Die Nachricht der Raiffeisen-Volksbank Kronach-Ludwigsstadt, zum 30. Juni in den Kronacher Stadtteilen Fischbach und Friesen zwei Geschäftsstellen schließen zu wollen, stieß in der Sitzung am Montag auf Kritik.

"Das ist ein Vorgehen, dass können wir in Fischbach nicht auf uns sitzen lassen", war Thilo Moosmann (SPD) erbost. Mit Unterschriftenlisten und der Übergabe eines Briefs an den Vorstand wolle man gegen die Planungen der Bank kämpfen. "Es ist nicht hinnehmbar, dass die Infrastruktur in den Ortsteilen so beschnitten wird." "Vielleicht muss man mal laut sagen, dass die Leute, die auf die Banken angewiesen sind, die sind, die die Genossenschaftsbank groß gemacht haben", war auch Hans-Georg Simon (FW) enttäuscht. "Dann muss man sich halt überlegen, wo man künftig sein Konto hat", stellte er abschließend in den Raum. "Es hat mich wie ein Blitz getroffen", zitierte Cilly Volk (Frauenliste) einen Kunden der Raiffeisen-Volksbank. Die geplante Schließung bezeichnete sie als "geradewegs falsch". Gerade die Raiffeisenbank habe sich immer zur Bürgernähe verpflichtet. Und für Ältere sei eine Bank vor Ort existenziell wichtig. "Sollte die Schließung reiner Gewinnmaximierung geschuldet sein, würde dies dem Genossenschaftsgedanken widersprechen." Cilly Volk verwies zudem auf die Altersstruktur in Fischbach: "Diese Menschen werden kein Online-Banking nutzen", ging sie auf die älteren Bürger ein.

"Unsere Stadtteile bluten aus", sagte Heinz Hausmann(CSU): "Das sind wirklich schwere Verluste."
Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) erklärte, von den Planungen der Bank in der vergangenen Woche informiert worden zu sein. Solche Angelegenheiten seien seit einigen Jahren immer wieder bei den heimischen Banken ein Thema. Er bedauerte, dass gerade eine gewisse Zahl von älteren Menschen von dieser Entscheidung betroffen sei. Allerdings verdeutlichte er auch, dass alle Banken ständig auf dem Prüfstand stünden. "Die Medaille hat zwei Seiten", betonte er und sprach die Bilanzen der Kreditinstitute an. Zudem verwies er auf die jüngere Generation, die beispielsweise mit Online-Banking vertraut sei. "Wenn dann Zahlen in den roten Bereich rutschen, dann muss jede Bank entscheiden, was sie tut." Abschließend sprach sich das Gremium dafür aus, eine Resolution gegen die geplanten Schließungen zu verfassen und dem Vorstand der Raiffeisen-Volksbank zu übergeben.