Bürgermeister Jens Korn (CSU) informierte am Dienstag zusammen mit Zweitem Bürgermeister Erich Mähringer (CSU) und FW-Fraktionsvorsitzendem Eberhard Braunersreuther über die Prioritätenliste, die in Teuschnitz aufgestellt wurde. Über 19 Punkte beriet man am Knock, vier Schwerpunkte kristallisierten sich heraus. Jens Korn war sich mit seinen Mitstreitern einig: "Das alles wird in dieser Wahlperiode nicht zu schaffen sein. Für die Umsetzung werden wir einen Zeitrahmen von zehn bis zwölf Jahren brauchen."

Korn, Braunersreuther und Mähringer beschrieben die Stimmung bei der Klausurtagung als gut. Es sei so konstruktiv gearbeitet worden, dass man das gerne wieder machen würde. Die sieben neuen Stadträte seien gut integriert worden. "Wir haben wenig Geld. Da müssen wir genau sehen, wofür wir die Mittel ausgeben", stellte Jens Korn die Prämisse für die Prioritätenliste heraus.


Zwei weitere Projekte

Einig war man sich, dass man mehr Leben in die Stadt bringen wolle. Zuversichtlich stimmte den Bürgermeister, dass die Flößerstadt seit 2007 keinen negativen Wanderungssaldo mehr habe: Zu- und Wegzüge hielten sich die Waage. Worunter Wallenfels noch jetzt zu leiden habe, seien die Abwanderungen von jungen Leuten in den 1970er Jahren. Die und deren Nachkommen fehlten jetzt.


Die Flößerei

"Die Arbeitsplatzsituation in Wallenfels ist gar nicht mal so schlecht", freute sich Bürgermeister Korn. Pro 1000 Einwohner gebe es 216 Arbeitsplätze. Das sei ein guter Mittelplatz im Landkreis.

Außer den vier Projekten der Prioritätenliste hätte Jens Korn noch zwei weitere Vorhaben gerne recht bald verwirklicht. Er war zuversichtlich, dass sich die in den nächsten Jahren durchführen ließen. Zum einen soll das Bergschneidmühlengelände zwischen Rathaus und Schwedenbrücke mit einbezogen werden. Dort könne man die Flößergeschichte lebendig werden lassen. Die Flößerei könne über das Staubecken gesichert werden. Zum anderen soll der ehemalige Kindergarten, der seit dem Umzug ins Bildungszentrum leer steht, wiederbelebt werden. Jens Korn schwebt betreutes Wohnen, eine Seniorenbegegnungsstätte oder Altenbetreuung vor. Da sei man mit der Pfarrgemeinde als Eigentümerin des Gebäudes im Gespräch.


Die Prioritätenliste

1. Neugestaltung der Ortsmitte rund um den Marktplatz: Die Grünfläche wird durch den Abbruch eines alten Gebäudes vergrößert, es gibt neue Blickachsen, der Mühlbach wird geöffnet, leer stehende Gebäude (ehemals Post, Bank und Bäckerei) sollen eine neue Nutzung erfahren. Die Eigentümer der Gebäude ringsum zeigen Bereitschaft, an der Belebung des Platzes mitzuwirken.

2. Das Kirchenumfeld wird verbessert: Die Kirche ist optisch dominant. Mit überschaubaren Mitteln kann man viel erreichen. Bereits im kommenden Jahr soll dort mit den Arbeiten begonnen werden.

3. Kur- und Kulturzentrum: Der Gebäudekomplex ist optisch dominant und ein viel genutzter Veranstaltungsraum. Es gibt zwei Ziele: sanieren und optisch deutlich verbessern. Die Nutzung soll intensiviert und Tagungsräume sollen geschaffen werden.

4. Sanierung der beiden alten Schleusen der Wilden Rodach: Die beiden Bauwerke sind Wirtschaftsdenkmäler, aber in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Sie sollen nicht nur begehbar, sondern auch vorzeigbar gemacht werden, damit man sie ins Tourismuskonzept einbeziehen kann. Bei der Sanierung sollen nicht nur Mittel aus der Städtebauförderung angezapft, sondern auch der Denkmalschutz oder Stiftungen angesprochen werden. Auch Bürgerengagement, zum Beispiel der Flößer, ist gefragt.