Als Stab gilt der vom Läufer am Arm getragen Chip, den dieser an seinen nachfolgenden Staffelläufer weitergeben muss. Es ist gerade 6.43 Uhr da wird gemeldet, der erste Läufer hat bayerischen Boden betreten. Der inzwischen eingesetzte Regen macht der guten Stimmung keinen Abbruch. Um 7.20 Uhr trifft der erste Läufer an der Wechselstation ein.

Falk Wick ruft seinen Protokollführern laut die Startnummer 41 zu. André Fischer von der Mixstaffel vom Haglöfs Laufteam Erfurt übergibt den Chip an Susanne Koburger. Sie war schon beim Warmlaufen sehr nervös. Wir sind in Führung sagte sie ganz aufgeregt, sie hüpfte hin und her und bat um Verständnis nichts weiter sagen zu wollen. Ganz anders der noch ganz außer Atem seufzende André Fischer. Die Strecke ist in Ordnung, vor allem im ersten Teil von Grumbach bis Steinbach sehr schön aber dann die langen Kilometer durch den Wald von Steinbach zur Schildwiese waren schon elendig, seufzt er. "Immer wieder auf und ab und nur durch Wald das schlaucht ganz schön, sagt Fischer und nun braucht er was zu trinken von den freundlichen Tettauer Helferinnen.

Und dann ist es endgültig mit der Ruhe und vermeintlichen Gemütlichkeit vorbei. Denn, fast im Minutentakt treffen nun Läuferinnen und Läufer an der Wechselstation ein. Inzwischen sind auch Zig- Fotografen von Zeitungen und auch das MDR- Thüringen Fernsehen mit Kamera und Mikrofon eingetroffen. Es gibt kaum noch ein Durchkommen. Etwa 50 bis 100 Meter weiter an der Straßenverbindung zur Kalten Küche haben sich die PKW inzwischen zweireihig entlang der Straße aufgestaut. Die einen Fahrzeuge bringen Läufer zum Wechsel die anderen holen ihre Läufer die bereits eine circa 16 Kilometer Laufstrecke hinter sich haben ab.

Gegen 9.30 Uhr kommt richtig Spannung auf. Falk Wick ruft die Startnummer 43 aus. Dahinter verbergen sich die großen Favoriten der Männer, die "Günters Männer". Die Staffel ist gespickt mit Thüringer Wintersportassen, also schon deshalb heißester Kandidat auf den Sieg. Und schon schickt Philipp Marschall den 20- jährigen Marius Cebulla in Richtung Kalte Küche. Wissen sie ihre Platzierung? Wollen wir von Marschall wissen. Ja, wir liegen auf Platz 2 ich glaube drei Minuten und 45 Sekunden zurück, ist seine Antwort, doch es sin ja noch Spitzenläufer in der Aufstellung wie der Schlussläufer Marcel Bräutigam als Deutscher Vizemeister im Marathon.

Aber auch er zeigt sich keineswegs enttäuscht. Denn Deutschlands größter Staffellauf auf dem berühmtesten Weitwanderweg Europas, dem Rennsteig, ist eine hochkarätige Herausforderung für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wobei eben der olympische Gedanke dabei sein ist alles, hohen Stellenwert hat. Hier zählt nicht nur die läuferische Leistung, sondern auch Teamgeist ist gefordert. Denn hier, auf dem Höhenweg des Thüringer Waldes, starten Teams mit jeweils zehn Läuferinnen oder Läufern auf festgelegten Etappen und Wechselstellen über insgesamt 170 Kilometer von Blankenstein nach Hörschel. Und so verwundert es nicht, dass der eine oder andere Wechsel auch mit Küsschen erfolgt, einen Schulterklopfen und du warst gut oder viel Glück auf der Strecke. Oder eine Frau ruft der andren laut zu, Tanja komm, komm schnell, du hast den Stabwechsel versäumt, wir müssen an die Wechselstation.

Den Kameradschafts- und Sportgeist unterstrich auch mit einer außergewöhnlichen Leistung Gabi Weißbrodt von der Mixstaffel vom Rennsteigverein II, die zwei Etappen auf sich nahm, weil ihr Wechselläufer wegen eines Wildunalls nicht zum Start gelangte. Der kameradschaftliche und freundschaftliche Umgang unter den Wettbewerbern ist nicht zu verbergen und lässt auch den Zuschauer merken, hier ist Sport purer Spaß und Freude, auch wenn am Etappeneinlauf natürlich gekeucht und geschnauft wird und sich mancher bis zur Erschöpfung verausgabt hat.